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Wissenswertes rund um Ihre Mundgesundheit
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Patientenberatung und -beschwerden

Der Patient steht für die Zahnärztinnen und Zahnärzte in Nordrhein im Mittelpunkt! Wenn Sie Fragen zu einer zahnärztlichen Behandlung haben, geben wir fachliche und objektive Antworten. Wir informieren zu verschiedenen Behandlungsmethoden und vermitteln auch bei Konflikten zwischen dem Patienten und dem Zahnarzt.
Artikel

Patienten informieren sich heute viel stärker als früher über ihre Gesundheit. Auch wir helfen dabei. Pro Jahr können wir so bei mehr als 10.000 Anfragen von Patientinnen und Patienten eine Lösung finden.

Resultieren aus einem zahnärztlichen Behandlungsverhältnis Streitigkeiten, können sich Patienten mit ihren Anfragen und Beschwerden an die Zahnärztekammer Nordrhein wenden. Das Gutachterwesen, das Schlichtungswesen und auch die Beurteilung zahnärztlicher Behandlungsfehler gehören zu den gesetzlichen Aufgaben der Zahnärztekammer Nordrhein nach § 6 Heilberufsgesetz NRW. Bei Streitigkeiten, die zwischen Zahnärzten und Patienten entstanden sind, wird die Zahnärztekammer Nordrhein vermittelnd und somit schlichtend tätig.

Eine dringende Empfehlung: Vor Einlegung einer Beschwerde kann es helfen, ein offenes Gespräch mit dem/r behandelnden Zahnarzt/Zahnärztin zu suchen, da so oftmals viele Unklarheiten unmittelbar geklärt werden können.

Treffen Sie bitte für weitere Informationen nachfolgend eine Auswahl:

Bei sonstigen Streitigkeiten aus dem Behandlungsverhältnis insbesondere über das Verhalten eines/r Zahnarztes/Zahnärztin oder Kommunikationsproblemen können Sie sich schriftlich, per E-Mail oder telefonisch an die Zahnärztekammer Nordrhein wenden.

 

Zahnärztekammer Nordrhein

Rechtsabteilung

Emanuel-Leutze-Straße 8

40547 Düsseldorf

0211 / 44704-206

0211 / 44704-402

E-Mail schreiben

Wenn Sie einen zahnärztlichen Sachverständigen benötigen, kann Ihnen die Zahnärztekammer Nordrhein einen solchen benennen. Hierzu wird ein Verzeichnis von zahnärztlichen Gutachtern für dem Kammerbereich Nordrhein geführt. Die Auswahl der Gutachter erfolgt durch den Vorstand auf der Grundlage der von den jeweiligen Zahnärzten nachgewiesenen Qualifikation. Die Beantwortung entsprechender Anfragen erfolgt durch das Referat Gutachterwesen.

 

Zahnärztekammer Nordrhein

Gutachterwesen

Emanuel-Leutze-Straße 8

40547 Düsseldorf

0211 / 44704-207

0211 / 44704-406

E-Mail schreiben

Wenn Sie einen zahnärztlichen Behandlungsfehler vermuten, kann eine objektive Beurteilung der streitgegenständlichen zahnärztlichen Behandlung durch die Zahnärztekammer Nordrhein erfolgen, um den Beteiligten eine gütliche Einigung zu ermöglichen. Das Verfahren wird somit als besonderes Verfahren der Streitschlichtung durchgeführt.

 

Bitte beachten Sie jedoch, dass sich die Prüfung nur auf zahnärztliche Behandlungsfehler erstreckt und eine Bewertung von etwaigen Aufklärungsfehlern und weiteren Haftungsvoraussetzungen durch die Zahnärztekammer Nordrhein nicht durchgeführt werden kann. Ebenso wenig erfolgt eine Entscheidung über etwaige Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche; dies ist dem gerichtlichen Verfahren vorbehalten.

 

Weiter ist keine Überprüfung möglich, wenn bereits ein Gerichtsverfahren oder ein staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren anhängig ist oder auch, wenn bereits eine gerichtliche Entscheidung vorliegt. Sollte zudem bereits ein Gutachten vorliegen, regen wir zur Herbeiführung einer gütlichen Einigung an, sich unmittelbar mit dem/der behandelnden Zahnarzt/Zahnärztin in Verbindung setzen und etwaige Lösungsmöglichkeiten erörtern.  

 

Bitte prüfen Sie zudem vorab, ob in Ihrem Fall ggfs. die in der gesetzlichen Krankenversicherung bestehenden, eigenständigen Gutachterverfahren zur Überprüfung vermuteter Mängel bei prothetischen Leistungen zuständig sind. Sie können dies mit Ihrer Krankenkasse klären.

 

Bitte richten Sie Ihre Eingabe wegen eines vermuteten zahnärztlichen Behandlungsfehlers per Post oder E-Mail an:

 

Zahnärztekammer Nordrhein

Rechtsabteilung

Emanuel-Leutze-Straße 8

40547 Düsseldorf

0211 / 44704-206

0211 / 44704-402

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Beschwerden und Anfragen von Patienten zum Notfalldienst werden von dem Referat Zahnärztlicher Notfalldienst in der Zahnärztekammer Nordrhein bearbeitet. Sie können sich schriftlich, per E-Mail oder telefonisch wenden an:

 

Zahnärztekammer Nordrhein

Zahnärztlicher Notdienst

Emanuel-Leutze-Straße 8

40547 Düsseldorf

0211 / 44704-215

0211 / 44704-406

E-Mail schreiben

Bei allen Fragen rund um Ihre Zähne, Ihre Behandlung oder deren Abrechnung können Sie sich kostenlos telefonisch oder auch per E-Mail oder Brief an die Patientenberatungsstelle der Zahnärztekammer Nordrhein wenden.

Zahnärztekammer Nordrhein
- Patientenberatungsstelle -
Postfach 10 55 15
40046 Düsseldorf
E-Mail: informationen-fuer-patienten(at)zaek-nr.de 

Für Patienten wurde eigens eine Telefon-Hotline eingerichtet. Diese erreichen Sie mittwochs in der Zeit von 14.00 bis 17.00 Uhr unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 / 52 60 500. Dort beantworten Zahnärzte Ihre Fragen rund um die zahnärztliche Behandlung.

Bei Fragen zu Ihren gesetzlichen Patientenrechten - insbesondere zum Patientenrechtegesetz - können Sie sich schriftlich, per E-Mail oder telefonisch an die Rechtsabteilung der Zahnärztekammer Nordrhein wenden.

 

Zahnärztekammer Nordrhein

Rechtsabteilung

Emanuel-Leutze-Straße 8

40547 Düsseldorf

0211 / 44704-206

0211 / 44704-402

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Bitte beachten Sie, dass die Zahnärztekammer Nordrhein bei der Durchsetzung oder bei der Abwehr von Forderungen nicht behilflich sein kann. Hierzu wäre anwaltlicher Rat in Anspruch zu nehmen.

Beschwerden und Anfragen von Patienten zu zahnärztlichen Honorarforderungen sowie zum zahnärztlichen Gebührenrecht werden von dem Referat Gebührenrecht in der Zahnärztekammer Nordrhein bearbeitet. Ihr Anliegen können Sie dort schriftlich, per E-Mail oder telefonisch vorbringen. Eine pauschale Überprüfung von Honorarforderungen ist durch die Zahnärztekammer Nordrhein jedoch nicht möglich.

 

Zahnärztekammer Nordrhein

Gebührenrecht

Emanuel-Leutze-Straße 8

40547 Düsseldorf

0211 / 44704-207

0211 / 44704-406

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Infoblatt zum Datenschutz für Externe (z.B. Patienten)

Information gemäß den Artikeln 13 und 14 DSGVO (Verarbeitung Ihrer Daten bei der Zahnärztekammer Nordrhein)
 

Behandlungen und Kosten
Service

Patientinnen und Patienten in NRW stehen im Patientenwegweiser des Patientenbeauftragten für Nordrhein-Westfalen unterschiedliche Informations-, Beratungs- und Selbsthilfeangebote zur Verfügung.

Das umfangreiche Adressverzeichnis soll dazu beitragen, die Suche nach geeigneten Ansprechpartnerinnen und -partnern zu vereinfachen.

Für Patienten wurde eigens eine Telefon-Hotline eingerichtet. Diese erreichen Sie mittwochs in der Zeit von 14.00 bis 17.00 Uhr unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 / 52 60 500. Dort beantworten Zahnärzte Ihre Fragen rund um die zahnärztliche Behandlung.

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Referat Gebührenrecht der Zahnärztekammer Nordrhein

Emanuel-Leutze-Str. 8
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Gutachterwesen

Referat Gutachterwesen der Zahnärztekammer Nordrhein

Emanuel-Leutze-Str. 8
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0211 / 44704-406
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Patientenberatungsstelle

Patientenberatungsstelle der Zahnärztekammer Nordrhein

Telefon-Hotline für Patienten mittwochs von 14.00 bis 17.00 Uhr

Postfach 10 55 15
40046 Düsseldorf
0800 / 52 60 500 (Mi 14-17 Uhr)
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Rechtsabteilung

Rechtsabteilung der Zahnärztekammer Nordrhein

Emanuel-Leutze-Str. 8
40547 Düsseldorf
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Zahnärztlicher Notdienst

Referat Zahnärztlicher Notdienst der Zahnärztekammer Nordrhein

Emanuel-Leutze-Str. 8
40547 Düsseldorf
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Patienteninformationen

Gesund im Mund – bei Handicap und Pflegebedarf

Es gibt Bevölkerungsgruppen, die am Fortschritt der Zahnmedizin und an der umfassenden Präventionsarbeit zu wenig partizipieren.
Artikel

Der Gesundheitszustand von Mund und Zähnen bei Menschen mit Unterstützungsbedarf ist deutlich schlechter als in der Allgemeinbevölkerung. Vor allem Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung sind davon betroffen. Noch viel zu häufig sind ein Pflegegrad oder ein körperliches „Handicap“ in Deutschland gleichbedeutend mit einer schlechten Mundgesundheit.

„Werden Patienten, die vormals einen recht guten Mundgesundheitsstatus hatten, pflegebedürftig, gibt es einen regelrechten Einbruch der Mundgesundheit“, so Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK). „Auch sind etliche Regelungen der ambulanten Betreuung nicht auf die spezifischen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung ausgerichtet.“

Seit Juli 2018 hat sich die zahnmedizinische Versorgung verbessert, denn die gesetzlichen Krankenkassen bieten für Anspruchsberechtigte endlich lange geforderte Präventions- und Therapieleistungen an. Dies ist ein großer Fortschritt, reicht aber noch nicht aus. Vor allem bei Menschen mit Behinderung sind spezifische Leistungen und Sonderregelungen zum Erreichen einer gleichwertigen Zahn- und Mundgesundheit notwendig, um dem Präventionsmanagement nach §22a zu folgen.

Quelle: Bundeszahnärztekammer

Der Ratgeber „Handbuch der Mundhygiene“ bietet zahlreiche Informationen und Tipps zur Zahn-, Mund und Zahnersatzpflege bei Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf. Der Ratgeber in Kalenderform mit vielen Abbildungen wendet sich an Pflegepersonal und unterstützende Personen. Das Handbuch erklärt Pflegeablauf, Pflegeprozess und Mundhygieneritual.

Für Pflegekräfte und pflegende Angehörige

Pflegebedürftige alte Menschen haben heute deutlich mehr eigene Zähne als frühere Jahrgänge. Hier steht die Zahnmedizin vor neuen Herausforderungen. Das Handbuch für Mundhygiene ist mit seiner Praxisnähe ein wichtiges und einfaches Instrument, um den Mundgesundheitszustand dieser Patientengruppe sowohl zu Hause wie auch in Pflegeeinrichtungen zu verbessern. Mit vielen Bildern werden die wichtigsten Aspekte der zahnmedizinischen „vor Ort-Pflege“ erklärt.

Pflegefachkräfte können ebenso wie pflegende Angehörige mithilfe dieses Ratgebers ihr Wissen auf den neuesten Stand bringen. Pflegefachkräfte können das praktische Handbuch für Mundhygiene dank seiner unkomplizierten Darstellung auch zur Beratung von Angehörigen nutzen.

Das im Jahr 2001 erstellte, sehr erfolgreiche, aber fachlich inzwischen veraltete „Handbuch der Mundhygiene“, der sogenannte Pflegekalender, wurde inhaltlich überarbeitet und neu aufgelegt. Sowohl die behinderten- als auch die alterszahnheilkundlichen Aspekte sind berücksichtigt und spiegeln den aktuellen Wissensstand wider.

Neuauflage digital oder als Kalender

Der Pflegekalender wird erstmals gemeinsam von Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Deutscher Gesellschaft für Alterszahnmedizin (DGAZ) und Arbeitsgemeinschaft für Menschen mit Behinderung oder speziellem medizinischen Behandlungsbedarf (AG ZMB) der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde e.V. (DGZMK) herausgegeben. Das „Handbuch der Mundhygiene. Zahn-, Mund- und Zahnersatzpflege für Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf - Ein Ratgeber für Pflegepersonal und unterstützende Personen“ liegt nun in der aktualisierten Fassung vor.

Für alte Menschen, pflegebedürftige Menschen und Menschen mit Behinderung ist die zahnmedizinische Versorgung besonders anspruchsvoll. Die präventive Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde ist sehr wichtig. Aufgrund des demografischen Wandels in unserer Gesellschaft ist der Bedarf an zahnmedizinischer Versorgung in diesem Bereich sehr groß.

Die zuständigen Ausschüsse Zahnärztliche Betreuung von Menschen mit Behinderung sowie Alterszahnheilkunde der Bundeszahnärztekammer haben den Pflegekalender inhaltlich überarbeitet, um den kontinuierlichen zahnärztlichen Informations- und Schulungsbedarf für pflegende Angehörige und Pflegekräfte sicher zu stellen. Durch das Pflegeneuausrichtungsgesetz (PNG) ergaben sich 2013 Neuregelungen zur zahnärztlichen Versorgung von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderung. 

Mit dem neu überarbeiteten Handbuch der Mundhygiene reagiert die Zahnärzteschaft auf die gesetzliche Neuregelung, aber vor allem auf den stetig steigenden Pflegebedarf zu Hause und im Alten- und Pflegeheim.

Die Publikation unterstützt gemeinsam mit den AuB-Pflegefilmen oder dem ZQP-Ratgeber für pflegende Angehörige den zahnärztlichen Informations- und Schulungsbedarf für Pflegefachkräfte und pflegende Angehörige.

Das Handbuch der Mundhygiene kann über die Zahnärztekammer Nordrhein bestellt werden.


Ansprechpartnerin:

Frau Dr. Hoffschulte
0211-44704-323
hoffschulte[at]zaek-nr.de

Eine PDF-Version ist im Reiter "Dokumente" eingestellt.

Die Patienteninformationen der Zahnärztekammer Nordrhein im Internet sind auch in leichter Sprache verfügbar. Sie sind jederzeit über das blaue "Easy-to-read"-Symbol auf der rechten Bildschirmseite zu erreichen und bieten umfassende Informationen rund um die Mundgesundheit für Menschen mit Lernschwierigkeiten an.

„Patienten mit einer Leseschwäche, einer geistigen Behinderung oder mit geringen Deutschkenntnissen haben häufig Schwierigkeiten, Texte mit medizinischen Informationen gut zu verstehen“, erläutert Ralf Hausweiler, Vizepräsident und Pressereferent der Zahnärztekammer Nordrhein. „Dies führt wiederum zu mangelndem Wissen über die richtige Mundhygiene oder die Bedeutung von Vorsorgeuntersuchungen.“ Als Folge gehören Menschen mit Lernschwierigkeiten fast doppelt so häufig zu einer der Risikogruppen für Karies oder Zahnbetterkrankungen.

Leichte Sprache zeichnet sich durch eine besonders klare Ausdrucksweise aus: Kurze Sätze, wenige Fremdwörter und optische Trennung von langen Wörtern sorgen für eine gute Verständlichkeit. Die Informationen der Zahnärztekammer wurden professionell übersetzt und von Testlesern vor der Veröffentlichung geprüft. Dadurch tragen sie das Prüfsiegel des europäischen Verbandes „Inclusion Europe“.

Neben Informationen über die Patientenberatungsstelle der Zahnärztekammer und die Notdienst- und Zahnarztsuche gibt es verschiedene Patienteninformationen, darunter Hinweise zum richtigen Verhalten bei einem Zahnunfall, zum schädlichen Einfluss von Zigaretten auf die Mundgesundheit oder Tipps gegen die Angst vor dem Zahnarzt.

Zahnputzanleitungen in leichter Sprache

Die Zahnärztekammer Nordrhein bietet Patienten und Einrichtungen auch den Download von Zahnputzanleitungen in leichter Sprache an. Die Anleitungen wurden von Special Olympics Deutschland im Rahmen des Gesundheitsprogramms "Healthy Athletes" entwickelt und uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Die Anleitungen in  Deutsch, Arabisch, Englisch, Französisch und Spanisch sind im Reiter "Dokumente" eingestellt.

In den kommenden Jahrzehnten wird sich die Altersstruktur der deutschen Gesamtbevölkerung wesentlich verändern. Bis 2020 werden 35% der Bürger über 60 Jahre alt sein. 2008 waren es noch 25%.

In einer Gesellschaft, in der die Menschen immer älter werden, wird auch die Mund-, Zahn- und Prothesenpflege im Alter immer wichtiger.

Eine gute Zahn- und Mundgesundheit bedeutet ein großes Plus für die Lebensqualität - in jedem Lebensalter. Gesunde eigene Zähne, gesundes Zahnfleisch und gut funktionierender Zahnersatz sorgen für genussvolles Essen und Trinken, vitales Wohlbefinden und eine aktive Teilnahme am Leben. Dank der modernen Zahnmedizin alles längst keine Frage des Alters mehr!

Was aber ist, wenn der es dem älter gewordenem Mensch nicht mehr selbst gelingt, eine "normale" Mundpflege zu betreiben? Falls der Pflegebedürftige in einer Einrichtung lebt, kümmern sich professionelle Kräfte um den Bewohner. Aber wenn er zuhause lebt, ist der geistig und/oder körperlich eingeschränkte Senior auf die Hilfe seiner - dafür meist nicht ausgebildeten - Familie angewiesen.

Praktische Helfer erleichtern die Mundhygiene

  • Häufig helfen schon die Lesebrille und mehr Licht im Badezimmer, um die Mundhygiene deutlich zu verbessern. Spezielle Seniorenzahnbürsten mit dickerem Handgriff ermöglichen eine sichere Handhabung.
  • Auch eine elektrische Zahnbürste kann sehr hilfreich sein. Sie muss nur noch von Zahn zu Zahn geführt werden und sorgt für eine gleichmäßige, gründliche und schonende Reinigung.
  • Bei der Reinigung von engen Zahnzwischenräumen helfen Zahnpflegehilfsmittel für Zahnseide, die die Zahnseide für eine leichtere Handhabung auffädeln.
  • Bei größeren Zahnzwischenräumen können Zwischenraumbürstchen eingesetzt werden. Die Zunge kann mit einem speziellen Zungenreiniger oder einer weichen Zahnbürste von Belag befreit werden.

Festsitzender Zahnersatz

Kronen bauen einen noch fest verwurzelten, aber stark geschädigten Zahn wieder auf. Brücken schließen eine Zahnlücke. Festsitzender Zahnersatz wird wie die eigenen Zähne gepflegt.

Herausnehmbarer Zahnersatz

Wenn so viele Zähne ersetzt werden müssen, dass eine festsitzende Brücke für eine Versorgung nicht mehr ausreicht, kommen Teilprothesen zum Einsatz (Klammer-, Geschiebe-, Teleskopprothesen). Wenn ein Patient keine eigenen Zähne mehr zur Verankerung von Kronen, Brücken oder Teilprothesen hat, benötigt er eine Vollprothese.

Auch herausnehmbarer Zahnersatz ist leicht zu pflegen:

  • Die Zahnprothese nach jeder Mahlzeit herausnehmen und reinigen.
  • Am besten erfolgt die Reinigung im Waschbecken über einer weichen Unterlage, damit sie nicht beschädigt wird, wenn sie aus Versehen herunterfällt. Alternativ dazu kann das Waschbecken mit Wasser gefüllt werden.
  • Für die Reinigung der Prothese eine weiche Zahnbürste oder eine spezielle Prothesenbürste verwenden.
  • Normale Zahnpasta eignet sich nicht für die Prothesenpflege, da sie auf Dauer die Oberfläche anrauen kann. Daher besser ein spezielles mildes Reinigungsmittel verwenden, das man in der Drogerie oder Apotheke kaufen kann.
  • Nach der Reinigung die Prothese gründlich mit Wasser abspülen.

Bei Druckstellen oder anderen größeren Problemen sollte aber auf jeden Fall ein Zahnmediziner kontaktiert werden. Heutzutage gibt es viele Zahnärztinnen und Zahnärzte, die in Pflegeeinrichtungen behandeln oder Hausbesuche machen.

Dr. med. dent. Erling Burk

 

Videotipps und weitere Informationen

Videos mit Tipps und Hinweisen zur Zahnpflege von Älteren, Pflegebedürftigen oder Menschen mit Behinderung haben die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) in ihrem You Tube-Kanal eingestellt: https://www.youtube.com/channel/UCwmGBPNN7xOxFbtrnzN86aw

Weiterführende Informationen:

  • Die Zahnärztekammer Nordrhein gibt unter der Telefonnummer 0211-44704-216 Auskunft, welche Zahnärztinnen und Zahnärzte ihrem Zuständigkeitsbereich Hausbesuche durchführen und welche Praxen barrierefrei sind.
  • Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) hat auf ihrer Webseite das Faltblatt "Vorsorge ist unser Anliegen - Zahnärztliche Betreuung zu Hause für Ältere, Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung" eingestellt: Download
  • Die Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZV) Nordrhein bietet den Zahntipp "Zahngesundheit von Pflegebedürftigen" auf ihrer Webseite an: Download

 

Kinder lieben Süßes, für Berufstätige muss es im Alltag schnell gehen, und Ältere haben häufig Probleme mit der Mundgesundheit. Wie sich diese drei Personengruppen dennoch zahnfreundlich ernähren können, erfahren Sie hier:

Tipps für Kinder:

  • Süßes zu den Hauptmahlzeit ist erlaubt, wenn dafür süße Zwischenmahlzeiten wegfallen.
  • Auch gibt es zahnfreundliche Süßigkeiten (Zahnmännchen mit dem Schirm) als Alternative.
  • Auf Softdrinks, verdünnte Säfte, gesüßte Tees zwischen den Hauptmahlzeiten und zwischendurch verzichten. Das beste Getränk für die Zähne ist immer noch Wasser.
  • Keine süßen oder säurehaltige Getränke in Nuckelflaschen zum Durstlöschen oder Dauergebrauch geben: Nuckelflaschen­karies droht!
  • Vorsicht bei Produkten, die speziell für Kinder beworben wer­den! Sie enthalten häufig deutlich mehr Zucker als herkömmliche Produkte.
  • Für gesunde Zähne und stabile Knochen ist eine kalziumreiche Ernährung mit Milch und Milchprodukten sowie kauaktive Nahrung mit rohem Obst und Gemüse wichtig.

Tipps für Berufstätige:

  • Auch in stressigen Zeiten am Arbeitsplatz gilt: Zwischenmahl­zeiten mit Obst und Gemüse vermeiden Leistungstiefs und Hunger auf zuckerhaltige Lebens­mittel.
  • Essen Sie nicht nebenbei. Wer sich bewusst Zeit zum Essen nimmt, behält den Überblick und greift nicht so schnell zu Fast Food oder Süßem.
  • Mitgebrachtes kann eine gute Alternative zur Imbissbude um die Ecke sein. Einfach beim Kochen zu Hause eine Portion für die Arbeit abfüllen oder für später einfrieren.
  • Belegte Brote (z.B. Käse) schmecken mit Salatblatt, Gurkenscheibe oder Gemüse nicht nur besser, sondern liefern auch zahngesundes Kalzium und Vitamine.
  • Zuckerfreie Kaugummis nach den Mahlzeiten regen den Speichelfluss an und stärken damit Reinigung und Abwehr in der Mundhöhle

Tipps für Senioren:

  • Da das Durstempfinden im Alter abnimmt, sollten ältere Men­schen bewusst eine Tages-Trinkmenge von mindestens 2 l festlegen. So kann Mundtrockenheit vorgebeugt und genügend Speichel produziert werden. Dieser unterstützt die Reinigung der Zähne, neutralisiert zahnschädi­gende Säuren und hilft, Mineralverluste im Zahnschmelz auszugleichen.
  • Getränke (vorzugsweise Wasser) sicht­bar, trinkbereit und ungekühlt hinstellen.
  • Zuckerfreies Kaugummi kauen. Die Kautätigkeit verstärkt den Speichelfluss.
  • Regelmäßig Obst, Gemüse und andere Lebensmittel mit ei­nem hohen Wasseranteil essen.
  • Da sich im Alter das Zahnfleisch zurückbildet, sind die Zahn­hälse verstärkt dem Angriff von Kariesbakterien ausgesetzt. Sie haben keinen schützenden Zahnschmelz. Daher sollte Zucker insbesondere als Zwischenmahlzeit möglichst gemieden werden.
  • Auch wenn das Kauen manchmal Probleme bereitet, sollten äl­tere Menschen nicht ausschließlich zu weichen Speisen greifen. Besonders empfehlenswert gerade auch für Ältere ist der re­gelmäßige Verzehr von Milch- und Vollkornprodukten, fri­schem Obst und Gemüse.
FAQ's
Dokumente
Handbuch der Mundhygiene

Pflegekalender für Pflegepersonal und unterstützende Personen (BZÄK, DGAZ, AG ZMB, DGZMK); Stand: 2017

Zahnputzanleitung in leichter Sprache

Deutsch, (c) Special Olympics Deutschland

Zahnputzanleitung in leichter Sprache (Arab.)

Arabisch, (c) Special Olympics Deutschland

Zahnputzanleitung in leichter Sprache (Engl.)

Englisch, (c) Special Olympics Deutschland

Zahnputzanleitung in leichter Sprache (Frz.)

Französisch, (c) Special Olympics Deutschland

Zahnputzanleitung in leichter Sprache (Span.)

Spanisch, (c) Special Olympics Deutschland

Behandlungen und Kosten
Service

Der Ratgeber „Handbuch der Mundhygiene“ bietet zahlreiche Informationen und Tipps zur Zahn-, Mund und Zahnersatzpflege bei Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf. Der Ratgeber in Kalenderform mit vielen Abbildungen wendet sich an Pflegepersonal und unterstützende Personen. Das Handbuch erklärt Pflegeablauf, Pflegeprozess und Mundhygieneritual.

Das Handbuch der Mundhygiene kann über die Zahnärztekammer Nordrhein bestellt werden.


Ansprechpartnerin:

Frau Dr. Hoffschulte
0211-44704-323
hoffschulte[at]zaek-nr.de

Eine PDF-Version ist im Reiter "Dokumente" eingestellt.

Die Zahnärztekammer Nordrhein gibt unter der Telefonnummer 0211-44704-216 Auskunft, welche Zahnärztinnen und Zahnärzte ihrem Zuständigkeitsbereich Hausbesuche durchführen und welche Praxen barrierefrei sind.

Patienten mit einer Leseschwäche, einer geistigen Behinderung oder mit geringen Deutschkenntnissen haben häufig Schwierigkeiten, Texte mit medizinischen Informationen gut zu verstehen. Die Zahnärztekammer Nordrhein bietet daher auch Patienteninformationen in leichter Sprache an. Sie sind jederzeit über das blaue "Easy-to-read"-Symbol auf der rechten Bildschirmseite zu erreichen.

Die Zahnärztekammer Nordrhein bietet Patienten und Einrichtungen auch den Download von Zahnputzanleitungen in leichter Sprache an. Die Anleitungen wurden von Special Olympics Deutschland im Rahmen des Gesundheitsprogramms "Healthy Athletes" entwickelt und uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Die Anleitungen in Deutsch, Arabisch, Englisch, Französisch und Spanisch sind im Reiter "Dokumente" eingestellt.

Patientinnen und Patienten in NRW stehen im Patientenwegweiser des Patientenbeauftragten für Nordrhein-Westfalen unterschiedliche Informations-, Beratungs- und Selbsthilfeangebote zur Verfügung.

Das umfangreiche Adressverzeichnis soll dazu beitragen, die Suche nach geeigneten Ansprechpartnerinnen und -partnern zu vereinfachen.

Für Patienten wurde eigens eine Telefon-Hotline eingerichtet. Diese erreichen Sie mittwochs in der Zeit von 14.00 bis 17.00 Uhr unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 / 52 60 500. Dort beantworten Zahnärzte Ihre Fragen rund um die zahnärztliche Behandlung.

Videos mit Tipps und Hinweisen zur Zahnpflege von Älteren, Pflegebedürftigen oder Menschen mit Behinderung haben die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) in ihrem You Tube-Kanal eingestellt: https://www.youtube.com/channel/UCwmGBPNN7xOxFbtrnzN86aw

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) hat auf ihrer Webseite das Faltblatt "Vorsorge ist unser Anliegen - Zahnärztliche Betreuung zu Hause für Ältere, Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung" eingestellt: Download

Die Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZV) Nordrhein bietet den Zahntipp "Zahngesundheit von Pflegebedürftigen" auf ihrer Webseite an: Download

Kontakt
Patientenberatungsstelle

Patientenberatungsstelle der Zahnärztekammer Nordrhein

Telefon-Hotline für Patienten mittwochs von 14.00 bis 17.00 Uhr

Postfach 10 55 15
40046 Düsseldorf
0800 / 52 60 500 (Mi 14-17 Uhr)
E-Mail schreiben
Hilfe im Notfall

Zahnärztlicher Notdienst

Wenn außerhalb der Praxisöffnungszeiten dringende zahnmedizinische Hilfe vonnöten ist, dann hilft der zahnärztliche Notdienst. Über eine Telefonansage oder im Internet können Patienten die nächstgelegene notdiensthabende Zahnarztpraxis finden.
Artikel

Die zentrale Rufnummer für den Notdienst der nordrheinischen Zahnärzte lautet:

                                                        01805 / 98 67 00

Bitte beachten Sie, dass die notdiensthabenden Praxen, vor allem während der Abend- und Nachtstunden, nicht durchgängig personell besetzt sind. Nehmen Sie daher immer zunächst telefonisch mit dem jeweiligen zahnärztlichen Notdiensthabenden unter der angesagten Rufnummer Kontakt auf (14 Cent/Min aus dem deutschen Festnetz).

Um eine notdiensthabende Praxis in Ihrer Nähe zu finden, können Sie auch die Online-Notdienstsuche der Zahnärztekammer Nordrhein nutzen.

 

Neu: Der zahnärztliche Notdienst kann in Nordrhein auch per App gefunden werden!

DEMedic ist eine App für Patienten, die über den aktuellen zahnärztlichen Notdienst sowie den Apothekennotdienst informiert. Patienten erhalten mit einem Klick Echtzeitinformationen über den jeweiligen Notdienst als Liste oder in einer Kartenansicht.

Darüber hinaus berechnet die App die kürzeste Route zum Notdienst leistenden Zahnarzt oder zur Notdienst-Apotheke und weist dem Patienten durch eine integrierte Navigation den Weg per PKW oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

DEMedic wurde von Accentive Heidelberg aus Bruchsal (Baden) in Zusammenarbeit mit der Zahnärztekammer Nordrhein und der Apothekerkammer Nordrhein entwickelt.

 

 

FAQ's
Dokumente
Behandlungen und Kosten
Service

Die Zahnärztekammer Nordrhein und die KZV Nordrhein sind bemüht, Ihnen bei der Notdienstsuche den bestmöglichen Service zu bieten. 

Haben Sie ein technisches Problem bei der Notdienstsuche? Dann können Sie uns dies unter notdienst(at)zaek-nr.de mitteilen. Bitte geben Sie dabei an, um welche Fehlfunktion es sich handelt (Internetsuche oder telefonische Auskunft). Damit wir das Problem so schnell wie möglich lösen können, benötigen wir außerdem möglichst viele der folgenden Informationen:

  • Datum und Zeitpunkt der Suchanfrage
  • Ort oder Postleitzahl, nach der Sie gesucht haben
  • Betriebssystem des Computers und verwendeter Browser (Name(n) und Versionsangabe(n))
  • bei Telefon: von welchem Apparat aus wurde telefoniert (Festnetz/Vorwahl bzw. Handy/Netz oder Telefonzelle/Ort)?

Die App DEMedic informiert über den aktuellen zahnärztlichen Notdienst sowie den Apothekennotdienst. Patienten erhalten mit einem Klick Echtzeitinformationen über den jeweiligen Notdienst als Liste oder in einer Kartenansicht.

Darüber hinaus berechnet die App die kürzeste Route zum Notdienst leistenden Zahnarzt oder zur Notdienst-Apotheke und weist dem Patienten durch eine integrierte Navigation den Weg per PKW oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

DEMedic wurde von Accentive Heidelberg aus Bruchsal (Baden) in Zusammenarbeit mit der Zahnärztekammer Nordrhein und der Apothekerkammer Nordrhein entwickelt.

DEMedic für iOS

DEMedic für Android

Die Online-Notdienstsuche der ZÄK Nordrhein finden Sie unter:

https://www.zahnaerztekammernordrhein.de/#notdienst

Bitte beachten Sie, dass die notdiensthabenden Praxen, vor allem während der Abend- und Nachtstunden, nicht durchgängig personell besetzt sind. Nehmen Sie daher immer zunächst telefonisch mit dem jeweiligen zahnärztlichen Notdiensthabenden unter der angesagten Rufnummer Kontakt auf (14 Cent/Min aus dem deutschen Festnetz).

Der Aufkleber mit dem QR-Code zum zahnärztlichen Notdienst in Nordrhein ist für Patienten mit Smartphone gedacht, die bei akuten Notfällen vor einer verschlossenen Praxis stehen, weil ihnen Informationen zu den Öffnungszeiten oder den notdiensthabenden Praxen fehlen.

Die Patienten können den am Praxisschild, Fenster oder der Eingangstür angebrachten QR-Code mit dem Smartphone abscannen. Sie werden bei einer bestehenden Verbindung mit dem mobilen Internet dann sofort zur Notdienstsuche auf der Webseite der Zahnärztekammer Nordrhein weitergeleitet. Diese Notdienstsuche ist für mobile Browser optimiert.

Mitglieder der ZÄK Nordrhein können den transparenten Aufkleber mit dem QR-Code zum zahnärztlichen Notdienst kostenfrei bestellen. Schicken Sie dazu einfach eine E-Mail inklusive Praxisadresse an homepage@zaek-nr.de.

 

Die zentrale Rufnummer für den Notdienst der nordrheinischen Zahnärzte lautet:

                                                        01805 / 98 67 00

Bitte beachten Sie, dass die notdiensthabenden Praxen, vor allem während der Abend- und Nachtstunden, nicht durchgängig personell besetzt sind. Nehmen Sie daher immer zunächst telefonisch mit dem jeweiligen zahnärztlichen Notdiensthabenden unter der angesagten Rufnummer Kontakt auf (14 Cent/Min aus dem deutschen Festnetz).

Kontakt
Zahnärztlicher Notdienst

Zentrale Rufnummer für den Notdienst der nordrheinischen Zahnärzte (14 Cent/Min aus dem deutschen Festnetz)

01805 / 98 67 00
E-Mail schreiben
Patienteninformationen

Karies & Parodontitis

Karies und Parodontitis gelten als die "Volkskrankheiten" im Mundraum. Beinahe jeder kennt die "Zahnfäule" Karies aus eigener Erfahrung und viele Erwachsene leiden unter Parodontitis, der endzündlichen Erkrankung des Zahnhalteapparats.
Artikel

Die Ursachen für Karies sind bekannt: Durch schlechte Zahnpflege und falsche Ernährungsgewohnheiten bilden sich am unteren Zahnrand entlang des Zahnfleisches Beläge aus Mundschleimhautzellen und Speiseresten, sogenannte Plaques. In ihnen nisten sich verschiedene Bakterien ein und verdauen den Zucker aus der Nahrung zu Säure, die den Zahn entkalkt und langsam auflöst. Es kommt zum fauligen Verfall der unter dem Belag liegenden Zahnsubstanz und damit zu einem kariösen Defekt. Solche Kariesherde muss schließlich der Zahnarzt beseitigen und die Löcher schließen. Aus der Plaque entsteht im Laufe der Zeit durch Anreicherung mit Kalksalzen Zahnstein, in dem ebenfalls säureproduzierende und damit zahnschädigende Bakterien sitzen. In Deutschland sind etwa 98 Prozent der Bevölkerung betroffen. Doch Karies ist nicht angeboren, sondern kann mit ein paar Regeln deutlich eingedämmt werden.

Parodontitis ist eine entzündliche Erkrankung des zahnumgebenden Gewebes (Zahnhalteapparat). Etwa 40 Prozent
aller Erwachsenen jenseits der 35 Jahre weisen eine beginnende Parodontitis (Zahnbettentzündung) auf. Knapp zehn Prozent der erwachsenen Bevölkerung besitzen eine schwere Parodontitis an mindestens einem Zahn. Ab dem Alter von 50 Jahren ist die Parodontitis der häufigste Verursacher von Zahnverlust. Die Krankheit kann individuell sehr unterschiedlich verlaufen. Sie ist jedoch selten mit Schmerzen verbunden und schreitet meist nur langsam fort.

Schätzungsweise jeder 13. Bürger in Deutschland leidet an der Zuckerkrankheit, dem Diabetes mellitus. In Europa ist Deutschland damit das Land mit der höchsten Erkrankungsrate.

Wird der Diabetes nicht erfolgreich behandelt, steigt das Risiko, einen Herzinfarkt, Schlaganfall, Nerven- oder Nierenfunktionsausfälle zu bekommen, deutlich an. Auch die Erblindung gehört zu den gefürchteten Komplikationen. Deshalb ist es ganz entscheidend, den Diabetes mellitus rechtzeitig zu entdecken und ihn konsequent zu behandeln, auch durch die Zahnärzte und Zahnärztinnen.

„Süßes Blut“ erfordert eine intensive Prophylaxe zur Erhaltung der Mundgesundheit und eine frühzeitige Therapie möglicher oraler Erkrankungen. Dabei ist es wichtig, dass man als Diabetiker regelmäßig zur zahnärztlichen Kontrolluntersuchung geht.

Was müssen Sie als Diabetiker für Ihre Mundgesundheit tun?

  1. Ihr Zahnarzt/Zahnärztin muss über Ihre Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ I / Typ II) informiert sein!

  2. Sie müssen unbedingt alle Ihre Medikamente in Ihrer Zahnarztpraxis angeben! Medikamente können Nebenwirkungen und Wechselwirkungen haben, die bei jeder Behandlung (auch Prophylaxe-Behandlung) beachtet werden müssen.

  3. Aktualisieren Sie die Anamnese-Angaben (Gesundheitsfragebogen) regelmäßig. Geben Sie auch Ihre aktuellen HbA1c-Werte („Blutzucker-Gedächtnis-Wert“) an.

  4. Kommen Sie regelmäßig zu den Recall- und Kontroll-Terminen. Ihre Allgemeingesundheit hängt eng mit der Mundgesundheit zusammen. Insbesondere beeinflussen sich Diabetes mellitus und Parodontitis gegenseitig negativ. Ohne einen gesunden Mund werden Sie Ihre Zuckererkrankung nicht unter Kontrolle haben.

  5. Besprechen Sie Ihre Diabetes-Diät-Vorgaben mit dem Prophylaxe-Team. Hier finden sich teilweise gegensätzliche Empfehlungen. Z.B. sind einige Zucker-Ersatzstoffe auch kariogen (kariesfördernd). Gemeinsam werden Sie Lösungen finden, mit denen Sie sowohl Ihrer Diät als auch der Mundgesundheit gerecht werden.

  6. Durch kariogene Lebensmittel, die zur Prävention der Unterzuckerung oftmals zwischendurch nötig werden, haben Sie ein erhöhtes Kariesrisiko. Mit guter Mundpflege Ihrerseits und engmaschigen Kontrollen durch den Zahnarzt/Zahnärztin können Sie diese „drohenden“ Zahn-Defekte verhindern.

  7. Die Parodontitis vermindert die Insulin-Wirkung. Als zuckerkranker Patient haben Sie ein um Faktor 3 erhöhtes Risiko, eine Parodontitis zu bekommen, die sich zudem schneller verschlechtert und schwerer zu therapieren ist. Machen Sie sich der Notwendigkeit der Prophylaxe und einer rechtzeitigen Therapie immer bewusst!

  8. Eine Parodontitis kann die Diabetes-Behandlung mit Insulin oder anderen Medikamenten erschweren und muss unbedingt therapiert werden. Eine erfolgreiche Therapie kann mit einer HbA1c- Wert-Verbesserung bis zu 10% „belohnt“ werden!

  9. Sehr selten „profitieren“ die Blutzucker-Werte nicht von einer Parodontitis-Behandlung. Daher soll immer parallel zu dieser Therapie eine engmaschige Laborkontrolle (HbA1c-Wert) beim Hausarzt durchgeführt werden. Die Zusammenarbeit von Hausarzt und Zahnarzt/Zahnärztin ist notwendig.

  10. Beachten Sie bei der Terminabsprache Ihren gewohnten Ess- und Medikamenten-Zeitplan. Versuchen Sie die Termine so kurz wie möglich zu halten und akzeptieren Sie es dafür, öfters zu kommen.

  11. Sollten Sie sich während einer Behandlung unwohl fühlen, sprechen Sie Ihre Zahnärztin/Ihren Zahnarzt oder das Praxisteam sofort an. Messen Sie Ihren Blutzucker oder lassen Sie sich ihn messen. Oft sind Zucker-Entgleisungen für Ihr Unwohlsein verantwortlich.

  12. Vermeiden Sie unbedingt eine Hypoglykämie (Unterzuckerung). Scheuen Sie sich nicht sofort - auch beim Zahnarzt - Traubenzucker einzunehmen, wenn Ihr Blutzuckerwert zu tief ist.

  13. Kontrollieren Sie regelmäßig die Angaben der Telefonnummern Ihrer Partner, Verwandten oder Bekannten, die im Notfall zu befragen und informieren sind.

Gemeinsam mit Ihrem Zahnarzt, dem Praxisteam und den behandelnden Hausärzten werden Sie Ihre Mundgesundheit und Ihren Diabetes mellitus optimal in den Griff bekommen!

Dr.med.CatherineKempf

Die Zahngesundheit in Deutschland hat sich in den vergangenen 30 Jahren enorm verbessert. Diese positive Entwicklung betrifft insbesondere Kinder im Grundschulalter, Jugendliche und junge Erwachsene. So kann alleine von 1997 bis heute bei Kindern ein Rückgang der Karies um rund 60 Prozent beobachtet werden. Zwölfjährige haben mittlerweile in 70 Prozent absolut gesunde Zähne.

Eine Erfolgsstory also, die auf die intensive Prophylaxe in der Zahnarztpraxis, in Kindergärten und Schulen sowie auf den Einsatz von Fluoriden in Zahnpasten zurückgeführt werden kann.

Häufigste chronische Kindererkrankung

Was uns Zahnärztinnen und Zahnärzten nach wie vor große Sorgen bereitet, ist aber die weiterhin relativ starke Verbreitung der „frühkindlichen Karies“ an den Milchzähnen. In einigen Regionen Deutschlands ist jedes fünfte Kind davon betroffen. Das Problem ist so groß, dass man hierfür sogar einen eigenen Krankheitsbegriff geprägt hat: „Early Childhood Caries“ (ECC). In einem Fachbeitrag heißt es: „Gegenwärtig gilt die frühkindliche Karies als häufigste chronische Erkrankung (fünfmal häufiger als Asthma, siebenmal häufiger als Heuschnupfen) im Vorschulalter und dominiert mit zum Teil massiver Gebisszerstörung des Gesamtkariesaufkommen bei Kleinkindern.“ Diese spezielle Zahnkrankheit ist dadurch gekennzeichnet, dass sie an den oberen Schneide- und Eckzähnen im Milchgebiss beginnt und dann von dort auf alle anderen Zähne übergreifen kann. Erste Anzeichen sind Zahnbelag (Plaque, Biofilm), Zahnfleischentzündungen und kreidig-weiße Veränderungen am Zahnschmelz dieser Milchzähne („White Spot“) – mit geübtem Blick leicht zu erkennen, wenn man die Oberlippe des Kindes mit dem Finger anhebt.

Risiko Nuckelflasche

Auch die Ursachen der frühkindlichen Karies sind durchaus bekannt: Übermäßiger Gebrauch der Nuckelflasche (insbesondere nachts) mit zucker- und säurehaltigen Getränken bei unzureichender Zahnreinigung. Suchen die Eltern mit ihrem Kind dann noch zu spät einen Zahnarzt auf, sind verheerende und nicht mehr reparable Zahnschäden im gesamten Gebiss vorprogrammiert – inklusive heftiger Schmerzen, eitriger Entzündungen und negativen Folgen auch für die bleibenden Zähne.

Spezielle Ratschläge zur Zahnpflege bei Kleinkindern

Damit Sie mit Ihrem Kind bei diesem Thema auf der sicheren Seite sind und Ihnen ein erfolgreicher Start in ein zahngesundes Leben gelingt, haben die Spezialisten für Kinderzahnheilkunde und präventive Zahnmedizin der Universität Greifswald die folgenden praktischen Tipps zur Verhinderung von Zahnkrankheiten im Kleinkindalter entwickelt (Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Frau Dr. Anja Treuner und Herrn Prof. Dr. Christian H. Splieth / Universitätsklinikum Greifswald, Abteilung für Präventive Zahnmedizin und Kinderzahnheilkunde):

Elf einfache Tipps zur Babyzahnpflege – so bleiben die Zähne gesund

  • Sobald Ihr Kind ein Jahr ist, lassen Sie es aus einer Tasse oder einem Becher trinken. Meist wird noch gekleckert – geben Sie Wasser, das macht keine klebrigen Flecken. Eine Trinklerntasse brauchen die meisten Kinder nicht. Wenn doch, dann nur einen Monat lang – dann weg damit!
  • Verzichten Sie auf die Gabe von zuckerhaltigen Getränken (insbesondere gesüßte Tees, Instanttees, Obstsäfte oder verdünnte Fruchtsäfte) aus der Nuckelflasche. Die Säfte enthalten viel Fruchtzucker und –säure, auch wenn „ohne Zuckerzusatz“ auf der Verpackung steht und sind damit schlecht für die Zähne. Nehmen Sie stattdessen ungesüßten Tee oder Mineralwasser.
  • Überlassen Sie Ihrem Kind die Nuckelflasche nicht zur „Selbstbedienung“. Das Trinken sollte zum Durstlöschen erfolgen und nicht als Nuckelersatz. Geben Sie Ihrem Kind die Nuckelflasche nicht zum Dauergebrauch oder in der Nacht.
  • Schon der erste Milchzahn sollte gepflegt werden: Beginnen Sie mit einer kleinen, weichen Zahnbürste. Wichtig ist das elterliche Putzen. Abends bitte eine erbsengroße Menge Kinderzahnpasta mit Fluoriden auf die Bürste geben. Die Fluoridtabletten sind dann nicht nötig. Nach dem Zähneputzen gibt es dann auch nicht Süßes mehr zu trinken oder zu essen.
  • Schauen Sie beim Zähneputzen immer wieder die Zähne Ihres Kindes genauer an. Schieben Sie die Oberlippe nach oben. Sind die Schneidezähne sauber oder ist Belag zu sehen? Achten Sie darauf, dass Sie beim Zähneputzen alle Zähne und alle Zahnflächen reinigen. Setzen Sie die Zahnbürste leicht schräg zum Zahnfleischsaum an und rütteln dann auf der Stelle.
  • Putzen Sie die Zähne des Kindes im Schoß eines Elternteils oder auf dem Wickeltisch.
  • Ab dem zweiten Geburtstag sollten die Zähne des Kindes morgens und abends mit fluoridhaltiger Kinderzahnpasta gereinigt werden.
  • Verwenden Sie zum Kochen und Salzen Speisesalz mit der Aufschrift „Fluorid“, wenn in Ihrer Familie ein hohes Kariesrisiko vorliegt – fragen Sie Ihren Zahnarzt. Kleinkinder sollten nicht zu viele Fluoridpräparate zu sich nehmen – Ihr Zahnarzt berät Sie.
  • Vermeiden Sie viele Zwischenmahlzeiten. Insgesamt reichen vier bis fünf Mahlzeiten am Tag.
  • Zahnfreundliche Süßigkeiten sind ein wunderbarer Ersatz zu den „herkömmlichen“ und verursachen keine Karies.
  • Zahnärztliche Vorsorge fängt schon bei den ganz Kleinen an. Vereinbaren Sie den ersten Zahnarzttermin, wenn Ihr Kind sechs Monate alt ist (mit Durchbrechen des ersten Zahns).

Weitere interessante und auch wissenschaftlich gesicherte Hinweise finden Sie auch bei folgenden Internetadressen:

  • www.daj.de (Deutsche Arbeitsgemeinschaft zur Jugendzahnpflege)
  • www.dgzmk.de (Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Button „Wissenschaft und Forschung“ / Leitlinien)

Dr. med. dent. Dirk Erdmann

Rauchen, Übergewicht, falsche Ernährung und weitere Faktoren erhöhen das Risiko, eine Herz- und Kreislauferkrankung zu bekommen. Das sagt die Statistik. Auf den Einzelfall muss das nicht immer zutreffen. Dennoch wird der verantwortungsvolle Hausarzt seine Patienten vor solchen Gefahren warnen.

Bei Zahnkrankheiten wie Karies und Parodontitis ist es nicht anders. Zur besseren Abschätzung des individuellen Erkrankungsrisikos können bei der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung in der Zahnarztpraxis verschiedene Verfahren für die rechtzeitige Diagnose und die Krankheitsvorhersage (Prognose) zum Zug kommen:

  • Gründliche Untersuchung sämtlicher Zahnflächen mit starken Lichtquellen ggf. zusätzlich unter der Lupenbrille, dabei gilt den gefährdeten Zonen ein besonderes Augenmerk (siehe auch Patienteninformation "Weiße Flecken auf den Zähnen")
  • Darstellung und Bewertung erfahrungsgemäß kariesanfälliger Bereiche (Zahnzwischenräume) mit Durchleuchtung und mit speziellen Röntgentechniken
  • Sichtbarmachen von Zahnbelägen, beispielsweise durch Anfärben (siehe Abbildung)
  • Beurteilung der Mundhygienequalität an Hand von Messzahlen (Indizes)
  • Ermittlung der Fluorid- und Ernährungsanamnese

Eine zuverlässige Prognose hatte man sich anfangs auch von der sogenannten "Speicheldiagnostik" versprochen. Über die Bestimmung der Zahl von Kariesbakterien - hier insbesondere Streptokokkus mutans und Laktobazillen - im Mund und die produzierte Speichelmenge sowie dem Verhalten des Speichels gegenüber Säuren ("Pufferkapazität) wollte man Rückschlüsse auf die Häufigkeit einer zukünftigen Erkrankung ziehen.

Speicheltests alleine sind nicht aussagekräftig

Die zahnärztlichen Erwartungen an den neuen "Kariesrisikotest" wurden aber nur eingeschränkt erfüllt. Denn wissenschaftliche Untersuchungen zeigen folgendes: Speicheltests ohne Berücksichtigung weiterer Befunde (s.o.) sind unzuverlässig. Insbesondere sind bei einmalig durchgeführten Tests starke Schwankungen festzustellen. Zudem ist die Grenzziehung zwischen Normal- und Risikobereich der Messergebnisse nach wie vor ungeklärt.

Wiederholte Tests ermöglichen dem Zahnarzt aber eine bessere Einschätzung, welche individuellen Prophylaxeangebote für den jeweiligen Patienten sinnvoll sein können.

Weitere Informationen finden Sie beispielsweise auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK): www.dgzmk.de 

Dr. med. dent. Dirk Erdmann

Karies - die "Zahnfäule" - ist immer noch eine der verbreitetsten Zivilisationskrankheiten der westlichen Industrieländer. Früher war sie vornehmlich eine Erkrankung der Reichen, da Zucker ein teures Luxusgut war.

Man wusste noch nichts über die Entstehung und vermutete einen "Zahnwurm" als Ursache der gefürchteten Zahnschmerzen. Erst nach Gründung der ersten Rübenzuckerfabriken im Jahr 1800 wurde Karies in Europa allmählich zur Volkskrankheit.

Heute weiß man sehr genau, wie Karies entsteht. Aufklärung und weitere Vorsorgemaßnahmen bewirken, dass Neuerkrankungen seit einigen Jahren rückläufig sind, mit zunehmend großem Erfolg.

Das "Loch im Zahn"

Die "Zahnlöcher" entstehen durch häufigen Zuckerkonsum. Bakterien im Mund organisieren sich bei entsprechendem Nahrungsangebot zu fest auf den Zähnen haftenden Belägen. Sie errichten darauf ihren eigenen Lebensraum, den Biofilm. Bestimmte Mikroorganismen darin "verdauen" Zucker und scheiden nach einer gewissen Zeit Säuren aus.

Puffer im Speichel verhindern die sofortige Zahnzerstörung. Jedoch reicht die natürliche Abwehr bei unseren heutigen Nahrungsgewohnheiten nicht mehr aus: Die Säuren zerstören in immer stärker werdenden Attacken die Zahnhartsubstanz, Karies entsteht.

Zähne brauchen Zuckerpausen

Dabei ist es nicht wichtig, wie viel Zucker konsumiert wird, sondern wie häufig. Deswegen ist die Zwischenmahlzeit viel gefährlicher als der Nachtisch. Die meisten Zuckerimpulse werden durch unsere Trinkgewohnheiten verursacht. Säfte, Limonaden und Colagetränke mit circa 12% Zuckeranteilen sind auch in kleinen Schlückchen ausreichend für die allmähliche Zahnzerstörung.

Auch ganz wenig Zucker zwischendurch, wie etwa die Kaffeesüße oder das Lutschbonbon, geben der Bakterienwelt im Biofilm Energie, die schon in etwa einer halben Stunde zu einer Säureattacke führt. Deshalb sollte die Ernährung zwischen den Hauptmahlzeiten zahnfreundlich gestaltet werden.

Zahnhärtung durch Fluoride

Fluorid kann Karies reduzieren, das ist bekannt. Bis zum Jahr 1990 glaubte man, man könne die Zähne mit Hilfe von Fluoriden dauerhaft härten und sie dadurch schützen.

Heute ist bekannt, dass die erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen Säureangriffe vergänglich ist. Denn Zähne befinden sich in einem dauerhaften Gleichgewicht zwischen allmählicher Entkalkung und Zuführung von Mineralsalzen an der Zahnoberfläche. Wird das Gleichgewicht durch zu viele Säureangriffe gestört, überwiegt die Entkalkung. Steht im Speichel reparierendes Fluorid zur Verfügung, gewinnt die Oberfläche und sie kann stabiler werden. Dabei reicht im Allgemeinen Fluorid in Zahnpasten sowie die Zufuhr mit angereichertem Speisesalz.

Fluorid kann also nicht nur schützen, sondern Kleinstlöcher sogar reparieren. Deshalb nutzt der Zahnarzt die Wirkung des Fluorids auf dem Zahn als zusätzliche Maßnahme.

Der Lebensraum Biofilm

Oberflächliche Zahnzerstörungen begünstigen den bakteriellen Lebensraum. Tiefzerstörte Zähne sind dabei ein Tummelplatz für säurebildende Bakterien. Deshalb ist die wichtigste Vorsorgemaßnahme bei aktiver Karies die Behandlung der bestehenden Löcher.

Früh vorsorgen macht besonders Sinn: Denn die kariesbildenden Bakterien werden nicht mit in den Mund geboren. Man infiziert sich damit, per Berührkontakt. So werden meist schon im Kleinkindalter Keime der Eltern durch Küsschen, Löffelablecken etc. auf das Kind übertragen. Haben die Erziehenden viele Karieslöcher, ist die Gefährdung besonders groß. Man hat nachgewiesen, dass Kinder eine wesentlich bessere Chance haben, kariesfrei durchs Leben zu gehen, wenn sie erst spät mit kariesverursachenden Bakterien in Berührung kommen.

Vorsorge hilft

Vorbeugen kann man durch:

  • konsequente Zahnpflege ein Zahnleben lang, angefangen beim ersten Milchzahn
  • Reduzieren der kohlenhydrat- und insbesondere der zuckerhaltigen Nahrungsmittel und Getränke auf wenige Impulse am Tag (denn nicht die Menge, sondern die Häufigkeit der Zuckernahrung fördert Karies)
  • häusliche Zahnhärtungen mit fluoridierter Zahncreme und mit fluoridiertem Speisesalz
  • regelmäßige professionelle Zahnreinigungen mit anschließender Intensivfluoridierung, um den Lebensraum der Bakterien zu verringern
  • regelmäßige zahnärztliche Untersuchungen und frühzeitige Zahnbehandlungen, falls sie nötig werden

Dr. med. dent. Jürgen Zitzen

Schöne Zähne, weiße Zähne, glatte Zähne, gerade Zähne, gesunde Zähne – um all dies kümmert sich der Zahnarzt. Er ist als Zahn-Arzt Spezialist für alle Erkrankungen der Mundhöhle und weiß, welche Folgen kranke Zähne auf den ganzen Körper haben. Bleiben Karies und Parodontitis unbehandelt, können sich Bakterien durch die neue Eintrittspforte im Körper weiter ausbreiten.

Beispiel Karies

Bakterien zerstören die äußeren Zahnschichten und erreichen dann das durchblutete Zahnmark. Bleibt das Zahnloch unbehandelt, stirbt das Zahnmark ab und durch die Entzündung löst sich der Knochen an der Wurzelspitze auf. Später folgen eitrige Gesichtsschwellungen, die sich gefährlich bis in die Kieferhöhle oder die Halsregion ausdehnen können.

Beispiel Parodontitis

Bakterielle Beläge zerstören nicht nur die Zähne, sondern entzünden auch das Zahnfleisch. Ignoriert man dies, kann sich die noch kleine Wunde auf den Zahnhalteapparat mit Wurzelzement, Haltefasern und Knochen ausbreiten und wird somit zur Parodontitis. Addiert man bei einer ausgeprägten Parodontitis alle Wundflächen, summiert sich die Größe leicht auf die Fläche einer ausgewachsenen Männerhand. Das Wort „Entzündung“ sagt es schon: So wie aus einer kleinen Streichholzflamme ein großer Brand entstehen kann, löst ein kleiner Herd im Körper weitere Schäden aus, falls das Immunsystem - die körpereigene „Feuerwehr“ - nicht Schlimmeres verhindert. Deshalb steigt das Risiko für Herzkreislauferkrankungen (Arteriosklerose, Herzmuskelentzündungen und Infarkte) um das Dreifache, Atemwegserkrankungen können ausgelöst oder verschlimmert werden, ein bestehender Diabetes kann verstärkt werden und das Risiko einer Schwangeren, eine Frühgeburt zu erleiden, wächst auf das Siebenfache an.

Die Ursache für Mundgeruch liegt nur selten im Magen, sondern zu 90 Prozent im Mund- und Rachenraum. Meist sind Zahnfleischerkrankungen und schlechte Mundhygiene verantwortlich. Unzureichende Hygiene und schlechter Sitz von herausnehmbarem Zahnersatz begünstigen Pilzerkrankungen.

Zähne sind Teamspieler

Zähne spielen nur im Team zusammen. Jeder Zahn hat seine Aufgabe und sogar jede Neigung und Wölbung auf den Kauflächen hat von der Natur ihre eigens zugewiesene Funktion. Man stelle sich ein Zahnrad vor, bei dem eine Zacke fehlt. Eine Fehlverzahnung entsteht zum Beispiel durch Fehlstellungen, Zahnverlust oder übergroße Füllungen und führt am Ende zu Überlastungen der Kaumuskeln und des Kiefergelenks. Erste Anzeichen sind Verhärtungen der Kaumuskulatur. Unbehandelt macht sich später das Gelenk oft durch Knackgeräusche bemerkbar. Auch Kopfschmerzen, besonders in der Schläfenregion, sind typische Symptome. Wegen der engen Nachbarschaft zum Ohr kann das kranke Gelenk sogar Ohrenschmerzen vortäuschen oder unangenehme dauerhafte Nebengeräusche (Tinnitus) herbeiführen. Man nimmt an, dass heute ca. jede vierte Tinnituserkrankung durch Kiefergelenkprobleme ausgelöst wird.

Können die Zähne ihre Hauptfunktion, die Nahrungsaufnahme, nicht mehr zufriedenstellend ausführen, ändern sich die Ernährungsgewohnheiten entsprechend und es folgen Magen- und Darmprobleme mit Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit. Eine weitere wichtige Aufgabe der Zähne ist die Kommunikation, denn die Zähne sind für Aussprache mit verantwortlich und beeinflussen maßgeblich das äußere Erscheinungsbild.

Zahnarzt erkennt auch Allgemeinerkrankungen

Viele Allgemeinerkrankungen sieht der Zahnarzt als erster. Z. B. Leukämie und Aids erkennt der Zahnarzt frühzeitig an den Mundschleimhäuten. Auch Vorstufen von bösartigen Mundschleimhauterkrankungen kann der Zahnarzt rechtzeitig diagnostizieren und somit Leben retten.

Zähne sind wertvolle Körperteile. Regelmäßige Untersuchungen und frühzeitige Behandlungen sind ein wesentlicher Bestandteil der allgemeinen Gesundheitsvorsorge.

 Dr. med. dent. Jürgen Zitzen

Die Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparates und entsteht meist erst nach dem 30. Lebensjahr. Unbehandelt führt sie dann später oft zum Zahnverlust. Das tatsächliche Geschehen ist ein komplizierter, krankhafter Vorgang und lässt sich vereinfacht so beschreiben:

Der Speichel wird mit Bakterien besiedelt, sobald er die Speicheldrüsen verlässt. 60 Millionen Bakterien pro Milliliter Speichel sind normal. Gesundes Zahnfleisch bildet eine dichte Manschette, so dass diese Bakterien nicht direkt in die Blutbahn gelangen können. Bilden sich feste Beläge auf den Zähnen, besonders am Zahnfleischrand, so setzen sich einige dieser Mundbakterien in diesen Belägen fest. Und hier beginnt der Körper, sich zu wehren: Das Immunsystem wird aktiviert, das Zahnfleisch schwillt leicht an, blutet etwas bei Berührung, und die Farbe wechselt von blassrosa zu rot. Dies ist noch keine Parodontitis, sondern eine noch relativ harmlose Zahnfleischentzündung (Gingivitis). Der bakterielle Angriff auf den Körper wird durch das Immunsystem in Schach gehalten, es besteht also noch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angriff und Abwehr.

Die Behandlung ist in diesem Stadium relativ einfach: Werden die fest in den Belägen organisierten Bakterien durch zahnärztliche Betreuung entfernt (professionelle Zahnreinigung) und verhindert der Patient durch gezielte Pflege die Neubesiedelung, ist der alte Zustand wieder erreicht: Die Schwellung geht zurück, es blutet nicht mehr, und die Farbe ist wieder die Alte. Es ist auch kein Knochen verloren gegangen, denn der wurde erst gar nicht betroffen.

Erst wenn das Gleichgewicht zwischen Angriff und Abwehr dauerhaft gestört ist, entsteht die Parodontitis. Will heißen: Die Immunabwehr reicht nicht mehr aus, weil entweder zu viele oder zu aggressive Bakterien in den Belägen sind, oder das Immunsystem ist wegen einer zeitweisen oder dauerhaften Überforderung des Körpers geschwächt. Dann reicht die Abwehr nicht mehr aus, die Bakterien können den Zahnhalteapparat mit dem umliegenden Knochen ungebremst besiedeln. Ab dann befindet sich der Körper im „Alarmzustand“, um den Schaden zu begrenzen. So wie man mit einem kleinen Streichholz letztlich einen Waldbrand entfachen kann, falls das Feuer nicht rechtzeitig zu löschen ist, versucht der Körper, die Entzündung zu „löschen“. Kleine „Opfer“ nimmt er dabei in Kauf. Der infizierte Knochen wird dauerhaft abgestoßen und in seine Grundbestandteile zerlegt. Übrig gebliebene Kristalle bilden sich auf den jetzt freiliegenden Zahnhälsen zu hartnäckig klebenden Konkrementen, auf denen weitere Bakterien einen idealen Lebensraum finden. Die Zähne werden allmählich „länger“ und es entsteht eine dauerhafte Wunde, solange die Ursache der Entzündung nicht beseitigt ist.

Behandlung

Eine Behandlung ist nun dringend erforderlich. Früher haben Zahnärzte die taschenförmigen Wunden einfach weggeschnitten. Heute ist das Ziel der Behandlung weniger eingreifend, weil die Forschung die Ursachen der Erkrankung weitestgehend erkannt hat. Bleibt man dabei, sich die Tasche als Wunde vorzustellen, ist es naheliegend, die Parodontitisbehandlung ähnlich wie eine Wundreinigung zu organisieren. Niemand käme auf die Idee, eine großflächige Wunde mit einer Drahtbürste zu reinigen. So auch bei der Parodontitis: Die Zahnfleischtasche wird mehrfach sanft gereinigt – immer so wenig, dass die Wunde langsam kleiner werden kann und nicht zu fest, damit die Wunde nicht aufreißt. Mehrmalige Professionelle Zahnreinigungen in Folge sollen den Schaden eindämmen.

Danach misst der Zahnarzt die Taschentiefen und beurteilt den bisherigen Erfolg. Manchmal ist keine weitergehende Behandlung nötig, manchmal doch. Die typische Parodontitisbehandlung setzt heute erst danach ein: Unter Betäubung werden verbleibende Konkremente entfernt, die freiliegende Wurzeloberfläche wird geglättet, eventuell werden oberflächlich gelegene Entzündungen ausgeschält. Operative Maßnahmen, falls sie überhaupt noch nötig sind, finden erst zu einem späteren Zeitpunkt statt. Dabei können auch Knochenersatzmaterialien oder spezielle Proteine, die teilweise neuen Wurzelzement bilden können, verwendet werden.

Nachsorge

Ein Parodontitispatient benötigt ein Leben lang regelmäßige Nachsorge. Denn die neu entstandene Zahnfleischoberfläche bleibt anfällig für Neuerkrankungen. Professionelle Zahnreinigungen sind in kürzeren Abständen erforderlich als bei Patienten, die lediglich eine oberflächliche Zahnfleischentzündung entwickelt hatten.

Wenige Patienten entwickeln eine Parodontitis schon sehr früh, einige schon im jugendlichen Alter. Meist sind seltenere aggressive Bakterien dafür verantwortlich, manchmal auch ein generell geschwächtes Immunsystem. Auch genetische Faktoren spielen eine Rolle.

Schwangerschaft und Allgemeinerkrankungen

In der Schwangerschaft ist die Parodontitis häufiger anzutreffen. Der Grund ist das reduzierte Immunsystem, das deshalb nicht auf Hochtour läuft, um das ungeborene Leben nicht zu schädigen. Nun reicht eine relativ kleine Bakterienzahl aus, um Parodontitis entstehen zu lassen. Der Zahnarzt kann aber nur die bakterielle Seite des Gleichgewichtes Immunangriff/-abwehr beeinflussen. Deshalb sind professionelle Zahnreinigungen in der Schwangerschaft häufiger notwendig, um so das Gleichgewicht wieder herzustellen. Ähnlich bei Diabetes und Rauchern: Die kleinen Blutverästelungen am Zahnfleischsaum sind geschädigt und nur wenige weiße Blutkörperchen können an den Ort des Geschehens gelangen. Das Immunsystem kann deshalb nur teilweise Wirkung zeigen.

Warum kann Parodontitis Allgemeinerkrankungen verursachen?

Addiert man bei einer ausgeprägten Parodontitis alle Wundflächen, erhält man manchmal die Größe einer ganzen Handfläche. Deswegen verdreifacht sich das Herzkreislauferkrankungsrisiko (Arteriosklerose, Herzmuskelentzündungen und Infarkte), eine Diabeteserkrankung kann entgleisen, Atemwegserkrankungen können ausgelöst oder verschlimmert werden und das Risiko einer Schwangeren, eine Frühgeburt zu erleiden, versiebenfacht sich.

 Dr. med. dent. Jürgen Zitzen

Eine Zahnbetterkrankung (Parodontitis) hat auch Auswirkungen auf Allgemeinerkrankungen. Diese Auswirkungen sind wissenschaftlich nachgewiesen. Dies gilt für einen Zusammenhang bei Frühgeburten, eine Infektionen der Atemwege, die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) sowie der Koronaren Herzkrankheit (KHK) und den Schlaganfall.

Die Parodontitis, Zahnbetterkrankung, zählt zu den häufigsten Erkrankungen weltweit. Sie ist gekennzeichnet durch eine lokalisiert oder generalisiert auftretende Entzündung im Zahnfach. Ein Abbau des Kieferknochens verläuft parallel. Die Zähne werden locker, es können sich kleine Abszesse am Zahnfleisch bilden.

 

Wie hoch wird das Risiko beschrieben?

Arteriosklerose ist die häufigste Erkrankung der Blutgefäße. Bei einem Befall der Herzkranzarterien spricht man von einer Koronaren Herzkrankheit (KHK). Beim Befall der Hirnarterien steigt das Risiko des Schlaganfalls. Es kommt in diesen Fällen zu einer Gefäßwandverhärtung mit Elastizitätsverlust sowie zu einer Verengung des Gefäßdurchmessers. Dabei erhöht sich das Risiko einer Erkrankung im Vergleich zu einem Gesunden um das folgende Verhältnis:

  • Bei Paradontitis 1,25-fach
  • Bei schwerer Parodontitis 1,5-fach
  • Bei Patienten unter 50 Jahren mit Paradontitis 1,72-fach
  • In Bezug auf den Tod des Patienten 1,9-fach
  • In Bezug auf das Gesamtrisiko beim Schlaganfall 2,8-fach

Wie werden die Zusammenhänge gesehen?

Beim Zähneputzen oder Kauen gelangen Keime in den Körperkreislauf. Als Infektionskrankheit ist die entzündliche Veränderung im Zahnhalteapparat, im Parodont, eng mit verschiedenen Bakterienarten verbunden. Molekularbiologisch wurde die Ausbreitung der Keime in die Blutbahn mehrfach nachgewiesen. Bei etwa 35 bis 40 Prozent der Patienten mit Parodontitis und KHK findet man entsprechende Keime in arteriosklerotischen Plaques, also Belagen in den Blutgefäßen. Die entzündungsunterstützenden Substanzen spielen vermutlich eine wesentliche Rolle. Ihre Freisetzung im Rahmen einer akuten Parodontitis kann in den Gefäßen das Erststadium einer Gefäßwandverletzung bewirken. Von einigen Bakterien (zum Beispiel Streptococcus sanguis) ist bekannt, das sie eine Verklumpung der Blutplättchen auslösen können.

Kann ich als Patient das Risiko einer Herzerkrankung oder eines Schlaganfalls auch von zahnmedizinischer Seite verhindern?

Eine Verbesserung der Mundhygiene ist dabei unumgänglich. Man sollte seinen Zahnarzt über allgemeinmedizinischer Vorbelastung informieren. Mit besonderen Untersuchungen lässt sich die Diagnose Parodontitis sicher diagnostizieren. Eine Parodontitis kann aber behandelt werden. Zur Vorbehandlung zählt je nach Diagnose zum Beispiel auch eine professionelle Zahnreinigung. Die systematische Parodontalbehandlung gehört in weiten Teilen zur Leistung der Gesetzlichen Krankenkasse. Ein engmaschiges Recall ist unumgänglich. Eine Zusammenarbeit mit dem betreuenden Hausarzt oder Kardiologen sollte angestrebt werden.

Dr. med. Peter Minderjahn

„White spot“ (weißer Fleck) klingt harmlos, sieht auf den ersten Blick auch ungefährlich aus, ist es aber nicht. Zahnärzte verstehen darunter kreidig-weiße Veränderungen im Zahnschmelz, die das Frühstadium einer Karies signalisieren.

Die Oberfläche des Zahnschmelzes sieht normalerweise genauso glänzend aus wie Porzellan, an solchen vorgeschädigten Stellen ist sie aber stumpf und fühlt sich auch rau an. Dies sind säurebedingte Entkalkungszonen. Der Schmelz, der zu 96 Prozent aus anorganischen Substanzen besteht und als härteste Substanz des ganzen Körpers gilt, ist nicht mehr intakt. Mineralien sind herausgelöst und Fachleute sprechen deshalb von einer „Tiefenentkalkung“.

Die für diese Schäden verantwortliche Säure produzieren die Kariesbakterien im Zahnbelag (früher: „Plaque“, heute: „Biofilm“), der sich bei unzureichender Zahnhygiene oder falscher Zahnputztechnik in bestimmten Zonen des Zahnes ansammelt. Kommt noch ein über den Tag verteilter, häufiger Zuckerkonsum hinzu, entwickelt sich in diesem Bakterienrasen ein explosives Gemisch. Häufig betroffen ist die Region am Übergang zum Zahnfleisch, am sogenannten „Zahnhals“. Der Zahnschmelz bildet gerade in diesem besonders gefährdeten Bereich nur eine ganz dünne Schutzschicht von weniger als 1 mm.

Heilung möglich

Der White spot ist also die erste Stufe einer beginnenden Karies, übrigens auch bei den Milchzähnen. Wird diese Schädigung rechtzeitig erkannt, ist in dieser Phase noch eine vollkommene Heilung möglich. Nach gründlicher und nachhaltiger Entfernung sämtlicher Zahnbeläge können die im Speichel vorhandenen Mineralien den Defekt reparieren. Die zusätzliche Anwendung von Fluorid – am besten gezielt vom Zahnarzt aufgetragen – fördert und beschleunigt diesen Heilungsprozess. Der tägliche Zuckerkonsum sollte zudem eingeschränkt werden, um Bakterien gar nicht erst Nahrung zu bieten.

Vorbeugen sinnvoll und denkbar einfach

Der Faktor Zeit spielt also eine entscheidende Rolle. Es gilt, die beginnende Zerstörung des Zahnschmelzes möglichst früh zu erkennen, die Ursachen zu beseitigen und eine Behandlung (absolut schmerzfrei und ohne „Bohren“) durchzuführen. Deshalb gilt nach wie vor die zahnärztliche Empfehlung: Mindestens zweimal pro Jahr routinemäßig zur Zahnvorsorgeuntersuchung gehen! Zahnärzte und speziell ausgebildete Prophylaxemitarbeiterinnen kennen die Gefahrenzonen, erkennen White spots – z.B. bei Durchführung einer professionellen Zahnreinigung – und handeln sofort, um das Fortschreiten der Karies zu unterbinden. Sind die Bakterien erst einmal so tief in den Zahnschmelz eingedrungen, dass ein regelrechter Defekt entstanden ist, gibt es keinen Weg zurück: Der Zahn muss gefüllt werden, um ihn zu erhalten. Das kann man sich bei Beachtung der o.g. Empfehlungen auf jeden Fall ersparen.

Dr. med. dent. Dirk Erdmann

FAQ's
Dokumente
Patientenbroschüre Diabetes
Informationen für Diabetiker und Tipps für den Zahnarztbesuch
Behandlungen und Kosten
Service

Frühkindliche Karies, oder auch Nuckelflaschenkaries, ist ein zunehmendes Problem. Zu viele Kleinkinder haben bereits stark zerstörte Zähne. Die Bundeszahnärztekammer hat daher gemeinsam mit dem Deutschen Hebammenverband einen textfreien Comic zur Zahnpflege und Mundgesundheit bei Kleinkindern herausgegeben. Der Comic richtet sich an alle jungen Eltern. Durch den sparsamen Gebrauch von Worten wird er auch von denen verstanden, die nicht gut oder gerne lesen.

Seit dem 1. Juli 2018 gilt die EU-Quecksilberverordnung. Danach darf Dentalamalgam nicht mehr für zahnärztliche Behandlungen von Milchzähnen, von Kindern unter 15 Jahren und von schwangeren oder stillenden Patientinnen verwendet werden. Für die Behandlung der genannten Patientinnen und Patienten muss regelmäßig ein alternatives plastisches Füllungsmaterial gewählt werden, das dauerhaft haltbar und erprobt ist und dem Stand der Wissenschaft entspricht.

Die Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) hat zu dem Thema einen Katalog mit wichtigen Fragen und Antworten erarbeitet, um Patientinnen und Patienten über die neuen Vorgaben, Ausnahmen von diesen Vorgaben und Behandlungsmöglichkeiten bei Zahnfüllungen zu informieren. Die Auflistung gibt unter anderem Auskunft darüber, welche Alternativen zu Dentalamalgam in der Füllungstherapie verfügbar sind und welche Leistungen gesetzliche Krankenkassen übernehmen.

Der Frage- und Antwortkatalog kann auf der Website der KZBV unter www.kzbv.de/eu-quecksilberverordnung abgerufen werden. Auch die aktualisierte KZBV-Patienteninformation „Zahnfüllungen – Was Sie als Patient wissen sollten“ ist dort zum kostenlosen Download verfügbar oder kann als gedruckte Broschüre bestellt werden.

Patientinnen und Patienten in NRW stehen im Patientenwegweiser des Patientenbeauftragten für Nordrhein-Westfalen unterschiedliche Informations-, Beratungs- und Selbsthilfeangebote zur Verfügung.

Das umfangreiche Adressverzeichnis soll dazu beitragen, die Suche nach geeigneten Ansprechpartnerinnen und -partnern zu vereinfachen.

Die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie e. V. (DG PARO) hat zusammen mit der Universität Greifswald einen Selbsttest entwickelt und validiert, mit dem Sie Ihr eigenes Risiko für das Vorliegen einer Parodontitis einfach einschätzen können.

Zum Test

Für Patienten wurde eigens eine Telefon-Hotline eingerichtet. Diese erreichen Sie mittwochs in der Zeit von 14.00 bis 17.00 Uhr unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 / 52 60 500. Dort beantworten Zahnärzte Ihre Fragen rund um die zahnärztliche Behandlung.

Das Bilderbuch „Zahnbande“ begeistert schon seit Herbst 2016 Kinder und Erwachsene. Jetzt kommen Abenteuer, Spiele und spannende Infos über gesunde Zähne mit allen Mitgliedern der Zahnbande auch ins Internet. Auf „zahnbande.de“ präsentiert die Initiative proDente für 5- bis 12-Jährige kleine Geschichten, Filme, Spiele, Animationen und Ausmalbilder.

Natürlich geht es um Zähne und was die Beißerchen so alles leisten. Also Essen, Trinken und beim Sprechen helfen. Auch Zähneputzen und der Besuch beim Zahnarzt dürfen nicht fehlen. Doch wichtiger als Belehrungen sind Geschichten und Figuren, die Kinder und deren Phantasie ansprechen. Auch ein Menüpunkt mit Spielen, Geschichten und Ausmalbildern darf nicht fehlen. Und wie herrlich schrill ein Bohrer klingt hören die Kids auch.

www.zahnbande.de

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Patientenberatungsstelle der Zahnärztekammer Nordrhein

Telefon-Hotline für Patienten mittwochs von 14.00 bis 17.00 Uhr

Postfach 10 55 15
40046 Düsseldorf
0800 / 52 60 500 (Mi 14-17 Uhr)
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Mundhygiene & Zahnpflege

Die richtige Mundhygiene ist das A und O für jeden Patienten! Denn wer seine Zähne vernachlässigt, riskiert nicht nur Verfärbungen, sondern auch Erkrankungen wie Karies oder Zahnfleischentzündungen (Gingivitis), die schwere Folgen haben können.
Artikel

Die Grundregel lautet hierbei: Mindestens zweimal täglich die Zähne putzen! Darüber hinaus kann man seinen Zähnen mit einer regelmäßigen Reinigung der Zahnzwischenräume viel Gutes tun. Dabei helfen zum Beispiel Zahnseide oder Interdentalbürsten.

Zu einer individuellen Prophylaxe gehört dabei aber auch immer der Besuch beim Zahnarzt und eine Beratung durch den Zahnarzt oder sein Prophylaxeteam. Nur so erfährt der Patient, welche Pflege für seine Zähne und sein Zahnfleisch am besten geeignet ist und bekommt die richtige Technik von einem Prophylaxe-Profi gezeigt.

„Elektrische Zahnbürsten sind nur etwas für Menschen mit eingeschränkter Feinmotorik und für Kinder “ – so etwa lautete noch die Empfehlung der Zahnärzte bis vor etwa zwanzig Jahren. Heute ist diese Aussage nicht mehr haltbar – das will aber nicht heißen, dass „elektrisch“ immer besser ist als die gute alte Handzahnbürste.

Für die Handzahnbürsten gibt es verschiedene Techniken, hauptsächlich die KAI-Technik für Kinder und die Fones- und die Basstechnik für Erwachsene.

Kinder lernen die KAI-Technik im Kindergarten und werden in der ab dem sechsten Lebensjahr beginnenden Individualprophylaxe beim Zahnarzt langsam von kreisförmigen Bewegungen (Fones) auf rüttelnde Bewegungen im 45 Grad-Winkel (Bass) umgestellt.

Die Bass-Technik gilt als „Goldstandard“, ist aber sehr schwer zu erlernen. Es bedarf viel Übung unter Anleitung. Für diese Technik sind Zahnbürstenköpfe mit geradem Borstenfeld optimal, V- förmig angeordnete Borstenfelder eher ungeeignet.

Heute gibt es so viele unterschiedliche Bürstenformen, so dass es auch keine einheitliche Empfehlung zur Kaufentscheidung mehr geben kann. Bei der Auswahl sind die Anzahl der verbliebenen Zähne, die Form eventueller prothetischer Versorgung und ganz besonders die individuelle Zahnlänge zu berücksichtigen. Auch der persönlich geübte Zahnbürstenansatzdruck ist mit bei der Wahl der Bürste mit zu bedenken.

Drehen oder Vibrieren?

Elektrische Zahnbürsten kann man heute in zwei Gruppen einteilen: Die einen vibrieren oder rotieren mit kleinsten Bewegungen, so auch die Ultraschallzahnbürsten. Durch das Vibrieren werden die kleinen Rüttelbewegungen der Bass- Technik übernommen, so dass der Anwender den Bürstenkopf nur noch hoch und runter bewegen muss.

Die andere Gruppe elektrischer Bürsten führt eine drehende Bewegung durch, dem Prinzip einer Felgenreinigung bei einer Autowaschstraße folgend. Diese Bürsten erfordern eine ganz andere Reinigungsstrategie, bei der jeder einzelne Zahn „umrundet“ werden muss.

Die richtige Zahnbürste passt zum Putzenden

Die beste Zahnbürste gibt es nicht, auch wenn die Werbung etwas anderes verspricht. Es gibt immer nur passende Zahnbürsten für individuelle Anforderungen. Was für den Einen gut sein mag, ist vielleicht für den Anderen schädlich. Deshalb sollte man sich nicht alleine auf allgemeine Testergebnisse verlassen. Eine Umstellung der Zahnputzgewohnheiten sollte immer mit der ausgebildeten Prophylaxemitarbeiterin beim Zahnarzt abgestimmt sein. Das gilt auch für die Auswahl der Zahncreme.

Vielleicht noch wichtiger als die Auswahl der Zahnbürste ist die Zahnputzsystematik: Immer beim selben Zahn anfangen, keinen auslassen und immer beim selben Zahn enden. Lässt man einige Stellen aus, schafft man Risikozonen für Karies und Parodontitis. Strapaziert man freiliegende Zahnhälse mit zu viel Anputzdruck, sägt man Furchen in die Zähne. Und: Die Zahnzwischenräume erreicht weder die elektrische noch die Handzahnbürste – dafür gibt es andere geeignete Hilfsmittel.

Dr. med. dent. Jürgen Zitzen

In den kommenden Jahrzehnten wird sich die Altersstruktur der deutschen Gesamtbevölkerung wesentlich verändern. Bis 2020 werden 35% der Bürger über 60 Jahre alt sein. 2008 waren es noch 25%.

In einer Gesellschaft, in der die Menschen immer älter werden, wird auch die Mund-, Zahn- und Prothesenpflege im Alter immer wichtiger.

Eine gute Zahn- und Mundgesundheit bedeutet ein großes Plus für die Lebensqualität - in jedem Lebensalter. Gesunde eigene Zähne, gesundes Zahnfleisch und gut funktionierender Zahnersatz sorgen für genussvolles Essen und Trinken, vitales Wohlbefinden und eine aktive Teilnahme am Leben. Dank der modernen Zahnmedizin alles längst keine Frage des Alters mehr!

Was aber ist, wenn der es dem älter gewordenem Mensch nicht mehr selbst gelingt, eine "normale" Mundpflege zu betreiben? Falls der Pflegebedürftige in einer Einrichtung lebt, kümmern sich professionelle Kräfte um den Bewohner. Aber wenn er zuhause lebt, ist der geistig und/oder körperlich eingeschränkte Senior auf die Hilfe seiner - dafür meist nicht ausgebildeten - Familie angewiesen.

Praktische Helfer erleichtern die Mundhygiene

  • Häufig helfen schon die Lesebrille und mehr Licht im Badezimmer, um die Mundhygiene deutlich zu verbessern. Spezielle Seniorenzahnbürsten mit dickerem Handgriff ermöglichen eine sichere Handhabung.
  • Auch eine elektrische Zahnbürste kann sehr hilfreich sein. Sie muss nur noch von Zahn zu Zahn geführt werden und sorgt für eine gleichmäßige, gründliche und schonende Reinigung.
  • Bei der Reinigung von engen Zahnzwischenräumen helfen Zahnpflegehilfsmittel für Zahnseide, die die Zahnseide für eine leichtere Handhabung auffädeln.
  • Bei größeren Zahnzwischenräumen können Zwischenraumbürstchen eingesetzt werden. Die Zunge kann mit einem speziellen Zungenreiniger oder einer weichen Zahnbürste von Belag befreit werden.

Festsitzender Zahnersatz

Kronen bauen einen noch fest verwurzelten, aber stark geschädigten Zahn wieder auf. Brücken schließen eine Zahnlücke. Festsitzender Zahnersatz wird wie die eigenen Zähne gepflegt.

Herausnehmbarer Zahnersatz

Wenn so viele Zähne ersetzt werden müssen, dass eine festsitzende Brücke für eine Versorgung nicht mehr ausreicht, kommen Teilprothesen zum Einsatz (Klammer-, Geschiebe-, Teleskopprothesen). Wenn ein Patient keine eigenen Zähne mehr zur Verankerung von Kronen, Brücken oder Teilprothesen hat, benötigt er eine Vollprothese.

Auch herausnehmbarer Zahnersatz ist leicht zu pflegen:

  • Die Zahnprothese nach jeder Mahlzeit herausnehmen und reinigen.
  • Am besten erfolgt die Reinigung im Waschbecken über einer weichen Unterlage, damit sie nicht beschädigt wird, wenn sie aus Versehen herunterfällt. Alternativ dazu kann das Waschbecken mit Wasser gefüllt werden.
  • Für die Reinigung der Prothese eine weiche Zahnbürste oder eine spezielle Prothesenbürste verwenden.
  • Normale Zahnpasta eignet sich nicht für die Prothesenpflege, da sie auf Dauer die Oberfläche anrauen kann. Daher besser ein spezielles mildes Reinigungsmittel verwenden, das man in der Drogerie oder Apotheke kaufen kann.
  • Nach der Reinigung die Prothese gründlich mit Wasser abspülen.

Bei Druckstellen oder anderen größeren Problemen sollte aber auf jeden Fall ein Zahnmediziner kontaktiert werden. Heutzutage gibt es viele Zahnärztinnen und Zahnärzte, die in Pflegeeinrichtungen behandeln oder Hausbesuche machen.

Dr. med. dent. Erling Burk

 

Videotipps und weitere Informationen

Videos mit Tipps und Hinweisen zur Zahnpflege von Älteren, Pflegebedürftigen oder Menschen mit Behinderung haben die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) in ihrem You Tube-Kanal eingestellt: https://www.youtube.com/channel/UCwmGBPNN7xOxFbtrnzN86aw

Weiterführende Informationen:

  • Die Zahnärztekammer Nordrhein gibt unter der Telefonnummer 0211-44704-216 Auskunft, welche Zahnärztinnen und Zahnärzte ihrem Zuständigkeitsbereich Hausbesuche durchführen und welche Praxen barrierefrei sind.
  • Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) hat auf ihrer Webseite das Faltblatt "Vorsorge ist unser Anliegen - Zahnärztliche Betreuung zu Hause für Ältere, Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung" eingestellt: Download
  • Die Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZV) Nordrhein bietet den Zahntipp "Zahngesundheit von Pflegebedürftigen" auf ihrer Webseite an: Download

 

Noch im Jahr 2001 meinten 62% der Befragten im Rahmen einer deutschlandweiten Emnid-Umfrage, dass mit der professionellen Zahnreinigung - kurz PZR - das tägliche Zähneputzen gemeint sei.

Nur sechs Prozent der Befragten wussten, dass die Politur der Zähne mit anschließender Zahnhärtung ein wichtiger Bestandteil der PZR ist. Würde man die Umfrage heute wiederholen, ergäbe es wahrscheinlich ganz andere Ergebnisse: Patienten, die noch nie eine PZR haben durchführen lassen, gehören mittlerweile eher zur Ausnahme. 

Zähneputzen beseitigt nicht alle Beläge

Und das ist gut so, denn: Karies und Parodontitis sind vermeidbar. Beide Erkrankungen entstehen durch Bakterien. Diese verkleben auf den Zahnoberflächen in fest haftende Beläge. Auch Mundgeruch kann entstehen. Die häusliche Zahnpflege zeigt jedoch nur begrenzte Wirkung – nur auf glatten Zahnoberflächen ist sie effektiv. Ein Vergleich mit der Autopflege macht es deutlich: Nur neuer oder hochglanzpolierter Lack erscheint wirklich sauber. Und unter permanentem Schmutz hinter schwer zugängigen Stoßstangen älterer Autos setzt allmählich Rost an, weil die Bürsten der Autowaschanlage dort nicht hin gelangen.

So versteht sich die professionelle Zahnreinigung als sinnvolle Ergänzung zur häuslichen Zahnpflege. Zahnärzte oder gut ausgebildete Mitarbeiterinnen in den Zahnarztpraxen kennen die Schwachstellen im Mund. Sie entfernen harte und weiche Beläge oberhalb aber auch unterhalb des Zahnfleisches. Dazu benutzen sie spezielle Geräte, die der Patient zu Hause nicht zur Verfügung hat – deswegen heißt es auch „professionelle“ Zahnreinigung.

Die Zähne werden besonders an den Stellen, die mit der häuslichen Reinigung nur schwer zu erreichen sind, tiefengereinigt, anschließend glattpoliert, mit fluoridhaltigem Gel gehärtet und somit widerstandsfähiger gemacht. Eine angenehme Nebenwirkung ist, dass die Zähne wieder sauber strahlen, ähnlich wie der frisch polierte Autolack. Am Ende der Behandlung zeigt die Prophylaxefachkraft, wie die häusliche Zahnpflege gezielt verbessert werden kann. Denn eine perfekte Pflege zu Hause hält die Zähne gesund und kann den nötigen Zeitraum bis zur nächsten Reinigung verlängern.

PZR regelmäßig wiederholen

Durch die professionelle Zahnreinigung verändert sich die gesamte Mundflora und kann sich wieder erholen. Bakterienfrei bleibt der Mund jedoch nicht - schon in kürzester Zeit besiedeln wieder ca. 60 Millionen Bakterien jeden Milliliter Speichel, die sich dann in neuen Belägen formieren können. Aber: Junge Beläge sind bei Weitem nicht so schädlich wie wochen- oder gar monatealte Beläge. Deshalb sollte die PZR regelmäßig wiederholt werden, bei Kariesgefährdung bis zu zweimal im Jahr und bei Rauchern oder bei Zahnfleischproblemen eventuell sogar öfter. Auch im Rahmen der systematischen Behandlung einer Zahnbetterkrankung (Parodontitis) ist die PZR vor der eigentlichen Therapie und auch danach sinnvoll, um die bakterielle Besiedelung des entzündeten Zahnfleischsaumes nachhaltig zu reduzieren.

Der Zeitaufwand ist unterschiedlich. Er hängt von der individuellen Pflegesituation der Zähne, vom individuellen Zahngesundheitszustand und auch vom Alter des Patienten ab. Somit sind auch die Kosten nicht einheitlich, werden aber seit dem Jahr 2012 über die Gebührenordnung GOZ reglementiert. Daraus ergibt sich eine Preisspanne von ca. 50 bis 150 Euro pro Sitzung.

Dr. med. dent. Jürgen Zitzen

Die Zeit der Grippewellen und Erkältungskrankheiten ist angebrochen. Das Abwehrsystem des Körpers bekommt im Winter von allen Seiten etwas zu tun. Dabei spielt auch die eigene Zahnbürste eine Rolle.

Schon bei der ersten Benutzung einer Zahnbürste wird diese durch Keime besiedelt. Dies geschieht durch Speichel, Blut oder Beläge, die sich auf den Zähnen oder in den Zahnfleischtaschen befinden. Man schätzt, dass sich auf einer Zahnbürste durchschnittlich 100 Millionen Keime aufhalten. Mit diesen „hauseigenen“ Keimen kann der Körper allerdings recht gut umgehen, denn sie sind ihm bekannt.

Keime überleben außerhalb des Körpers

Leidet man an einer Erkältung oder Grippe, kommen jedoch Keime ins Spiel, die sehr krank machen können: Die Viren der Schweinegrippe H1N1 zum Beispiel überleben etwa acht Stunden auf einer Zahnbürste. Es gibt aber auch Keime, die noch widerstandsfähiger sind und noch wesentlich länger außerhalb des menschlichen Körpers überleben können.

Nach einer Erkältung, einer Grippe oder einem sonstigen Infekt sollte die Zahnbürste daher sofort ausgetauscht werden – ansonsten droht eine erneute Infektion durch die eigene Zahnbürste.

Allgemeine Regeln für den Umgang mit der Zahnbürste:

  • Die Zahnbürste niemals mit jemandem teilen
  • Nach der Benutzung die Zahnbürste unter fließendem Wasser gründlich ausspülen
  • Durch Ausschlagen überschüssiges Wasser aus dem Bürstenfeld klopfen
  • Die Zahnbürste mit dem Kopf nach oben trocknen lassen
  • Transport nur in luftdurchlässigen Behältnissen
  • Keine Zahnbürsten mit Naturborsten verwenden
  • Nach einem Infekt die Zahnbürste sofort auswechseln
  • Ansonsten alle acht Wochen eine neue Zahnbürste nehmen

Dr. med. dent Thomas Heil

"KAI“ müsste mittlerweile jedes Kind kennen. Die leicht zu merkende Buchstabenfolge steht nämlich für das optimale System, um die Zähne sauber zu halten und vor Karies zu schützen:

  • K Man beginnt auf der Kaufläche, natürlich auf allen Seiten im Ober- und im Unterkiefer,
  • A setzt die Reise durch den Mund fort, indem die Außenflächen geputzt werden und
  • I landet schließlich auf den Innenflächen (siehe Abbildungen unten).

 

Drei Buchstaben – Drei Minuten ist auch der Zeitraum, den man braucht, um alle Zähne und alle Zahnflächen gründlich zu reinigen. Wer es perfekt machen will, benutzt zur Kontrolle eine (Zahnputz-)Uhr.

Eltern putzen Kinderzähne (nach): „KAI-Plus“

Zähneputzen ist nicht einfach und will gelernt sein. Kinder verfügen in den ersten Lebensjahren noch nicht über dieselben feinmotorischen Fähigkeiten wie Erwachsene. Insbesondere Bewegungen im Handgelenk, die beispielsweise für die Reinigung der Innenflächen (siehe oben) wichtig sind, fallen zunächst schwer oder sind noch gar nicht möglich. Mit dem Begriff „KAI-Plus“ wollen wir Zahnärzte den Eltern daher nahebringen, dass sie unbedingt die Zähne ihrer Kinder abends nachputzen sollten – und dies mindestens bis zum Ende des ersten Schuljahres. Als Faustregel gilt: Wenn ein Kind flüssig die Schreibschrift beherrscht, kann es auch „richtig die Zähne putzen“.

„Schulzähne“ können schon vor dem 6. Lebensjahr kommen!

Beim Erscheinen der ersten bleibenden Backenzähne im Alter von ungefähr sechs Jahren (Achtung: Hierfür fällt kein Milchzahn vorher aus!) müssen diese mitgeputzt werden. Das ist deshalb schwierig, weil die „Schulzähne“ erst langsam nach oben wachsen. Solange gibt es hinter dem letzten Milchbackenzahn noch eine Stufe. Bei normalem Putzen erreicht die Zahnbürste die neuen Zähne also nur unzureichend. Hier droht Kariesgefahr! Deshalb empfehlen Experten, in diesem Lebensalter zusätzlich zur KAI-Systematik hinten noch einmal in allen vier Kieferhälften „quer zu putzen“ (siehe Abbildung unten).

Die ersten bleibenden Backenzähne kommen häufig aber schon wesentlich früher. Der Zahnarzt erkennt dies bei Einhalten der regelmäßigen Untersuchungen sofort, da Zahnfleisch und Kiefer in diesem Bereich schon eine ganze Zeit vorher etwas anschwellen. Der „Durchbruch“ des Zahnes kündigt sich an. Lassen Sie sich in Ihrer Zahnarztpraxis auch bei den Vorsorgeuntersuchungen darüber beraten, welche Zahnpasta, welche Zahnbürste und welche Zahnputztechnik am besten für Ihr Kind geeignet ist.

Dr. med. dent. Dirk Erdmann

Zahnputzmittel werden schon seit Jahrtausenden beschrieben und angewandt. Alte Zeugnisse berichten, dass schon um 4000 v. Chr. eine Art Zahnpasta und Mundwasser verwendet wurden. Bei den alten Griechen um 480 v Chr. bestand die Zahnpasta aus Tiermehl oder Zahnmehl. Man glaubte, dass sie dem Benutzer starke Zähne verleihen oder sie gar nachwachsen lassen.

Die Hauptaufgabe der Zahnpasta ist es, die äußerste Zahnschicht und das Zahnfleisch von schädlichen Bakterien und Belag zu befreien und den Zahnschmelz zu stärken, um Karies zu verhindern. Gleichzeitig wirken die Inhaltsstoffe desinfizierend und bakterienhemmend in der Mundhöhle.

Die Zahnpasten heute bestehen aus vielen verschiedenen Inhaltsstoffen:

  • Abrasive Stoffe, die die Zahnpastakonsistenz beeinflussen und mit den Schleifpartikeln die Zahnverfärbungen entfernen
  • Silizium, Aluminiumoxid, Kalziumphosphat, Kalziumkarbonat
  • Schaumbildner zur besseren Verteilung der Reinigungswirkung

Weiterhin sind den Cremes oder Gels zugemischt:

  • Fluoride zur Kariesvorbeugung
  • Monofluorphosphate, zur Förderung der Remineralisierung
  • Triclosan mit desinfizierender, antibakterieller Wirkung
  • Chlorhexidin zur Plaquekontrolle
  • Zinksalze, die dem Mundgeruch vorbeugen
  • Di- und Trisodium, Pyrophosphate zur Zahnsteinvorbeugung
  • Strontiumchlorid gegen empfindliche Zahnhälse

Darüber hinaus enthalten die Produkte in unterschiedlicher Zusammensetzung:

  • Feuchthaltemittel, die die Paste vor dem Austrocknen bewahren
  • Geschmacksstoffe wie Menthol, Pfefferminze, Thymol und Eukalyptus
  • Verdickungsmittel für die Konsistenz
  • Süßstoffe

Die Zahnpasta ist mit der Zahnbürste das wirksamste Hilfsmittel gegen Karies und Zahnbetterkrankungen. Beim Kauf beachten: Die Zahnpasta sollte Fluoride enthalten, einen angenehmen Geschmack besitzen und die Schleimhäute nicht reizen.

Ganz egal ob in weiß oder mit Streifen: Mindestens zweimal täglich sollte jeder eine Zahnpasta benutzen. Die Auswahl im Laden ist allerdings riesig und viele Produkte versprechen einen Komplettschutz für Zähne und Zahnfleisch. Stiftung Warentest (test, Ausgabe 03/2013) zeigt: Fast alle Produkte beugen Karies sehr gut vor. Unter den besten sind auch preiswerte Zahnpasten. Getestet wurden 20 Zahnpasten zum täglichen Gebrauch für jedermann. Der Preis variierte dabei von 0,31 Euro bis 5,25 Euro je 100 Milliliter.

Je nach Situation und Krankheit braucht man eine besondere Zahnpasta. Die Zahnarztpraxis berät gerne und gibt eine Empfehlung.

Dr. med. PeterMinderjahn

Die häusliche Pflege ist das A und O für einen gesunden Mund. Die Zahnseide oder das Tape ist neben anderen Hilfsmitteln wie Zahnhölzchen, Zahnzwischenraumbürste oder Paro-Stick ein unverzichtbares Mittel zur Reinigung der Zahnzwischenräume. Gewachst, ungewachst oder mit Halterung – Zahnseide gibt es in vielen Varianten.


Tägliches Zähneputzen ist wichtig – denn es entfernt schädlichen Zahnbelag, auch Plaque oder Biofilm genannt. Dieser besteht aus einer Vielzahl von Bakterien, die sich auf der Zahnoberfläche und den Zwischenräumen festsetzen. Verbleiben die Bakterien zu lange, greifen sie den Zahnschmelz an und schädigen das Zahnfleisch. Dadurch erhöht sich die Gefahr von Karies, Zahnfleischentzündung und Zahnbetterkrankungen.


Die Zahnbürste reicht nicht aus!


Die regelmäßige Reinigung mit Zahnbürste und Zahncreme stellt die Basis dar, um die Zähne und das Zahnfleisch gesund zu erhalten.

Um die Zähne gründlich zu reinigen, braucht man mehr als eine Zahnbürste. Sie reinigt nur die Glatt- und Kauflächen gut und zuverlässig von schädlichem Zahnbelag. In die Zwischenräume dringt sie nicht effektiv ein. Die fehlenden 30 Prozent der Reinigung übernimmt die Zahnseide.


In anderen Ländern wie den USA, Skandinavien, Schweiz und Holland gehört der Gebrauch von Zahnseide schon ganz selbstverständlich zur täglichen Mundhygiene. Hier in unseren Breiten ist die Effektivität dieser Zahnpflege weniger gebräuchlich. Sie wird nur von etwa jedem 10. genutzt Dabei ist kaum ein anderes Hilfsmittel der Mundhygiene für junge Menschen so empfehlenswert für die Entfernung von Speiseresten und übel riechender Plaque aus den Zahnzwischenräumen.


Die Hygienemittelindustrie bietet ein reichhaltiges Angebot an Produkten, die den individuellen Bedürfnissen nachkommen:

 

  • dicke und dünne Fäden
  • Floss und Tape
  • Zahnseide fluoridiert mit und ohne Aromastoff
  • glatte und raue Produkte
  • Fäden mit medizinischen Zusätzen wie Fluorid oder Chlorhexidin
  • Zahnseide für unterwegs und zuhause
  • Spezialzahnseiden für Implantate
  • Elektrische Zahnseide

Je größer das Interesse an Ihrer Zahngesundheit wird, umso wertvoller wird die Zahnseide zur Plaqueentfernung, zur Entfernung von eingebissenen Speiseresten und zur Bekämpfung von Mundgeruch.


Für jede Mundsituation die richtige Seide!

Die Empfehlung von Zahnseide erfordert eine maßgeschneiderte, individuelle Hygieneanleitung, die Sie durch Ihre Zahnarztpraxis erhalten


Wie benutzte ich die Zahnseide richtig?

Empfehlenswert ist die Anwendung der Zahnseide vor dem Schlafengehen. Dabei ist es egal, ob vor oder nach dem Zähneputzen. Entscheidend ist vor allem, das der schädliche Zahnbelag einmal täglich systematisch entfernt wird.

Für eine Anwendung mit Fädeltechnik werden ungefähr 50 Zentimeter Zahnseide benötigt. Die Zahnseide am besten mit Daumen und Zeigefinger halten. Man kann sie auch um den Mittel- oder Zeigefinger wickeln.

Anschließend die Zahnseide durch Vor- und Zurückbewegen in den Zahnzwischenraum einführen und den Zahnbelag durch Auf- und Abwärtswegen entfernen. Für jeden weiteren Zwischenraum ein neues Stück der Zahnseide benutzen.


Wichtig!

Zahnfleischbluten sollte nach regelmäßigem Reinigen der Zahnzwischenräume mit Zahnseide aufhören.

Grundsätzlich Zahnfleischbluten vom Zahnarzt abgeklärt werden.


Historie:

Die Zahnseide, daher auch der Name des Hygieneproduktes, geht auf eine Empfehlung von Dr. Levi Spear Parmly aus New Orleans zurück, der seinen Patienten 1815 empfahl, die Zahnzwischenräume mit einem dünnen Seidenfaden zu reinigen. 1883, 67 Jahre später, produziert die Fa. Codman and Shurtleft Comany in Randolpf, MA die erste kommerziell erhältliche ungewachste Zahnseide.

1896 entwickelte Johnson & Johnson, MJ ihre Zahnseide und erhielt zwei Jahre später darauf das erste Patent.

Um 1940 folgten weitere Produkte in Form von gewachster Seide und in den 50iger Jahren die bandartige Seide (Tape).


Dr. med. Peter Minderjahn

Die Reinigung der Räume zwischen den einzelnen Zähnen ist zwar nicht einfach, aber es ist eine der wichtigsten Maßnahmen zur Entfernung von Belägen und damit unabdingbar, möchte man Karies und Parodontitis vermeiden. Am ehesten lässt sich die Zwischenraumpflege mit der Unterbodenwäsche bei einem Auto vergleichen, bei dem nach einer Spritztour über mit Salz enteiste Straßen eine einfache Fahrzeugwäsche zur gründlichen Reinigung nicht mehr ausreicht. Das Salz des Straßendienstes auch aus den kleinsten Ritzen zu entfernen entspricht der gründlichen Pflege der Zahnzwischenräume.

Eine Zahnbürste erreicht nur etwa 70 Prozent der Fläche eines Zahnes, der Rest bleibt - ohne Zwischenraumpflege - einfach schmutzig. Diesen Bereich sollte man mindestens einmal pro Tag reinigen. Ob man dieses vor oder nach dem Zähneputzen macht, ist dabei nicht entscheidend.

Auch die Stiftung Warentest bestätigt (test, Ausgabe 09/2012): „Der Pflegezustand des Gebisses besserte sich bei allen Probanden – egal, ob sie Zahnseide, Tape, Flauschzahnseide oder Interdentalbürste benutzten.“ Die Größe des Zahnzwischenraumes entscheidet letztendlich über das auszuwählende Hilfsmittel. Von Dünn nach Dick in aufsteigender Größe nachfolgend aufgelistet:

  • Zahnseide findet Anwendung bei ganz engen Zwischenräumen
  • Superfloss (aufgeschäumte Zahnseide), wenn die Zahnseide ohne Widerstand und ohne Reinigungseffekt durch den Zahnzwischenraum gleitet
  • Interdentalbürstchen, wenn die Zähne weiter auseinander stehen und die Zwischenräume größer werden

Die Bürstchen gibt es in unterschiedlichen Größen, sie werden vor allem zur Pflege der Zähne beim Tragen einer Zahnspange, bei Brücken, Implantaten oder im durch Parodontitis vorgeschädigten Gebiss genutzt. Sind unterschiedlich große Zwischenräume in ein und demselben Gebiss vorhanden, kann es notwendig sein, verschiedene Hilfsmittel, wie z.B. Zahnseide und Interdentalbürstchen und/oder Superfloss einzusetzen. Bei der Auswahl des richtigen Hilfsmittels und der Anleitung zur richtigen Anwendung ist Ihnen die Zahnarztpraxis Ihres Vertrauens sehr gerne behilflich – sprechen Sie Ihren Zahnarzt an!

Die Handhabung der ganzen Technik ist nicht ganz einfach, aber auch hier gilt: Übung macht den Meister! Zusätzlich zur eigenen Pflege ist zudem mindestens zweimal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung (PZR) bei Ihrem Zahnarzt als Karies- und Paradontitisprophylaxe sinnvoll.

Dr. med. dent. Thomas Heil

Karies und Parodontitis sind bakteriell verursachte Erkrankungen. Da liegt es nahe, dass die bakteriell belegte Zunge mit in ein Mundhygienekonzept eingegliedert wird. Doch die Zusammenhänge sind komplizierter, als es sich der Laie auf Anhieb vorstellt.

Denn Karies und Parodontitis werden nicht durch frei im Mund umherschwirrende Bakterien ausgelöst. Klebriger und fest an den Zähnen haftender Belag, die Plaque ist verantwortlich, und die gilt es, bei der häuslichen Zahnpflege zu entfernen, bevor sie schadet. Die gezielte und gründliche Plaqueentfernung lernt sich aber nicht von selbst. Beim Erhalt der Mundgesundheit ist immer eine Unterstützung durch die Prophylaxeassistentin in der Zahnarztpraxis hilfreich. Dazu gehört auch die tägliche Entfernung der Beläge im Zahnzwischenraum. Die Zahnbürste gelangt dort aber nicht hin, deshalb sind Zahnseide, spezielle Zahnzwischenraumbürstchen oder Zahnhölzchen unverzichtbar.

Deutlicher Nachholbedarf

Deutsche Verkaufszahlen dieser Produkte und auch die Zahl der Neuerkrankungen belegen, dass hier noch ein deutlicher Nachholbedarf besteht. Ist die häusliche Zahnreinigung erfolgt, bleiben immer noch Restbeläge übrig. Hier müssen Profis ran: Die regelmäßige professionelle Zahnreinigung in individuell festzulegenden Abständen durch die Prophylaxeassistentin bewirkt, dass diese Restbeläge gründlich entfernt werden.

„Vergiss die Zunge nicht“ lautet eine Kampagne mit dem Aufruf, auch die Zunge regelmäßig zu reinigen. Asiaten machen dies schon seit Jahrhunderten. In der traditionellen chinesischen Medizin hat die Diagnostik und Pflege der Zunge schon immer einen sehr hohen Stellenwert. Und tatsächlich: In der modernen Parodontologie gibt es neue Konzepte, in denen begleitend zur üblichen zahnärztlichen Therapie auch der gesamte Mundraum nebst Zunge desinfiziert wird, um den „Nachschub“ der Problemkeime zu reduzieren. Bei diesen Problempatienten wird auch die tägliche mechanische Reinigung der Zunge empfohlen. So plausibel diese Empfehlung auch ist: Ein wissenschaftlicher Beweis für die Wirkung der täglichen Zungenreinigung steht noch aus, wenn auch erste Erfahrungen zumindest einen leicht positiven Effekt vermuten lassen. Bewiesen ist, dass die mechanische Zungenhygiene bei sachgemäßer Anwendung nicht schadet.

Anders verhält es sich bei Mundgeruchproblemen. Immerhin leidet ein Drittel der Bevölkerung unter schlechtem Atem, oft, ohne es zu wissen – denn die eigene Nase gewöhnt sich schnell an den eigenen Geruch. Über 90 Prozent der Ursachen liegen im Mundbereich, der oft beschuldigte Magen ist nur selten der Verursacher. Verantwortlich sind oft flüchtige Schwefelverbindungen aus absterbenden Schleimhautzellen und Bakterien.

Hilfreich gegen Mundgeruch

Bei Mundgeruch ist die mechanische Zungenreinigung sinnvoll. Zumindest in der ersten halben Stunde nach der Reinigung reduziert sich dadurch die Geruchsempfindung oft deutlich. Die heute käuflich zu erwerbenden Zungenreiniger sind durchaus akzeptabel: Lösten ältere überdimensionierte Modelle bei vielen Patienten schon beim bloßen Anblick einen Würgereiz aus, sind mittlerweile verschiedene Modelle in Zahnbürstengröße erhältlich.

Die Zungenhygiene alleine reduziert aber das Mundgeruchproblem nicht auf Dauer. Meistens ist eine umfangreiche zahnärztliche Diagnostik und Therapie nötig, denn die für Mundgeruch verantwortlichen Schwefelverbindungen findet man auch im Bereich von Karies, rauen Kronen- und Füllungsrändern und insbesondere in parodontalen Wunden, bzw. Wundtaschen. Deshalb ist der Zahnarzt auch bei Mundgeruchproblemen immer der richtige Ansprechpartner.

Dr. med. dent. Jürgen Zitzen

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Zahnputzanleitung in leichter Sprache

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Behandlungen und Kosten
Service

Die neue App "Alles sauber?" soll das Zähneputzen bei Kindern fördern. Die Kinder füttern je nach Vorliebe ein Pferd, einen Hund oder einen Hasen. Doch wie werden deren Zähne wieder sauber? Da hilft die rote Zahnbürste weiter. Die Kinder wischen mit der Bürste über den Bildschirm und nach und nach strahlen die Zähne wieder. Dann werden die Kinder aufgefordert, ihre eigenen Zähne zu putzen. Zu guter Letzt darf ein Foto der sauberen Zähne geschossen werden. Wer noch etwas Hilfe bei der Technik benötigt, bekommt wichtige Tipps der Initiative proDente, die die App auch sponsort. Die App steht kostenlos im iTunes App Store zur Verfügung: https://itunes.apple.com/de/app/alles-sauber-zahne-putzen/id642318964?mt=8

Frühkindliche Karies, oder auch Nuckelflaschenkaries, ist ein zunehmendes Problem. Zu viele Kleinkinder haben bereits stark zerstörte Zähne. Die Bundeszahnärztekammer hat daher gemeinsam mit dem Deutschen Hebammenverband einen textfreien Comic zur Zahnpflege und Mundgesundheit bei Kleinkindern herausgegeben. Der Comic richtet sich an alle jungen Eltern. Durch den sparsamen Gebrauch von Worten wird er auch von denen verstanden, die nicht gut oder gerne lesen.

Seit dem 1. Juli 2018 gilt die EU-Quecksilberverordnung. Danach darf Dentalamalgam nicht mehr für zahnärztliche Behandlungen von Milchzähnen, von Kindern unter 15 Jahren und von schwangeren oder stillenden Patientinnen verwendet werden. Für die Behandlung der genannten Patientinnen und Patienten muss regelmäßig ein alternatives plastisches Füllungsmaterial gewählt werden, das dauerhaft haltbar und erprobt ist und dem Stand der Wissenschaft entspricht.

Die Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) hat zu dem Thema einen Katalog mit wichtigen Fragen und Antworten erarbeitet, um Patientinnen und Patienten über die neuen Vorgaben, Ausnahmen von diesen Vorgaben und Behandlungsmöglichkeiten bei Zahnfüllungen zu informieren. Die Auflistung gibt unter anderem Auskunft darüber, welche Alternativen zu Dentalamalgam in der Füllungstherapie verfügbar sind und welche Leistungen gesetzliche Krankenkassen übernehmen.

Der Frage- und Antwortkatalog kann auf der Website der KZBV unter www.kzbv.de/eu-quecksilberverordnung abgerufen werden. Auch die aktualisierte KZBV-Patienteninformation „Zahnfüllungen – Was Sie als Patient wissen sollten“ ist dort zum kostenlosen Download verfügbar oder kann als gedruckte Broschüre bestellt werden.

Patientinnen und Patienten in NRW stehen im Patientenwegweiser des Patientenbeauftragten für Nordrhein-Westfalen unterschiedliche Informations-, Beratungs- und Selbsthilfeangebote zur Verfügung.

Das umfangreiche Adressverzeichnis soll dazu beitragen, die Suche nach geeigneten Ansprechpartnerinnen und -partnern zu vereinfachen.

Für Patienten wurde eigens eine Telefon-Hotline eingerichtet. Diese erreichen Sie mittwochs in der Zeit von 14.00 bis 17.00 Uhr unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 / 52 60 500. Dort beantworten Zahnärzte Ihre Fragen rund um die zahnärztliche Behandlung.

Das Bilderbuch „Zahnbande“ begeistert schon seit Herbst 2016 Kinder und Erwachsene. Jetzt kommen Abenteuer, Spiele und spannende Infos über gesunde Zähne mit allen Mitgliedern der Zahnbande auch ins Internet. Auf „zahnbande.de“ präsentiert die Initiative proDente für 5- bis 12-Jährige kleine Geschichten, Filme, Spiele, Animationen und Ausmalbilder.

Natürlich geht es um Zähne und was die Beißerchen so alles leisten. Also Essen, Trinken und beim Sprechen helfen. Auch Zähneputzen und der Besuch beim Zahnarzt dürfen nicht fehlen. Doch wichtiger als Belehrungen sind Geschichten und Figuren, die Kinder und deren Phantasie ansprechen. Auch ein Menüpunkt mit Spielen, Geschichten und Ausmalbildern darf nicht fehlen. Und wie herrlich schrill ein Bohrer klingt hören die Kids auch.

www.zahnbande.de

Kontakt
Patientenberatungsstelle

Patientenberatungsstelle der Zahnärztekammer Nordrhein

Telefon-Hotline für Patienten mittwochs von 14.00 bis 17.00 Uhr

Postfach 10 55 15
40046 Düsseldorf
0800 / 52 60 500 (Mi 14-17 Uhr)
E-Mail schreiben

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