123456 ist das beliebteste Passwort – und eine Einladung an Kriminelle. Wie Sie Ihre Zugänge schützen, ohne sich unendliche Zifferkombinationen merken zu müssen, haben unsere Kollegen von Digtal.Sicher.NRW aufbereitet.
Starke Passwörter sind verdammt schwer zu merken – zu lang, zu kompliziert, zu umständlich. Dazu kommen gefühlt tausend verschiedene Zugänge bei Online-Diensten, die Sie bei Ihrer Arbeit im Betrieb verwenden. Mit einem Passwortmanager und einem zweiten Faktor erleichtern Sie nicht nur Ihren Berufsalltag, sondern sind auch digital sicherer unterwegs.
„123456“ ist laut Identico das beliebteste Passwort der Deutschen im Jahr 2024. Auch „abc123“ oder „password“ schaffen es unter die Top Ten. Das zeigt, dass Passwörter vor allem einfach zu merken sein sollen. Der entscheidende Nachteil: Hacker schaffen es, Passwörter mit acht Zeichen, die ausschließlich aus Zahlen bestehen, in weniger als einer Sekunde zu knacken Bei Passwörtern, die aus acht Kleinbuchstaben bestehen, dauert es ungefähr eine halbe Stunde. Zum Vergleich: Wenn Sie zwölf Zeichen mit Ziffern, Klein- und Großbuchstaben sowie Symbolen verwenden, brauchen Cyberkriminelle rund drei Millionen Jahre. Weswegen das entscheidend ist? Stellen Sie sich Ihr Passwort als Schlüssel zur digitalen Welt vor. Wie auch im echten Leben ist jedes Schloss knackbar, aber Einbrechende nehmen sich immer nur eine gewisse Zeit dafür. Läuft diese ab, wird der Einbruch ins Büro zu riskant, denn die Gefahr, erwischt zu werden, erhöht sich. Halten Sie Cyberkriminelle also möglichst lange auf – mit starken Passwörtern.
Ein starkes Passwort sollte vor allem lang sein. Mindestens zwölf Zeichen, besser sechzehn, sollte es daher haben. Keine gute Idee ist es, Ihr Geburtsdatum, Ihren Namen oder andere persönliche Informationen dafür zu nehmen. Solche Daten finden Cyberkriminelle schnell in einer einfachen Google-Suche oder auf Social-Media-Kanälen.
Tipp: Reihen Sie Wörter zu einem Satz aneinander und bauen Sie bewusst Rechtschreibfehler ein. Noch schwerer zu hacken wird Ihr Passwort, wenn Sie nicht nur Klein-, sondern auch Großbuchstaben oder Zahlen und Sonderzeichen verwenden. Benutzen Sie außerdem jedes Passwort nur einmal.
Wieso? Genauso wie Sie unterschiedliche Schlüssel nutzen, um verschiedene Türen zu öffnen, sollten Sie auch mit Ihren Passwörtern vorgehen. Wenn Sie eins mehrfach oder gar immer dasselbe verwenden, kommen Cyberkriminelle einmal geknackt auch an weitere Ihrer Online-Konten. Diese Angriffsmethode nennt sich Credential Stuffing.
Bei Ihren vielen Online-Konten stellen Sie sich nun wahrscheinlich die Frage: Wie soll ich verschiedene starke Passwörter verwenden und mir diese dann auch noch merken? Das können Sie nicht. Viele schreiben sich daher ihre Passwörter auf Klebezettel, die sie an ihren Monitor hängen oder unter die Tastatur kleben.
Auch Word-Dokumente, Excel-Listen oder das Speichern der Passwörter im Browser werden als Optionen häufig genutzt. Jedoch sind das alles eher unsichere Methoden, um Passwörter zu speichern. Verwenden Sie stattdessen lieber einen Passwortmanager. Dieser kann Ihnen für jedes Ihrer Online-Konten lange und komplexe Passwörter generieren und verschlüsselt für Sie aufbewahren. Das ist für Sie bequem und noch dazu viel sicherer, da die gespeicherten Informationen durch einen mathematischen Algorithmus in eine unleserliche Form umgewandelt werden.
Nur durch die Verwendung eines entsprechenden Schlüssels können die Passwörter wieder in ihre ursprünglich lesbare Form zurückverwandelt werden. Das geschieht mithilfe eines Master-Passworts, das Sie erstellen und was Sie sich als einziges (!) auf jeden Fall merken sollten.
Mit starken Passwörtern und einem Passwortmanager sind Sie auf dem besten Weg, digital sicherer zu werden. Wissen Sie, wie Sie Cyberkriminelle zusätzlich ärgern können? Mit einer Zwei-Faktor-Authentifizierung. Das ist die Anmeldung in zwei Schritten: Zuerst denken Sie sich wie gehabt einen Benutzernamen und ein Kennwort für das jeweilige Online-Konto aus und geben diese beim Login ein.
Bei vielen Diensten besteht zusätzlich die Möglichkeit, eine Sicherheitsabfrage einzurichten: den zweiten Faktor. Das kann zum Beispiel ein Code sein, den Sie per SMS, E-Mail oder über eine App bekommen und bei Ihrer Anmeldung eintragen. Wenn möglich kann auch der zweite Faktor biometrisch erfolgen, also über einen Fingerabdruck oder durch Gesichtserkennung. Dadurch, dass beim Login immer zwei Geräte beteiligt sind, ist diese Methode deutlich sicherer als ein reiner Passwortschutz.
Falls Angreifende Ihr Passwort kennen, aber nicht über den zweiten Faktor verfügen, besteht bei einigen Diensten außerdem die Möglichkeit, Warnungen oder Benachrichtigungen zu senden, die Sie über den nicht autorisierten Zugriffsversuch informieren.
Autorin: Laura Schoner, DIGITAL.SICHER.NRW, veröffentlicht im RZB 11/2025
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