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Zahnzusatzversicherungen

Von A wie Angst wie Angst vorm Zahnarzt bis Z wie Zahnzusatzversicherung - hier gibt es Tipps und Informationen zu wichtigen Themen für Patientinnen und Patienten.
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Was können Sie erwarten – was sollten Sie beachten?

Inzwischen sollen sich bereits rund 13 Millionen gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland dazu entschieden haben, eine „private Zahnzusatzversicherung“ für sich selbst oder ihre Kinder abzuschließen. Tendenz wegen massiver Werbung der anbietenden Unternehmen weiterhin steigend. Sinn und Zweck einer solchen ergänzenden Versicherung soll sein, den sogenannten Eigenanteil bei der Anfertigung von Zahnersatz zu reduzieren und die privaten Kosten für zahnärztliche Behandlungen, die nicht oder nur zum Teil von den Krankenkassen übernommen werden – wie beispielsweise für Inlays, Implantate, professionelle Zahnreinigung – finanziell abzufedern.

Die monatlichen Prämien für die Absicherung variieren dabei derzeit je nach Anbieter, Tarif und Deckungsumfang, aber auch je nach Alter und Gesundheitszustand des Antragstellers (hier spielt beispielsweise eine Rolle, wie viele Zähne bereits fehlen), für einen Erwachsenen zwischen sieben Euro bis über 40 Euro. Beispielberechnungen und aktuelle Vergleiche finden Sie in den einschlägigen Internet-Portalen oder auch bei der Stiftung Warentest.

Je früher, desto besser?

Einige Experten vertreten sogar die Meinung, dass derartige Policen schon für Kinder ab dem dritten Lebensjahr sinnvoll seien. Warum so früh? Die Begründung scheint einfach: In der privaten Versicherungswirtschaft gilt, anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung, das Prinzip „Ein brennendes Haus kann man nicht (mehr) versichern“. Übertragen auf Krankheitszusatzversicherungen heißt dies: Ist der Versicherungsfall bereits vor Vertragsabschluss eingetreten, ist das Unternehmen möglicherweise teilweise oder vollständig von seiner Leistungspflicht befreit, muss demnach nicht zahlen. Hat also ein Zahnarzt bei einem Kind im Alter von sechs oder sieben Jahren erst einmal im Rahmen der Routine-Untersuchung eine sich entwickelnde Zahn- oder Kieferfehlstellungen festgestellt und dokumentiert, ist die Behandlung dieser Erkrankung im Nachhinein eigentlich nicht mehr – oder nur noch gegen höhere Prämien – versicherbar.

Versicherungsbedingungen exakt lesen

Juristisch gesehen handelt es sich in einem solchen Fall um eine bereits „begonnene Heilbehandlung“, weil schon eine entsprechende Diagnose gestellt wurde. Private Zusatzkosten bei einer später erfolgenden (kieferorthopädischen) Behandlung würden durch eine Zahnzusatzversicherung also unter Umständen gar nicht abgedeckt, auch wenn dies vertraglich für das jetzt neunjährige Kind so vereinbart wird. Vergleichbares kann Erwachsenen bei Zahnersatz oder Implantaten passieren. Außerdem sind weitere Faktoren wie Leistungsausschlüsse, Wartezeiten, jährliche Höchstbeträge für Erstattungen, Einschränkungen bei Laborkosten oder Begrenzungen auf bestimmte Honorarsätze der Privatgebührenordnung zu beachten.

Informationsdefizit

Dabei scheint der Informationsstand der Patienten über solche Themen nicht besonders gut zu sein. Eine Umfrage eines zahnärztlichen Berufsverbandes Anfang 2011 zeigte folgendes Ergebnis: Lediglich ein Drittel der Patienten mit einer Zahnzusatzversicherung wussten genau über ihre Versicherungsbedingungen und den Leistungsumfang Bescheid. 14 Prozent glaubten irrtümlicherweise sogar, eine private Vollversicherung für Zahnbehandlungen abgeschlossen zu haben. Weit über die Hälfte hatten keine konkreten Vorstellungen, was sie denn eigentlich unterschrieben hatten.

Sparen für die Zähne?

Dabei gäbe es für gesetzlich Krankenversicherte grundsätzlich eine Möglichkeit, auch ohne Zusatzversicherung für die Zähne problemlos durchs Leben zu kommen: Wer für sein Kind ab Geburt jeden Monat per Dauerauftrag 10 Euro auf ein („Zahn-“)Sparbuch einzahlt, blickt zum Datum der Volljährigkeit schon auf eine Summe von weit über 2.000 Euro. Setzt dann der junge Erwachsene die Einzahlung fort, dürfte später auch die private Zuzahlung für eine umfangreiche Behandlung kein Problem mehr darstellen. Und noch besser: Wer dank eigener Bemühungen und regelmäßiger Zahnarztbesuche gesund bleibt, kann sein gespartes Geld dann anderweitig sinnvoll einsetzen. Gezahlte Versicherungsprämien sind hingegen unwiederbringlich „verloren“.

Tipps zum Thema

  • Sie sollten zunächst grundsätzlich kritisch den Sinn einer solchen Versicherung hinterfragen.
  • Es ist empfehlenswert, vor Antragstellung Preis-/Leistungsvergleiche anzustellen.
  • Sie sollten bei Antragstellung unbedingt exakte und wahrheitsgetreue Angaben über Ihren Gesundheitszustand machen.
  • Sie sollten wissen, dass Sie in aller Regel nicht vollversichert sind.
  • Der Umfang Ihres Versicherungsschutzes ist für Ihre Zahnärztin/Ihren Zahnarzt nicht beurteilbar. Sie/er kann daher auch keine Aussagen über eine eventuelle Kostenbeteiligung Ihres Versicherungsunternehmens machen.
  • Sie sollten vor umfangreichen Behandlungen eine Kostenzusage Ihrer Versicherung einholen.
  • Sie müssen damit rechnen, dass Ihr Versicherer bei Eintritt des „Schadensfalles“ Nachfragen bei Ihrem Zahnarzt/Ihrer Zahnärztin ggf. sogar früheren Zahnärzten stellt und einiges an Schriftverkehr auf Sie zukommt.
  • Sie sollten wissen, dass Ihre Versicherung mit einer derartigen „Informationsanforderung“ gleichzeitig auch abklärt, ob sie überhaupt etwas bezahlen muss (s. o. Angaben über Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss).
  • Sie sollten dafür Verständnis haben und darauf vorbereitet sein, dass sich Ihre Zahnärztin/Ihr Zahnarzt den Aufwand für die Zusammenstellung von Unterlagen (plus Kopien und Porto) angemessen vergüten lässt.

Dr. med. dent. Dirk Erdmann

Eine Online-Umfrage des Marktforschungsinstituts MediaAnalyzer vom November 2011 ergab, dass lediglich 35 Prozent der befragten Teilnehmer eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen hatten. Mehr als die Hälfte von ihnen wusste dabei nicht genau, welche Zusatzleistungen ihre Versicherung übernimmt.

FAQ's
Dokumente
Behandlungen und Kosten
Service

Die neue App "Alles sauber?" soll das Zähneputzen bei Kindern fördern. Die Kinder füttern je nach Vorliebe ein Pferd, einen Hund oder einen Hasen. Doch wie werden deren Zähne wieder sauber? Da hilft die rote Zahnbürste weiter. Die Kinder wischen mit der Bürste über den Bildschirm und nach und nach strahlen die Zähne wieder. Dann werden die Kinder aufgefordert, ihre eigenen Zähne zu putzen. Zu guter Letzt darf ein Foto der sauberen Zähne geschossen werden. Wer noch etwas Hilfe bei der Technik benötigt, bekommt wichtige Tipps der Initiative proDente, die die App auch sponsort. Die App steht kostenlos im iTunes App Store zur Verfügung: https://itunes.apple.com/de/app/alles-sauber-zahne-putzen/id642318964?mt=8

Gesetzlich Versicherte erhalten einen Heil- und Kostenplan von ihrem Zahnarzt, wenn sie Zahnersatz benötigen. Das Formular und die Eintragungen sind für Laien jedoch schwer zu verstehen. Die Initiative proDente stellt daher jetzt eine interaktive Online-Erklärung zur Verfügung, die den Heil- und Kostenplan (HKP) für Patienten aufschlüsselt. Ein ergänzenden Informationsblatt zum HKP kann von Patienten kostenfrei unter 01805/55 22 55 bestellt werden.

Seit dem 1. Juli 2018 gilt die EU-Quecksilberverordnung. Danach darf Dentalamalgam nicht mehr für zahnärztliche Behandlungen von Milchzähnen, von Kindern unter 15 Jahren und von schwangeren oder stillenden Patientinnen verwendet werden. Für die Behandlung der genannten Patientinnen und Patienten muss regelmäßig ein alternatives plastisches Füllungsmaterial gewählt werden, das dauerhaft haltbar und erprobt ist und dem Stand der Wissenschaft entspricht.

Die Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) hat zu dem Thema einen Katalog mit wichtigen Fragen und Antworten erarbeitet, um Patientinnen und Patienten über die neuen Vorgaben, Ausnahmen von diesen Vorgaben und Behandlungsmöglichkeiten bei Zahnfüllungen zu informieren. Die Auflistung gibt unter anderem Auskunft darüber, welche Alternativen zu Dentalamalgam in der Füllungstherapie verfügbar sind und welche Leistungen gesetzliche Krankenkassen übernehmen.

Der Frage- und Antwortkatalog kann auf der Website der KZBV unter www.kzbv.de/eu-quecksilberverordnung abgerufen werden. Auch die aktualisierte KZBV-Patienteninformation „Zahnfüllungen – Was Sie als Patient wissen sollten“ ist dort zum kostenlosen Download verfügbar oder kann als gedruckte Broschüre bestellt werden.

Das Thema Hygiene geht jeden etwas an! Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat eine neue Informationsseite ins Leben gerufen: www.infektionsschutz.de. Diese Homepage bietet umfassende Inhalte zum Thema und ist ansprechend und interessant gestaltet. Eine hilfreiche Infoseite gerade auch für den Patienten.

Patientinnen und Patienten in NRW stehen im Patientenwegweiser des Patientenbeauftragten für Nordrhein-Westfalen unterschiedliche Informations-, Beratungs- und Selbsthilfeangebote zur Verfügung.

Das umfangreiche Adressverzeichnis soll dazu beitragen, die Suche nach geeigneten Ansprechpartnerinnen und -partnern zu vereinfachen.

Für Patienten wurde eigens eine Telefon-Hotline eingerichtet. Diese erreichen Sie montags von 12.00 bis 15.00 Uhr und donnerstags von 10.00 bis 13.00 Uhr unter der Telefonnummer 0211 / 44 704 280. Dort beantworten wir Ihre Fragen rund um die zahnärztliche Behandlung.

Das Bilderbuch „Zahnbande“ begeistert schon seit Herbst 2016 Kinder und Erwachsene. Jetzt kommen Abenteuer, Spiele und spannende Infos über gesunde Zähne mit allen Mitgliedern der Zahnbande auch ins Internet. Auf „zahnbande.de“ präsentiert die Initiative proDente für 5- bis 12-Jährige kleine Geschichten, Filme, Spiele, Animationen und Ausmalbilder.

Natürlich geht es um Zähne und was die Beißerchen so alles leisten. Also Essen, Trinken und beim Sprechen helfen. Auch Zähneputzen und der Besuch beim Zahnarzt dürfen nicht fehlen. Doch wichtiger als Belehrungen sind Geschichten und Figuren, die Kinder und deren Phantasie ansprechen. Auch ein Menüpunkt mit Spielen, Geschichten und Ausmalbildern darf nicht fehlen. Und wie herrlich schrill ein Bohrer klingt hören die Kids auch.

www.zahnbande.de

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