Verschlüsselung ist wie die Tarntechnik aus der Trickkiste eines James Bond: Sie verwandelt alltägliche Nachrichten, Bilder und Dateien in einen unlesbaren Geheimtext, den nur diejenigen entschlüsseln können, die den richtigen Schlüssel besitzen.
Für kleine und mittlere Unternehmen ist diese „Magie“ unverzichtbar. Klingt kompliziert? Ist es nicht. Mit unserer Checkliste haben Sie bald all Ihre Daten im Handumdrehen verschlüsselt und wissen, welche Rolle Verschlüsselung beim digital sicheren Surfen spielt.
Für Unternehmen ist Verschlüsselung von zentraler Bedeutung, da sie schützt, was oft am wertvollsten ist: vertrauliche Informationen. Stellen Sie sich vor, Sie versenden in Ihrer alltäglichen Arbeit eine Nachricht oder speichern sensible Informationen auf Ihrem Gerät. Ohne Verschlüsselung könnten diese Daten im Zweifel von Cyberkriminellen eingesehen werden, was zu erheblichen Sicherheitsrisiken führt. Mit Verschlüsselung werden Informationen jedoch so umgewandelt, dass nur autorisierte Personen diese mit z.B. einem Passwort einsehen können. Das bedeutet, selbst wenn eines Ihrer Geräte verloren geht oder unbefugte Dritte in Ihr System eindringen, sind explizit verschlüsselte Dateien oder Dokumente weiterhin geschützt und es droht in dieser Hinsicht keine unmittelbare Gefahr. Verschlüsselung sorgt dafür, dass nur Berechtigte Zugang zu kritischen Informationen haben, und gewährleistet, dass Ihre geschäftliche Kommunikation sicher und privat bleibt.
Es gibt verschiedene Arten der Verschlüsselung, die jeweils für unterschiedliche Zwecke eingesetzt werden. Grundsätzlich wird zwischen Transport- und Objektverschlüsselung unterschieden. Die Transportverschlüsselung schützt den Übertragungsweg von Daten. Dazu gehören beispielsweise der Internetverkehr, das WLAN und der E-Mail-Versand. Die Objektverschlüsselung verschlüsselt die Daten selbst, unabhängig davon, wo sie sich befinden. Dazu zählen Nachrichten, Bilder, Passwörter, Backups, E-Mails sowie ganze Smartphones oder Festplatten.
Um Ihre Daten im Internet sicher zu übertragen, ist die Transportverschlüsselung ein unverzichtbares Werkzeug. Sie stellt sicher, dass Informationen auf ihrem Weg von einem Punkt zum anderen nicht abgefangen oder manipuliert werden können. Eine der einfachsten Maßnahmen ist die Nutzung einer sicheren Internetverbindung. Achten Sie darauf, dass die Webadressen, die Sie besuchen, mit „https“ beginnen. Das „s“ steht für „secure“ und zeigt an, dass die Verbindung durch das Protokoll „Transport Layer Security“ (TLS) geschützt ist. Dies verhindert, dass Unbefugte Ihre übertragenen Daten einsehen oder auf diese zugreifen können.
In öffentlichen WLAN-Netzwerken ist es besonders wichtig, sich zusätzlich abzusichern. Hier bietet ein Virtuelles Privates Netzwerk (VPN) den nötigen Schutz. Ein VPN verschlüsselt Ihren gesamten Netzverkehr und verbirgt gleichzeitig Ihre IPAdresse, sodass Ihre Daten vor neugierigen Blicken sicher sind. Auch das heimische oder betriebliche WLAN sollte entsprechend gesichert sein. Vergewissern Sie sich, dass Ihr WLAN mindestens mit WPA2, besser noch mit WPA3, verschlüsselt ist. Dabei handelt es sich um Protokolle, die auf einem Sicherheitsstandard basieren und die Sie in den Sicherheitseinstellungen Ihres Routers aktivieren können. Achten Sie bei der Einrichtung Ihres WLANs darauf, dass das Passwort zur Absicherung aus mindestens 20 Zeichen besteht, die eine Mischung aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen enthalten.
Objektverschlüsselung bezieht sich auf die Verschlüsselung spezifischer Datenobjekte auf einem Speichergerät. „Objekte“ sind einzelne Datenstücke oder Dateien, die auf einem Medium gespeichert sind. Die folgende Checkliste hilft Ihnen zu sichten, welche Datenobjekte Sie verschlüsseln sollten und wie Sie dies effektiv umsetzen können, um Ihre Informationen umfassend zu schützen.
E-Mail-Verschlüsselung überprüfen
Beginnen Sie mit Ihren E-Mails. Diese können Sie mit standardisierten Verfahren wie PGP (Pretty Good Privacy) oder S/MIME verschlüsseln. Beide Methoden sorgen dafür, dass Ihre Nachrichten nur von den vorgesehenen Empfängerinnen und Empfängern gelesen werden können und zusätzlich die Echtheit Ihrer Kommunikation bestätigt wird.
Messenger-Apps gezielt wählen
Auch bei der Nutzung von Messenger-Apps ist Verschlüsselung entscheidend. Während viele Messenger eine Grundverschlüsselung bieten, sorgen Apps wie Threema und Signal für tiefergehenden Schutz. Besonders im geschäftlichen Umfeld sollten Sie vorsichtig mit WhatsApp umgehen, da dieser Dienst sogenannte Metadaten erhebt. Metadaten sagen zwar nichts über den Inhalt Ihrer jeweiligen Kommunikation aus, jedoch z.B. wie oft, zu welchen Zeiten, wie lange und mit wem Sie kommunizieren, woraus sich gewisse Rückschlüsse ziehen lassen.
Festplatten und Backups verschlüsseln
Ihre Festplatten und Backups verdienen ebenfalls besondere Aufmerksamkeit. Windows und macOS bieten mit BitLocker und FileVault integrierte Verschlüsselungslösungen, die Ihre Daten zuverlässig schützen. Gehen Sie dafür bei Windows zur Geräteverschlüsselung in Ihren Einstellungen und aktivieren Sie diese. Danach können Sie im Suchfeld BitLocker eingeben, damit Sie diesen verwalten und ebenfalls aktivieren können. Bei Apple-Produkten finden Sie FileVault in Ihren Systemeinstellungen unter Datenschutz und Sicherheit, wo Sie diese Geräteverschlüsselung einschalten können. Für eine systemunabhängige Lösung eignet sich beispielsweise VeraCrypt, um ganze Festplatten und die sich darauf befindenden Daten zu verschlüsseln.
Dokumente und Dateien schützen
Einzelne Dokumente, Dateien und Bilder können zusätzlich mit Programmen wie PeaZip (eine Dateikomprimierungs- und Archivierungssoftware) oder GPG (eine Verschlüsselungs- und Signiersoftware) verschlüsselt werden. Wenn Sie größere Bereiche wie ganze Ordner schützen möchten, bietet sich auch hier VeraCrypt als flexible Lösung an.
Smartphone-Verschlüsselung kontrollieren
Moderne Smartphones enthalten eine Vielzahl sensibler Daten und sind oft bereits standardmäßig verschlüsselt. Es lohnt sich dennoch, die Verschlüsselung zu überprüfen: Bei Android finden Sie die entsprechende Einstellung unter „Verschlüsselung und Anmeldedaten“, bei iOS unter „Face ID & Code“.
Passwörter sicher verwalten
Statt Passwörter unsicher in Dokumenten oder im Browser zu speichern, sollten Sie einen Passwortmanager nutzen. Dieser verwaltet Ihre Passwörter verschlüsselt in einer sicheren Datenbank, die nur durch Ihr Master-Passwort entschlüsselt werden kann und bietet auf diese Weise zusätzlich Schutz..
Autorin: Laura Schoner, DIGITAL.SICHER.NRW, veröffentlicht im RZB 11/2024
Im Internet tauchen immer wieder betrügerische Onlineshops auf, die mit verlockenden Angeboten Kundinnen und Kunden in die Falle locken. Besonders Unternehmen sind gefährdet, wenn sie Anschaffungen tätigen, Geschenke für Mitarbeitende organisieren oder attraktive Rabatte für Investitionen nutzen möchten.
Datensicherungen (engl.: Backups) gehören zur Gesundheitsvorsorge der IT-Systeme Ihres Unternehmens. Der Verlust von Daten kann viele Ursachen haben: technische Defekte, Cyberangriffe oder menschliches Fehlverhalten. Ohne eine separate Datenspeicherung sind wichtige Dokumente ersatzlos verloren.
Cybersicherheitsvorfälle können jedes Unternehmen treffen – von der kleinen Bäckerei bis hin zum mittelständischen Maschinenbauer. Ohne einen klaren Plan drohen IT-Probleme, Chaos und Betriebsunterbrechungen, die schwerwiegende Folgen haben können.
123456 ist das beliebteste Passwort – und eine Einladung an Kriminelle. Wie Sie Ihre Zugänge schützen, ohne sich unendliche Zifferkombinationen merken zu müssen, haben unsere Kollegen von Digtal.Sicher.NRW aufbereitet.
Was wie ein harmloser Angeltrip klingt, kann für eine Zahnarztpraxis die Insolvenz bedeuten: Phishing. Phishing-Angriffe haben zum Ziel, Opfer zu ködern, um vertrauliche Informationen zu beziehen.
Der verantwortungsvolle Umgang mit Daten ist entscheidend, um die Sicherheit von Unternehmens- und Kundeninformationen zu gewährleisten. Das bloße Löschen von Daten auf einem Computer, indem sie in den „Papierkorb“ verschoben und dieser geleert wird, reicht nicht aus.
Beim Surfen im Internet hinterlassen Sie oft zahlreiche Datenspuren, die Cyberkriminelle ebenso anziehen wie Blut Haie. Auf unsicheren Webseiten oder über öffentliche WLAN-Hotspots bewegen Sie sich schnell in trüben Gewässern und erkennen womöglich schädliche Software nicht, die Sie oft nur durch einen einzigen Klick an Land ziehen – oder auf Ihren Computer herunterladen.
Würden Sie Ihr Geschäft oder Büro verlassen, ohne die Tür zu schließen? Leider stehen bei vielen Betrieben die digitalen Fenster und Türen sperrangelweit offen – Dauerlüften ist angesagt! Was wie eine willkommene Einladung für Cyberkriminelle wirkt, können Sie verhindern.
Verschlüsselung ist wie die Tarntechnik aus der Trickkiste eines James Bond: Sie verwandelt alltägliche Nachrichten, Bilder und Dateien in einen unlesbaren Geheimtext, den nur diejenigen entschlüsseln können, die den richtigen Schlüssel besitzen.