Es ist nicht der einzelne Schokoriegel, der zählt: Viel wichtiger ist, was Kinder jeden Tag essen und trinken – und wie häufig ihre Zähne dabei mit Zucker und Säuren in Kontakt kommen. Gerade zum Schulstart lohnt es sich, gute Routinen für Brotdose und Trinkflasche zu etablieren.
Neuss, 25.08.2026 – Das Pausenbrot soll satt machen, schmecken und möglichst auch noch gesund sein. Für Eltern kann die tägliche Brotdose deshalb schnell zur Herausforderung werden. Aus zahnmedizinischer Sicht ist vor allem entscheidend, was im Schulalltag zur Gewohnheit wird.
„Es geht nicht darum, Kindern bestimmte Lebensmittel grundsätzlich zu verbieten“, sagt Dr. Ralf Hausweiler, Präsident der Zahnärztekammer Nordrhein und Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. „Entscheidend ist vielmehr, langfristig gesunde Routinen zu entwickeln.“
Gerade zum Schulstart ist das relevant: Rund um das sechste Lebensjahr brechen bei vielen Kindern bereits die ersten bleibenden Zähne durch. Gleichzeitig entstehen mit dem Schulalltag neue Routinen – vom Frühstück über das Pausenbrot bis zur Trinkflasche. Was jetzt selbstverständlich wird, kann die Gewohnheiten bis ins Erwachsenenalter prägen.
Besonders wichtig ist aus zahnmedizinischer Sicht, was Kinder während des Schultages trinken. Wasser ist als täglicher Durstlöscher die beste Wahl für die Zähne. Denn bei Softdrinks und Säften in der Schule kommt neben Zucker und Säuren für die Zähne ein entscheidendes Problem hinzu: Die Getränke werden häufig nicht auf einmal, sondern über mehrere Stunden immer wieder in kleinen Schlucken getrunken.
„Jeder neue Schluck bedeutet einen erneuten Angriff auf die Zähne“, erklärt Dr. Hausweiler. Denn Zucker wird von Bakterien im Zahnbelag in Säuren umgewandelt, die dem Zahnschmelz Mineralien entziehen und so die Entstehung von Karies begünstigen. Säuren in Getränken greifen die Zähne unmittelbar an.
Speichel hilft dabei, die Säuren zu verdünnen und damit die Wirkung abzumildern. Das braucht jedoch Zeit. Wer über den gesamten Vormittag immer wieder an einem süßen oder sauren Getränk nippt, verkürzt diese Erholungsphasen.
„Ein Softdrink oder ein Glas Saft zu einer besonderen Gelegenheit ist etwas anderes als ein süßes Getränk, das zum ständigen Durstlöscher wird“, so Dr. Hausweiler. „Für den Schulalltag ist Wasser die beste Wahl.“
Das gleiche Prinzip gilt für die Brotdose, selbst bei grundsätzlich empfehlenswerten Lebensmitteln wie Obst. Ein Apfel enthält beispielsweise Fruchtsäuren und Fruchtzucker, die vorübergehend auf den Zahnschmelz einwirken können. Das ist kein Grund, auf Äpfel und die darin enthaltenen Vitamine zu verzichten. Für die Zähne ist es jedoch günstiger, den Apfel innerhalb einer Pause zu essen, statt über Stunden immer wieder ein Stück davon zu nehmen.
„Eine zahngesunde Ernährung bedeutet nicht, vollständig auf Süßigkeiten zu verzichten“, betont Dr. Hausweiler. „Es geht darum, Genuss und Zahngesundheit sinnvoll miteinander zu verbinden. Wenn Wasser der tägliche Durstlöscher ist und Schokoriegel die Ausnahmen bleiben, ist schon viel gewonnen.“
Neben einer ausgewogenen Ernährung bleibt eine gute Mundhygiene die wichtigste Grundlage für gesunde Zähne. Kinder sollten ihre Zähne zweimal täglich gründlich mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta putzen und zweimal im Jahr zahnärztlich untersucht werden.
Es ist nicht der einzelne Schokoriegel, der zählt: Viel wichtiger ist, was Kinder jeden Tag essen und trinken – und wie häufig ihre Zähne dabei mit Zucker und Säuren in Kontakt kommen. Gerade zum Schulstart lohnt es sich, gute Routinen für Brotdose und Trinkflasche zu etablieren.
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