Mehr als 600 Teilnehmende in Köln – Kongress fand zum letzten Mal unter seinem alten Namen statt.
Köln, 28.02.2026 – Mehr als 600 Zahnärztinnen, Zahnärzte und ZFA haben an der renommierten Veranstaltung in Köln teilgenommen. Der Kongress fand zum letzten Mal unter seinem alten Namen statt, zukünftig heißt er Alfred Kantorowicz Kongress.
„Die Referentinnen und Referenten des heutigen Jahreskongresses der Zahnärztekammer Nordrhein haben unter anderem aufgezeigt, dass durch den Einsatz von KI die Behandlungszeit oft verringert werden kann, Krankheitsverläufe besser erforscht und auf allen Gebieten der Zahnmedizin und der Kieferchirurgie patientenspezifische Behandlungsansätze, so zum Beispiel in der rekonstruktiven und in der Tumorchirurgie verfolgt werden können“, fasst Gastgeber Dr. med. habil. Dr. med. dent. Georg Arentowicz, Mitglied des Vorstands der Zahnärztekammer Nordrhein und verantwortlich für die zahnärztliche Fortbildung, den erfolgreichen Karl-Häupl-Kongress zusammen, der am 28. Februar im Kölner Gürzenich mit mehr als 600 Teilnehmenden stattgefunden hat.
Neben Zahnärztinnen und Zahnärzten waren zahlreiche Zahnmedizinische Fachangestellte vor Ort. „Auch und gerade in Zeiten, wo wir uns mit Vorschlägen aus der Politik wie etwa der Ausgliederung der Zahnheilkunde aus der GKV konfrontiert sehen, bleibt kontinuierliche Fortbildung auch der Mitarbeitenden unserer Praxen die Basis für eine patientenorientierte und zukunftsfähige Ausübung der Zahnheilkunde“, sagt Dr. Jürgen Weller, Mitglied des Vorstands der Zahnärztekammer Nordrhein und verantwortlich für die Fortbildung von Zahnmedizinischen Fachangestellten.
Themen des Kongresses waren unter anderem die Transformation KI-unterstützter digitaler Workflows in die prothetische Rekonstruktion des Kauorganes (Referent Prof. Dr. Dr. Walter Lückerath) sowie die personalisierte prothetische Behandlung älterer Menschen, die Prof. Dr. Frauke Müller erläuterte. Prof. Dr. Dr. Torsten E. Reichert thematisierte dagegen das Potenzial der KI in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, insbesondere bei der Behandlung von Tumorpatienten. „Künstliche Intelligenz ist bereits in vielen Zahnarztpraxen fester Bestandteil innerhalb des täglichen Behandlungsspektrums. Beispielsweise kann künstliche Intelligenz dabei helfen, versteckte kariöse Läsionen nach Auswertung von Röntgenbildern effizient zu entdecken, um durch diese Diagnoseunterstützung der Zahnärztin und dem Zahnarzt direkt die Entscheidung zur Wahl einer indizierten Therapieoption zu ermöglichen“, berichtet Dr. med. habil. Dr. med. dent. Georg Arentowicz.
Darüber hinaus gab es auch ein Programm der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Nordrhein. Zudem stellten Aussteller aus der Dentalbranche beim Kongress ihre neuesten Produkte vor.
Kongress ab 2027 unter neuem Namen
Der Kongress fand dieses Jahr zum letzten Mal unter dem Namen Karl-Häupl-Kongress statt, in Zukunft wird er Alfred Kantorowicz Kongress heißen. Hintergrund ist die Umbenennung des Fortbildungsinstituts der Zahnärztekammer Nordrhein zum 1. Januar dieses Jahres. Das ehemalige Karl-Häupl-Institut heißt seitdem Kantorowicz Fortbildungsinstitut.
Die Entscheidung zur Umbenennung hat der Vorstand der Zahnärztekammer Nordrhein getroffen, nachdem eine politische Nähe Häupls zum NS-Regime durch mehrere wissenschaftliche Gutachten bekannt geworden war.
Dr. Ralf Hausweiler, Präsident der Zahnärztekammer Nordrhein und Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, thematisierte die Umbenennung in seiner Rede zu Beginn des diesjährigen Kongresses: „Karl Häupl ist ein Beispiel dafür, wie tief Teile unseres Berufsstandes mit dem NS-Regime verstrickt waren. Wir können dieses Unrecht nicht ungeschehen machen, aber wir können die Erinnerung daran präsent halten und vor allem die Verantwortung übernehmen, dass sich diese Verbrechen in Deutschland nicht wiederholen.“
Der neue Namensgeber, Alfred Kantorowicz, gilt als Pionier der Prophylaxe an Schulen und erarbeitete sich als Professor in Bonn in den 1920ern Jahren internationale wissenschaftliche Anerkennung, sodass er der ideale Namensgeber für das traditionsreiche Institut sowie den jährlich stattfindenden Kongress ist. „In zahlreichen Studien beschäftigte sich Prof. Kantorowicz unter anderem mit dem Aufbau der Zahngewebe und Bakteriologie in der Mundhöhle. Ebenso waren Untersuchungen und Fragestellungen in der Histologie und Pathologie Schwerpunkt seiner Arbeit und auch seine Veröffentlichungen zur Kariologie fanden weite Anerkennung“, begründet Dr. med. habil. Dr. med. dent. Georg Arentowicz die Wahl des neuen Namensgebers. Dr. Jürgen Weller ergänzt: „Kongress und Fortbildungsinstitut der Zahnärztekammer Nordrhein haben einen neuen Namen bekommen. Was bleibt, ist die gewohnt hohe Qualität unseres Fortbildungsangebotes, die sich dann auch in dem anhaltenden Interesse an unserem Angebot widerspiegelt.“
Der erste Alfred Kantorowicz Kongress in Köln ist für den 27.02.2027 terminiert. Zuvor findet am 21. November bereits der erste Alfred Kantorowicz Kongress online mit dem Thema „Zahnersatz für alle Lebenslagen“ statt. Für diesen können sich Interessierte auf der Webseite des Kantorowicz Fortbildungsinstituts bereits unter kfi-direkt.de anmelden.
Kontakt:
Daniel Schrader, Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 02131 / 53119-210, E-Mail: presse@zaek-nr.de
Über die Zahnärztekammer Nordrhein:
Die Zahnärztekammer Nordrhein ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und die Vertretung der über 12.000 Zahnärztinnen und Zahnärzte in den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf.
Die Zahnärztekammer Nordrhein agiert als berufsständische Aufsicht und vertritt zudem allgemein die beruflichen Belange aller Zahnärztinnen und Zahnärzte (Assistentinnen und Assistenten, Angestellte, Selbstständige, Rentnerinnen und Rentner) in ihrem Zuständigkeitsgebiet. Zudem ist die Zahnärztekammer Ansprechpartnerin für Patientenfragen und -beschwerden.
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