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Wissenswertes & Tipps

Von A wie Angst wie Angst vorm Zahnarzt bis Z wie Zahnzusatzversicherung - hier gibt es Tipps und Informationen zu wichtigen Themen für Patientinnen und Patienten.
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Unsere Zähne sind täglich für uns da. Sie helfen uns, Essen unbeschwert zu genießen. Sie sorgen dafür, dass unsere Mitmenschen uns gut verstehen. Sie lassen uns gut aussehen und mit einem Lachen den Tag genießen. Diesen Job verrichten sie fast verschleißfrei, weil unsere Zähne aus den härtesten Substanzen unseres Körpers bestehen.

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Auch Zahnärzte fühlen sich nicht unbedingt wohl, wenn sie – was zugegeben eher selten vorkommt – einmal selbst als Patient auf dem Behandlungsstuhl Platz nehmen. So zitierte eine große Kölner Tageszeitung vor einigen Monaten den ausgewiesenen „Experten für Zahnbehandlungsangst“, Prof. Dr. Hans-Peter Jöhren, in einem Interview mit den Worten:

Sehr angenehm finde ich die Situation im Zahnarztstuhl ehrlich gesagt auch nicht. Ich kann die Angst vieler Patienten sehr gut verstehen. Als Patient liege ich auf dem Rücken, während in meiner Mundhöhle etwas passiert, was ich selbst nicht sehen kann. Dazu kommen mehrere Geräte, die unangenehme Geräusche machen. Sprechen kann ich nicht, so entsteht ein Gefühl des Ausgeliefertseins…“

Praxisteam ist gut geschult

Nach Jöhrens Einschätzung gehen ungefähr 70 Prozent der Menschen mit einem mehr oder weniger großen Unbehagen in eine Zahnarztpraxis. Nur bei 5 bis 10 Prozent bestehe allerdings eine wirkliche „Zahnbehandlungsphobie“ – also extrem stark ausgeprägte Angstgefühle „mit Krankheitswert“, die nicht so ohne weiteres überwunden werden können.

Da immerhin mehr als zwei Drittel aller Patienten ein unterschiedlich stark ausgeprägtes Unwohlsein oder Befürchtungen mit Blick auf ihre Behandlung empfinden, ist dies natürlich in jeder Zahnarztpraxis tagtägliches Thema. Die meisten Zahnärzte sind für die speziellen psychologischen Anforderungen beim Umgang mit „Angstpatienten“ bestens geschult und wissen ganz genau, wie sie mit der Situation umgehen müssen. Das gilt für das gesamte Praxisteam: Auch die Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA, früher „Zahnarzthelferinnen“) lernen bereits in ihrer Ausbildung, worauf es beim Kontakt mit ängstlichen Patienten ankommt. Ein freundliches und beruhigendes Praxisambiente kann eine zusätzliche Rolle spielen.

Kein Grund zur Furcht

Zudem steht fest, dass es heutzutage – auch wegen der zahlreichen und hochwirksamen Möglichkeiten der modernen örtlichen Betäubung („Lokalanästhesie“) – nur noch selten wirkliche Gründe für eine größere Furcht vor zahnärztlichen Behandlungen gibt. Folgende Tipps für einen möglichst entspannten Zahnarztbesuch können zudem hilfreich sein:

  • Gehen Sie – schon bei der Terminvereinbarung! – offen mit dem Thema um, Sie sind nicht allein mit dem Problem (s.o.). 

  • Machen Sie unbedingt auch einen entsprechenden, deutlichen Vermerk auf dem Praxis-Fragebogen, den Sie ggf. vor der ersten Behandlung in Ihrer Praxis zum Ausfüllen erhalten. Reden Sie mit Ihrer Zahnärztin / Ihrem Zahnarzt direkt über Ihre Angst.

  • Verschieben Sie keinen einmal vereinbarten Termin.

  • Organisieren Sie sich eventuell eine Begleitung durch eine vertraute Person für den Praxisbesuch.

  • Lassen Sie sich über die Möglichkeiten einer örtlichen Schmerzausschaltung (Lokalanästhesie), Entspannungstechniken, möglicherweise auch die Behandlung in Hypnose oder unter Zuhilfenahme von Medikamenten informieren. Alleine schon so einfache Dinge wie beruhigende Musik über Kopfhörer können die Angst reduzieren, da dadurch die Praxisgeräusche in den Hintergrund treten und die Schmerzempfindung vermindert werden kann.

  • Wenn Ihnen das gut tut, lassen Sie sich ausführlich über die Behandlungsschritte und den -ablauf informieren.

  • Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben.

  • Vereinbaren Sie Zeichen für den Fall, dass Sie die Behandlung kurz unterbrechen wollen.

  • Machen Sie nach einer Akutbehandlung sofort weitere Termine und bleiben dann am Ball, bis die gesamte Behandlung abgeschlossen ist.

  • Nutzen Sie den Terminservice („Recall“) Ihrer Praxis, um regelmäßige Zahnvorsorge zu betreiben.    

  • Folgen Sie den Empfehlungen des Zahnarzt-Teams zur Gesunderhaltung Ihrer Zähne / zur Pflege Ihres Zahnersatzes.

Eine Behandlung unter Vollnarkose ist übrigens wenig geeignet, um Ängste abzubauen. Sie kommt nach Expertenmeinung nur in besonderen Fällen (beispielsweise bei akuten entzündlichen Erkrankungen, bei großen chirurgischen Eingriffen oder bei Unverträglichkeiten von örtlichen Betäubungsmitteln) in Betracht, weil bei einer Narkose immer das Risiko ernsthafter Komplikationen besteht.

Dr. med. dent. Dirk Erdmann

Weiterführende Informationen – auch zum Thema „Zahnbehandlungsphobie“ - finden Sie hier:

  • Patienteninformation der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK): „Die Angst vor der Zahnbehandlung

  • Zahnarztsuche, z.B. mit dem Tätigkeitsschwerpunkt "Hypnose“ der Zahnärztekammer Nordrhein

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Gewalt in der Familie stellt ein weit verbreitetes Phänomen dar. Die Zahl der Verletzungen durch häusliche Gewalt ist in den letzten Jahren stark gestiegen, die Dunkelziffer ist erschreckend hoch.

Die Opfer haben häufig enorme Angst, sich anderen Menschen anzuvertrauen. Da abgebrochene Zähne und Brüche im Kieferbereich im Unterschied zu Prellungen, Verbrennungen und ähnlichen Verletzungen nicht heilen, wenn sie unbehandelt bleiben, bekommt der Zahnarzt oft als erster und zum Teil auch als einziger Mediziner die Opfer von familiärer Gewalt zu Gesicht.

Dokumentation durch den Zahnarzt

Manche Spuren von Gewalt, insbesondere im Schleimhautbereich der Mundhöhle, sind nur wenige Tage nachweisbar. Für eine spätere strafrechtliche Verfolgung kann eine frühzeitige Dokumentation daher von entscheidender Bedeutung sein. Ein forensischer Befundbogen bietet dem Zahnarzt dabei die Möglichkeit, alle denkbaren gewaltbedingten Verletzungsmuster umfassend und sorgfältig zu dokumentieren.

Opfer häuslicher Gewalt sollten in jedem Fall weitere Hilfe in Anspruch nehmen. Eine vor Gericht verwertbare Dokumentation kann sie auf dem Weg aus der familiären Gewalt unterstützen.

Dr. med. Dr. med. dent. Claus Grundmann

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Jede Behandlung in einer Zahnarztpraxis beginnt und endet in einem Raum, den ein Patient nur in den seltensten Fällen zu sehen bekommt: im Zentralraum oder „Steri“. Dort wird die Aufbereitung (Desinfektion, Reinigung, Sterilisation, Chargenkontrolle sowie Verpackung) all derjenigen zahnärztlichen Instrumente durchgeführt, die nicht als Einmalartikel zum Einsatz kommen.

Bei der räumlichen Planung einer Zahnarztpraxis spielt dieser wichtige Bereich deshalb von vornherein eine zentrale Rolle.

Qualitätsmanagement

Sämtliche Maßnahmen der Hygiene und des Infektionsschutzes sind bedeutsame Bausteine im Qualitätsmanagementsystem (QM) einer Zahnarztpraxis. Die Anforderungen für die Durchführung der Hygienemaßnahmen und -organisation sind insbesondere definiert

  • im Infektionsschutzgesetz (IfSG)
  • im Medizinproduktegesetz (MPG)
  • in der Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetrbV) und
  • in den Empfehlungen des Robert Koch-Institutes (RKI).

Im Zentrum der Ausbildung

Schon von Anbeginn ihrer dreijährigen Ausbildung erfährt jede Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) sowohl in der Berufsschule als auch an ihrem Arbeitsplatz eine intensive Schulung speziell im Bereich der Praxishygiene. Das theoretische Fachwissen über den Infektionsschutz wird in separaten Klausuren und Prüfungen kontrolliert und Arbeitsabläufe werden nach exakten Vorgaben (Hygieneplan, Arbeitsanweisungen und Checklisten) unter Aufsicht eingeübt. Dabei geht es natürlich nicht nur um die zahlreichen unterschiedlichen zahnärztlichen Instrumente, sondern auch um weitere wichtige Themen wie beispielweise hygienische und chirurgische Händedesinfektion, Reinigung und Desinfektion von Gegenständen und von Flächen und Geräten in den Behandlungsräumen.

Hohe Investitionen für die Gesundheit von Patienten und Praxisteam

Allgemein kaum bekannt ist, welcher Aufwand hier zum Schutz von Patienten und Mitarbeitern/innen „hinter den Kulissen“ betrieben wird und wie personal-, geräte- und kostenintensiv diese Hygiene-Vorkehrungen sind. Wissenschaftliche Experten des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ, Köln) ermittelten in ihrer letzten repräsentativen Analyse folgende Zahlen: Eine Praxis mit nur einer Zahnärztin/einem Zahnarzt („Einzelpraxis“) investiert Jahr für Jahr durchschnittlich 70.000 Euro für laufende Hygienemaßnahmen. Bei Gemeinschaftspraxen liegt der Betrag trotz Rationalisierungseffekten bei zirka 87.000 Euro.

Updates halten fit

Um das Wissen im Praxisteam über die doch zum Teil recht komplexen Arbeitsabläufe frisch zu halten bzw. zu ergänzen und einen hohen Hygienestandard zu gewährleisten, führt jeder Praxisinhaber regelmäßig interne Schulungen zum Thema durch. Außerhalb dieser Routine erfolgt dies natürlich auch beim Einsatz neuer Arbeitsmittel, Geräte oder Verfahren sowie für neu eingestellte Mitarbeiter/innen.

Darüber hinaus bieten die Zahnärztekammern ein umfangreiches Fortbildungsprogramm für Zahnärzte und Zahnmedizinische Fachangestellte an, wobei die Kurse und praktischen Übungen regelmäßig gut besucht und häufig lange im Voraus ausgebucht sind. Die Zahnärztekammer Nordrhein schulte in den letzten 10 Jahren regelmäßig die berufstätigen Zahnärztinnen und Zahnärzte flächendeckend (drei große Schulungsreihen 2011, 2014/15 und 2018/19). Erneut ein eindrucksvoller Beweis für den nachhaltig hohen Stellenwert der Hygiene im Bewusstsein der freiberuflich tätigen Zahnärzte.

Dr. med. dent. Dirk Erdmann
überarbeitet im April 2020 von Dr. rer. nat. Thomas Hennig

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Von Mundgeruch (Halitosis) ist bisweilen jeder betroffen. Viele Menschen sind sehr verunsichert, da man den eigenen Mundgeruch schlecht wahrnehmen kann. Gewissheit bringt der sogenannte „Airbag-Test“. Dazu braucht man lediglich eine dünne, saubere und geruchsfreie Plastiktüte, die man langsam aufbläst. Das Fassungsvermögen sollte etwa 10 Liter betragen, also etwa so viel wie ein normal großer Eimer fasst.

Anschließend geht man einige Schritte zur Seite und lässt die eigene Atemluft langsam aus der Tüte ausströmen, wie aus einem Luftballon. Hat man schlechten Atem, wird man dies jetzt bemerken können.

Ursache häufig im Mundraum zu finden

Bei Mundgeruch kann der Zahnarzt helfen: Zunächst einmal sollten Sie ihn auf Ihr Problem ansprechen, denn nur wenige Zahnärzte kommen aus Taktgefühl von sich aus darauf zu sprechen. Die meisten von Mundgeruch betroffenen Menschen können davon ausgehen, dass der Mundgeruch nicht aus dem Magen oder von einer anderen Krankheit herrührt, sondern – wie der Name schon nahelegt – aus dem Mundraum. Und dafür ist Ihr Zahnarzt der richtige Ansprechpartner.

Der Zahnarzt inspiziert die Zähne und fahndet nach Nischen und Defekten. Er untersucht das Zahnfleisch, misst die Zahnfleischtaschen aus und nimmt eventuell vorhandenen Zahnersatz genau in Augenschein. Auch die Zunge und die übrige Mundschleimhaut werden dabei untersucht. Gibt es in diesen Bereichen Auffälligkeiten, so kann er eine geeignete Therapie vorschlagen. Daneben informiert der Zahnarzt oder sein Praxisteam zu besonderen Pflegetechniken, wie z.B. der Gebrauch spezieller Zahnseide, eines Zungenreinigers oder einer Spüllösung.

Zahnarzt um Rat fragen

Ein zu geringer Speichelfluss, wie er mit der Einnahme vieler Medikamente einhergeht, kann ebenfalls zu Mundgeruch führen. Nehmen Sie also die Beipackzettel Ihrer Arzneimittel ruhig mit zum Zahnarzt, er wird sich auch aus anderen Gründen (Diabetes, gerinnungshemmende Mittel) dafür interessieren.

Wenn außer dem Betroffenen niemand sonst einen schlechten Geruch wahrnimmt und ein objektives Urteil gewünscht wird, können auch Messungen durchgeführt werden. In hartnäckigen Fällen kann auch die Überweisung zu einem Spezialisten in Frage kommen, was aber selten erforderlich ist.

Scheuen Sie sich bei schlechtem Atem also nicht, in Ihrer Zahnarztpraxis um Rat zu fragen. Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt wird Ihnen gerne weiterhelfen!

Dr. med. dent. Henry Snel

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Schöne Zähne, weiße Zähne, glatte Zähne, gerade Zähne, gesunde Zähne – um all dies kümmert sich der Zahnarzt. Er ist als Zahn-Arzt Spezialist für alle Erkrankungen der Mundhöhle und weiß, welche Folgen kranke Zähne auf den ganzen Körper haben. Bleiben Karies und Parodontitis unbehandelt, können sich Bakterien durch die neue Eintrittspforte im Körper weiter ausbreiten.

Beispiel Karies

Bakterien zerstören die äußeren Zahnschichten und erreichen dann das durchblutete Zahnmark. Bleibt das Zahnloch unbehandelt, stirbt das Zahnmark ab und durch die Entzündung löst sich der Knochen an der Wurzelspitze auf. Später folgen eitrige Gesichtsschwellungen, die sich gefährlich bis in die Kieferhöhle oder die Halsregion ausdehnen können.

Beispiel Parodontitis

Bakterielle Beläge zerstören nicht nur die Zähne, sondern entzünden auch das Zahnfleisch. Ignoriert man dies, kann sich die noch kleine Wunde auf den Zahnhalteapparat mit Wurzelzement, Haltefasern und Knochen ausbreiten und wird somit zur Parodontitis. Addiert man bei einer ausgeprägten Parodontitis alle Wundflächen, summiert sich die Größe leicht auf die Fläche einer ausgewachsenen Männerhand. Das Wort „Entzündung“ sagt es schon: So wie aus einer kleinen Streichholzflamme ein großer Brand entstehen kann, löst ein kleiner Herd im Körper weitere Schäden aus, falls das Immunsystem - die körpereigene „Feuerwehr“ - nicht Schlimmeres verhindert. Deshalb steigt das Risiko für Herzkreislauferkrankungen (Arteriosklerose, Herzmuskelentzündungen und Infarkte) um das Dreifache, Atemwegserkrankungen können ausgelöst oder verschlimmert werden, ein bestehender Diabetes kann verstärkt werden und das Risiko einer Schwangeren, eine Frühgeburt zu erleiden, wächst auf das Siebenfache an.

Die Ursache für Mundgeruch liegt nur selten im Magen, sondern zu 90 Prozent im Mund- und Rachenraum. Meist sind Zahnfleischerkrankungen und schlechte Mundhygiene verantwortlich. Unzureichende Hygiene und schlechter Sitz von herausnehmbarem Zahnersatz begünstigen Pilzerkrankungen.

Zähne sind Teamspieler

Zähne spielen nur im Team zusammen. Jeder Zahn hat seine Aufgabe und sogar jede Neigung und Wölbung auf den Kauflächen hat von der Natur ihre eigens zugewiesene Funktion. Man stelle sich ein Zahnrad vor, bei dem eine Zacke fehlt. Eine Fehlverzahnung entsteht zum Beispiel durch Fehlstellungen, Zahnverlust oder übergroße Füllungen und führt am Ende zu Überlastungen der Kaumuskeln und des Kiefergelenks. Erste Anzeichen sind Verhärtungen der Kaumuskulatur. Unbehandelt macht sich später das Gelenk oft durch Knackgeräusche bemerkbar. Auch Kopfschmerzen, besonders in der Schläfenregion, sind typische Symptome. Wegen der engen Nachbarschaft zum Ohr kann das kranke Gelenk sogar Ohrenschmerzen vortäuschen oder unangenehme dauerhafte Nebengeräusche (Tinnitus) herbeiführen. Man nimmt an, dass heute ca. jede vierte Tinnituserkrankung durch Kiefergelenkprobleme ausgelöst wird.

Können die Zähne ihre Hauptfunktion, die Nahrungsaufnahme, nicht mehr zufriedenstellend ausführen, ändern sich die Ernährungsgewohnheiten entsprechend und es folgen Magen- und Darmprobleme mit Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit. Eine weitere wichtige Aufgabe der Zähne ist die Kommunikation, denn die Zähne sind für Aussprache mit verantwortlich und beeinflussen maßgeblich das äußere Erscheinungsbild.

Zahnarzt erkennt auch Allgemeinerkrankungen

Viele Allgemeinerkrankungen sieht der Zahnarzt als erster. Z. B. Leukämie und Aids erkennt der Zahnarzt frühzeitig an den Mundschleimhäuten. Auch Vorstufen von bösartigen Mundschleimhauterkrankungen kann der Zahnarzt rechtzeitig diagnostizieren und somit Leben retten.

Zähne sind wertvolle Körperteile. Regelmäßige Untersuchungen und frühzeitige Behandlungen sind ein wesentlicher Bestandteil der allgemeinen Gesundheitsvorsorge.

 Dr. med. dent. Jürgen Zitzen

Schätzungen zufolge haben bis zu hunderttausend Menschen keinen Krankenversicherungs-Schutz: darunter EU-Bürger ohne Arbeit, Flüchtlinge ohne Papiere, aber auch Selbstständige und Rentner.

In Nordrhein-Westfalen sind Anlaufstellen für diese Patienten eingerichet, sog. Clearingstellen.

Diese Stellen ermöglichen die Klärung des aufenthaltsrechtlichen und sozialrechtlichen Status und gegebenenfalls die Reintegration der Aufsuchenden in das Regelsystem. Je nach Konzept wird bei nicht einlösbaren Leistungsansprüchen eine medizinische Behandlung ermöglicht. Die Clearingstellen stellen eine Kooperation zwischen dem Öffentlichen Gesundheitsdienst und unterschiedlichen freien Trägern dar. Sie unterliegen der Schweigepflicht, so dass eine Weitergabe der Daten nicht befürchtet werden muss.

Clearingstellen im Kammerbereich Nordrhein

Duisburg
Clearingstelle
Träger: AWO-Integrations gGmbH
Zentraler Ansprechpartner: Herr Thelen
Tel.: 0203 40000 102
E-Mail: thelen@awo-integration.de
Flyer zum Download
 

Köln
Clearingstelle
Träger: Gesundheitsamt Stadt Köln, Caritas Köln,
Diakonie Köln
Zentrale Ansprechpartnerin: Frau Petry-Lehn
Tel.: 0221 1603887
E-Mail: info@clearing-migration.de
Internetseite der Clearingstelle Köln
 

Clearingstellen im Kammerbereich Westfalen-Lippe

Dortmund
Clearingstelle
Träger: Soziales Zentrum Dortmund e.V.
Zentrale Ansprechpartnerin: Frau Cramer
Tel.: 0231 840330
E-Mail: isabel.cramer@soziales-zentrum.org
 

Gelsenkirchen
Clearingstelle
Träger: Diakoniewerk Gelsenkirchen und
Wattenscheid e.V.
Zentrale Ansprechpartnerin: Frau Hoffmann
Tel.: 0209 95660778
E-Mail: christina.hoffmann@meinediakonie.de
 

Münster
Clearingstelle
Träger: GGUA Flüchtlingshilfe e.V., Caritasverband Münster e.V., Stadt Münster
Zentrale Ansprechpersonen:: Herr Voigt
Tel.: 0251 1448626
E-Mail: voigt@ggua.de
Frau Büker (Caritas)
Tel.: 0251 / 53009-764
E-Mail: jana.bueker@caritas-ms.de
Frau Heitkötter (Stadt Münster, Amt für Gesundheit u.a.)
Tel.: 0251 / 4925388
E-Mail: Heitkoetter@stadt-muenster.de
 

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Der Trend zum Piercing-Schmuck scheint ungebremst. So schätzt man in Deutschland die Zahl derjenigen, die sich mehr als nur das Ohrläppchen durchstechen lassen, auf über zwei Millionen.

Kaum ein Körperteil bleibt verschont, so auch nicht die Mundhöhle: Kleine „Hantelstangen“ und Kugelringe durchbohren die Zungenspitze, Unterlippe und Mundschleimhautbändchen. Aber kaum ein Patient scheint die wahren Risiken zu kennen.

Erste Gefahren lauern schon beim Piercen selbst. Unsauberes Arbeiten im Piercing-Studio kann Infektionen z. B. mit Tetanus-, Gelbsucht- oder Aidserregern und auch eine komplette Blutvergiftung verursachen. Verschleppte Entzündungen können in manchen Fällen Herzmuskelentzündungen und Lebervereiterungen bewirken.

Das Durchstoßen der Zunge birgt ein besonderes Risiko. Fast immer verursacht dies eine Schwellung, die auch die Atmung beeinträchtigen kann. Eine 18-jährige Britin hat nach einem Zungen-Piercing zwei Liter Blut verloren und konnte nur noch im letzten Moment mit Bluttransfusion gerettet werden. In Mecklenburg-Vorpommern verlor eine junge Frau fast ihre Zunge wegen einer massiven Vereiterung – übel riechende Bakterien ließen die Zungenspitze fast verfaulen. In den USA verstarb eine junge Frau zehn Tage nach einem Zungen-Piercing an komplettem Organversagen. In einem anderen Fall wäre eine Patientin beinahe zu Tode gekommen, weil die aufgrund eines Unfalles notwendige Intubation durch den Notarzt wegen zahlreicher Piercings der Zunge fast nicht gelungen wäre.

Piercing gefährdet Zähne

Eine 39 Jahre alte Frau in einer walisischen Kleinstadt verstarb an einer Blutvergiftung, die nach Angaben eines Gerichtsmediziners auf mangelhafte Hygiene ihrer 118  Piercings zurückzuführen ist. Ein weiteres Problem sind die Stahllegierungen, die Chrom und Nickel enthalten. Sie werden zwar als Chirurgenstahl bezeichnet, halten aber der hohen chemischen Beanspruchung im Mund nicht stand. Die Schwermetalle lösen sich allmählich heraus, gelangen in den Körper und können allergische Reaktionen verursachen. Jedes fünfte Piercing ist Ursache von Entzündungen und Allergien.

Aber selbst wenn das Piercen an sich glimpflich verläuft, stellen die Metallgegenstände im Mund eine permanente Gefahr für die Zähne dar. Durch ein spielerisches Kauen und das ständige Klopfen mit dem Schmuckstück kann es zu verstärkter Abnutzung der Zähne und zu feinsten Rissen im Zahnschmelz kommen. Die eingeschränkte Zungenbewegung verhindert außerdem die natürliche Selbstreinigung der Zähne – Mundgeruch, Karies und Parodontitis sind die Folge und auch Veränderungen der Zahnstellung wurde beobachtet.

Ständige Reibung

Die häufigste Nebenwirkung aller im Mund befindlicher Piercings ist jedoch die sogenannte Rezession. Durch die ständige Reibung der Fremdkörper mit dem Zahnhalteapparat ziehen sich dort Zahnfleisch und zahntragender Knochen unwiderruflich zurück, sodass die Zähne optisch länger erscheinen. Eine aktuelle neuseeländische Studie fand dies bei allen Piercing-Arten im Mund in unterschiedlicher Häufigkeit, bei Lippen-Piercings sogar bei 80 Prozent aller Untersuchten.

Die Technische Universität München warnt zudem: Personen mit Gesichts-Piercing sollten nicht Ski fahren. Besonders bei Temperaturen unter 10°C kühlt das Metall das umliegende Gewebe unbedeckter Körperstellen soweit herunter, dass es zu Erfrierungen kommen kann.

Die Krankenkassen schätzen die durch Piercings enstehende Kosten auf einen zweistelligen Millionenbetrag pro Jahr.

Dr. med. dent. Jürgen Zitzen

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Krankheiten, die durch Bakterien oder Viren ausgelöst werden, sind überaus häufig. Pilzerkrankungen (Mykosen) treten dagegen seltener auf, obwohl diese Art von Mikroorganismen eigentlich überall zu finden ist und unter ungünstigen Bedingungen - beispielsweise auf Gegenständen oder im Erdboden - lange überleben kann.

Warum eine Infektion mit Pilzen meistens nicht zum Ausbruch einer Erkrankung führt, fand soeben ein deutsch-japanisches Forscherteam heraus: Die Wissenschaftler entdeckten einen körpereigenen Eiweiß-Stoff (Protein), der natürlicherweise auf allen Körperoberflächen vorkommt und der in der Lage ist, krankmachende Faden-Pilze mit einem neuentdeckten Wirkmechanismus abzutöten.

Mykosen der Haut - Unangenehm, lästig und manchmal gefährlich

Allgemein bekannt sind Mykosen der Haut, die im Bereich des Kopfes, der Hände und Füße vorkommen und eben von solchen Faden-Pilzen (Dermatophyten) verursacht werden. Eine Übertragung kann durch direkten Hautkontakt, aber auch indirekt über Kontakt mit infizierten Gegenständen (s.o.) erfolgen. Die erkrankten Bereiche sind in der Regel trocken und schuppig, typischerweise scharf gegenüber der gesunden Haut abgegrenzt und wachsen ringförmig, wenn sie nicht behandelt werden. So kann sich ein landkartenartiges Bild ergeben.

Charakteristische Symptome sind außerdem Rötung, Juckreiz und gegebenenfalls Bläschenbildungen sowie schmerzhafte Hauteinrisse ("Rhagaden"). Begünstigt wird die Infektion durch ein feucht-warmes Milieu, Hautverletzungen, schlechte Durchblutungsverhältnisse und vorliegende Grunderkrankungen (z.B. Diabetes mellitus).

Für die Behandlung stehen verschiedene Antimykotika in Form von Salben oder Cremes zur Verfügung. In schweren oder besonders hartnäckigen Fällen kommen sogar Infusionen in Frage, insbesondere bei Menschen mit geschwächter Abwehrlage, um eine möglicherweise lebensbedrohliche Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern.

Mykosen im Mund - Häufig stellt der Zahnarzt die Diagnose

Pilzerkrankungen kommen auch auf den Schleimhäuten vor, also an Geschlechtsorganen sowie im Mund- und Rachenraum, denn gerade hier liegt ein „feucht-warmes Milieu“ vor. Dabei sind in erster Linie Hefepilze (Candida albicans und andere Candida-Verwandte) beteiligt.

Schon als Student lernt jeder Zahnarzt, Erkrankungen der Mundschleimhaut sicher zu erkennen und zu diagnostizieren. Im Rahmen einer regelmäßigen zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchung werden also auch solche Erkrankungen entdeckt: Mykosen im Mund – auch als „Soor“ bezeichnet – zeigen sich

Ein Nachweis erfolgt über einen Abstrich. Wichtig zu wissen ist aber, dass auch bei völlig gesunden Menschen in 20 bis 50 Prozent der Fälle eine Besiedlung mit Pilzen feststellbar ist, ohne dass diese erkranken. Typische Stellen für das Auftreten von solchen Pilzerkrankungen sind der Gaumen und die Zungenränder. Als äußerlich sichtbares Begleitsymptom können auch sogenannte „Faulecken“ im Mundwinkel auftreten.

  • in einer akuten („orophryngealen“) Variante als weißlicher Belag mit meist rötlicher Begrenzung. Die Beläge lassen sich (im Gegensatz zu anderen weißen Mundschleimhautveränderungen) abwischen, beispielweise mit einem Wattestäbchen oder Holzspatel. Dabei kann es an der Oberfläche zu einer leichten Blutung kommen. Die Patienten haben kaum Schmerzen, sondern eher Geschmacksstörungen und Missempfindungen („pelziges Gefühl“). Betroffen sein können:
        • normal entwickelte Säuglinge in den ersten Lebensmonaten (Erkrankung heilt fast immer ohne Folgen ab)
        • Frühgeborene und Säuglinge auf Intensivtherapiestationen
        • erwachsene Menschen mit schweren oder chronischen Grundkrankheiten und geschwächter Abwehrlage (nach großen Operationen, nach Organtransplantationen, bei und nach Chemotherapie, bei HIV-Infektionen) oder im Zusammenhang mit einer Antibiotika-Behandlung
  • in einer chronischen („erythematösen“) Variante mit geröteten Bezirken unterschiedlicher Größe ohne abwischbare weiße Flecken, aber gelegentlich mit Ödem (Schwellung durch Wasseransammlung im Gewebe). Betroffen sind die Kontaktstellen mit Prothesenteilen, also ebenfalls vorwiegend am harten Gaumen und auf dem Zungenrücken, aber auch im Wangenbereich. Die Symptome sind wie bei Variante I, es können aber auch Schmerzen an der Mundschleimhaut und Zungenbrennen hinzukommen.
  • in weiteren Varianten, bei denen beispielsweise auch die Schleimhaut der Speiseröhre mit betroffen ist.

Die Behandlung von Pilzerkrankungen im Mund ist abhängig vom Alter des Patienten, Ort und Größe des betroffenen Schleimhautareals und den medizinischen Begleitumständen. In erster Linie werden Antimykotika in Form von Gelen, Tinkturen, Lutschtabletten oder Säften angewendet. Außerdem gilt es, krankheitsbegünstigende Faktoren auszuschalten. Deshalb ist eine perfekte Mund- und Prothesenhygiene empfehlenswert. Zudem sollte nach Abklingen der akuten Symptome eine professionellen Zahnreinigung (PZR) mit Säuberung sämtlicher Nischen durchgeführt werden. Experten geben außerdem folgende Empfehlungen:

  • Gefährdete Patienten (z.B. in Krankenhäusern, Pflege- und Altersheimen) sollten vor Schmierinfektionen geschützt werden.
  • Mund- und Prothesenpflege mit geeigneten desinfizierenden oder antimyzetisch wirksamen Substanzen.
  • Wechsel der Zahnbürste und anderer Mund- bzw. Zahnpflegeartikel.
  • Sauger oder Schnuller sollten desinfiziert oder ausgekocht werden.
  • In einer kontrollierten, randomisierten Studie konnte nachgewiesen werden, dass der regelmäßige Verzehr von probiotischem Käse bei älteren Personen einen günstigen Effekt auf Speichelfluss und Hefekeimzahl hatte.

Weitere, detaillierte Informationen zum Thema finden Sie u.a. auf den Internetseiten der folgenden Fachgesellschaften:

Dr. med. dent. Dirk Erdmann

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„Rauchen fügt Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erhebliche Schäden zu“, steht deutlich als Warnhinweis auf Zigarettenpackungen. Zudem sollen abschreckende Fotos dazu beitragen, das Rauchen aufzugeben oder gar nicht erst damit anzufangen.

Während die allgemeinmedizinischen Auswirkungen des Tabakgenusses, wie Lungenkrebs, Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen, in der Bevölkerung weitgehend bekannt sind, werden die Auswirkungen des Tabakrauchens auf die Mundhöhle in der öffentlichen Wahrnehmung jedoch nach wie vor häufig vernachlässigt.

Rauchen bedeutet dabei Probleme für Zähne, Zahnfleisch und den Zahnhalteapparat:

  • Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass sich die Mundschleimhaut bei Rauchern leichter entzündet.
  • Es ist auch bewiesen, dass entzündliche Erkrankungen des Zahnfleisches bei Rauchern deutlich schwerer verlaufen und dass therapeutische Maßnahmen am Zahnhalteapparat und dem Zahnfleisch deutlich schlechtere Ergebnisse erbringen als beim Nichtraucher.
  • Zähne werden schneller locker, der Zahnhalteapparat nimmt Schaden.
  • Implantate wachsen bei Rauchern oft nicht so ein, wie man es erwarten könnte oder gehen frühzeitig verloren.
  • Die so genannte "Halitosis", der Mundgeruch, hat zum Teil auch seine Ursache im Tabakgenuss – ebenso wie Verfärbungen an den Zähnen oder der Zunge, die dann braun und hässlich wirken.

Es sind auch noch schlimmere Auswirkungen des Rauchens auf Zunge, Schleimhäute und Rachen bekannt: In Deutschland erkranken etwa 10.400 Menschen, vorwiegend Männer, neu an einer Krebserkrankung der Mundhöhle, mit steigender Tendenz trifft die Erkrankung auch Frauen. Das Rauchen wirkt sich negativ auf die Strukturen von Nasenhöhle, Mundhöhle, Zunge, Kehlkopf, Speiseröhre, Luftröhre und Lunge aus. Kaum eine andere Krebsart wirkt sich so offensichtlich auf das Leben der Betroffenen aus und ist für ihn so schwer zu akzeptieren wie eine Krebserkrankung in der Mundregion.

Raucher stark krebsgefährdet

Krebs im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich findet sich bei Menschen besonders häufig, die rauchen, Alkohol trinken und deren Mundhygiene schlecht ist. Die Vorsorgeuntersuchung in Verbindung mit der Früherkennung von Vorkrebsstadien und Mundhöhlenkrebs ist daher eine wichtige Aufgabe der zahnärztlichen Praxis. Trotz Verbesserungen in der Diagnostik ist die Langzeitüberlebensprognose der Patienten mit Krebserkrankungen der Mundhöhle und der Zunge nach wie vor schlecht. Mit effizienten klinischen Untersuchungsmethoden oder auch Zelluntersuchungen werden frühzeitig Schäden am Zahnhalteapparat und Gewebeveränderungen erkannt. Eine optimale Mundhygiene in Verbindung mit präventiven Maßnahmen durch die Zahnarztpraxis beugt Schäden vor.

Daher die Empfehlung: Zusätzlich zur optimalen häuslichen Mundhygiene mindestens zweimal im Jahr zur zahnärztlichen Kontrolluntersuchung gehen und ebenfalls zweimal im Jahr eine professionelle Individualprophylaxe wie eine professionelle Zahnreinigung in der Praxis durchführen lassen. Der Zahnarzt berät dabei gerne. Über allem aber steht: „Stop smoking!“

Dr. med. Peter Minderjahn

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„Im Schlaf erledigen“, das klingt harmlos. Leider erledigt mancher Schnarcher nachts Schwerarbeit. Glücklicherweise können Ärzte und Zahnärzte in vielen Fällen Abhilfe schaffen.

Etwa acht Millionen Bundesbürger haben keinen erholsamen Schlaf. Die Statistik zeigt:

  • Im Alter von 30 Jahren schnarchen 30 Prozent der Männer und 10 Prozent der Frauen.
  • Mit 60 Jahren schnarchen 60 Prozent der Männer und knapp 40 Prozent der Frauen.

Prinzipiell unterscheidet man zwei Arten des Schnarchens, das „harmlose Schnarchen“ und das sogenannte „gefährliche Schnarchen“. Das „harmlose Schnarchen“ führt zwar zu einer gewissen Vereinsamung, da der Bettnachbar irgendwann die Flucht aus Selbstschutz ergreift, birgt aber darüber hinaus kaum gesundheitliche Folgen.

Schnarcher leben gefährlich

Das „gefährliche Schnarchen“ ist jedoch die häufigste Schlaferkrankung und wird medizinisch als sogenanntes „obstruktives Schlafapnoe Syndrom“ bezeichnet. Hierbei verengen sich (Obstruktion) die Luftwege und es kommt zu Atemaussetzern (Apnoe) während des Schlafes.

Die Unterbrechung des Atemvorganges ist hierbei im Durchschnitt länger als 10 Sekunden. Häufig dauern die Aussetzer 30 bis 50 Sekunden und können bis zu 600 Mal pro Nacht auftreten, meist ohne dass der Betroffene es selber merkt. In diesen Fällen erschlaffen (verengen sich) die Gaumen –und Rachenmuskeln, die oberen Atmenwege kollabieren und gefährliche Atemaussetzer treten ein. Die Folgen dieses „gefährlichen Schnarchens“ sind:

  • eine erhöhte Tagesmüdigkeit: Die Atemaussetzer sind nahezu Schwerstarbeit für den Patienten. Stellen Sie sich vor; Sie würden über hundertmal tauchen und dabei jedes Mal die Luft für 30 oder 40 Sekunden anhalten. Kein Wunder, dass der Patient an Ende dieses Schlafes morgens wie „gerädert“ ist.
  • das Auftreten von Kreislauferkrankungen sowie ein erhöhtes Herzinfarktrisiko
  • Der Blutdruck ist bei „gefährlichen Schnarchern“ in etwa der Hälfte der Fälle stark erhöht. Erhöhter Blutdruck und mangelnde Sauerstoffversorgung, während der Atem aussetzt, führen zu einer extremen Belastung für Herz und Kreislauf.
  • Depressionen und Libidoverlust
  • nächtliches Sodbrennen

Jeder kann sich vorstellen, dass eine so starke Belastung der gesamten Körperfunktionen während des Schlafes und eine gleichzeitige mangelnde Ruhephase nach der Tagesbelastung auch Einfluss auf die Lebenserwartung hat. Jüngste Studien zeigen, dass diese um bis zu acht Jahre reduziert sein kann.

Wie Ärzte helfen können

Wie lässt sich diese Erkrankung behandeln? Zunächst einmal ist die Diagnose bei einem Lungenfacharzt oder speziell ausgebildeten Internisten bzw. in einem Schlaflabor zu stellen. Nur so ist eine Abgrenzung der unterschiedlichsten Schlafstörungen fachärztlich möglich. Ziel der anschließenden Behandlungen ist es, die Atemwege offen zu halten. Am bekanntesten hierbei sind sogenannte NCPA’s. Diese Sauerstoffgeräte sind bei schweren Erkrankungen das Mittel der Wahl.

Wie Zahnärzte helfen können

In einfachen Fällen und nur dort gibt es eine brauchbare und effektive Alternative: das sogenannte Schnarchtherapiegerät. Hierbei handelt es sich um eine Schiene aus durchsichtigem Kunststoff, die nachts im Mund getragen wird. Das führt dazu, dass der Unterkiefer nach vorne verlagert wird und der Rachenraum um 25 Prozent vergrößert wird.

Die Schienen sind komfortabel und nebenwirkungsfrei. Sie werden nach der schlaftherapeutischen Diagnostik durch Lungenfacharzt bzw. Schlaflabor von einem schlafmedizinisch tätigen Zahnarzt oder Zahnärztin sowie in einem speziellen zahntechnischen Labor hergestellt.

Ein gesunder Schlaf und ein gesundes Leben gehören zusammen. Schnarchen ist dem mehr als nur abträglich.

Zahnärztin Lieselotte Rabe/Dr. Ralf Hausweiler

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Sämtliche Kosten, die durch eine medizinisch notwendige Behandlung zur Heilung oder zur Linderung einer Krankheit entstehen, sind grundsätzlich als sogenannte außergewöhnliche Belastungen steuerlich abzugsfähig. Der Ausgleich greift aber erst dann, wenn die „Zumutbarkeitsgrenze“ überschritten wird, die vom Einkommen, dem Familienstand und der Zahl an Kindern abhängig ist (siehe Tabelle).

 

Was ist außergewöhnlich?

Als außergewöhnlich werden im Steuerrecht all diejenigen Aufwendungen bezeichnet, die auf Grund besonderer Lebensumstände entstehen und den Bürger stärker als den Durchschnitt der vergleichbaren Steuerpflichtigen belastet. Die entsprechenden Regelungen finden sich im Paragrafen 33 und folgende des Einkommensteuergesetzes. Das medizinische Spektrum reicht von „A“ wie Arzneimittel über „R“ wie Rezeptgebühren bis hin zu „Z“ wie Zahnbehandlungen. So können dem gesetzlich krankenversicherten Patienten beispielsweise bei aufwändigeren Zahnfüllungen, Zahnersatz oder Implantatversorgungen Eigenanteile entstehen, weil die Kosten für diese Leistungen überhaupt nicht oder nur teilweise von der Krankenkasse erstattet werden. Aber auch ein Privatversicherter bekommt – abhängig von Art und Umfang des gewählten Tarifs – nicht unbedingt alles bezahlt.

Belege sammeln

Das Finanzamt fordert natürlich schriftliche Nachweise, damit die außergewöhnlichen Belastungen auch wirklich anerkannt werden. Deshalb ist es sinnvoll, eine einfache, formlose Auflistung der Aufwendungen zu anzufertigen, aus der die Erstattungen und die selbstgetragenen Kosten für die ganze Familie zu ersehen sind. Dem sollten dann auch direkt die Belege beigeheftet werden, sodass alles direkt als Anlage für die Einkommensteuererklärung zur Verfügung steht (siehe Beispielrechnung).

Tabelle

Die zumutbare Belastung beträgt in einer dreistufigen Einteilung der Gesamteinkünfte dann in Prozent

  bis 15.340 € über 15.340 bis 51.130 € über 51.130 €
Steuerpflichtige ohne Kinder (Grundtarif, alleinstehend) 5% 6% 7%
Steuerpflichtige ohne Kinder (Splittingtarif, verheiratet) 4% 5% 6%
Steuerpflichtige mit bis zu 2 Kindern 2% 3% 4%
Steuerpflichtige mit mehr als 2 Kindern 1% 1% 2%

Mit einem Urteil vom 19. Januar 2017 (Az. VI R 75/14) wich der Bundesfinanzhof von der bisher üblichen Berechnung der zumutbaren Belastung ab. Die Entscheidung gilt über den Einzelfall hinaus. Die Steuerverwaltungen der genannten Länder prüfen deshalb die betreffenden Einkommensteuerbescheide, die von September 2013 bis Mitte Juni 2017 erlassen wurden. Die Steuerzahler müssten nicht selbst aktiv werden, so die Finanzstaatssekretärin.

Hintergrund ist, dass im Einkommensteuergesetz geregelt ist, dass zwangsläufig entstandene private Belastungen dann steuerlich geltend gemacht werden können, wenn sie für Steuerpflichtige im Vergleich zur überwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen überdurchschnittlich hoch sind. Die nach dem Gesetz noch zumutbare und damit von jedem selbst zu tragende Belastung wird jedoch angerechnet und ist abhängig vom Gesamtbetrag der Einkünfte, der dafür in drei Stufen eingeteilt wird (Stufe 1: bis 15.340 Euro, Stufe 2: bis 51.130 Euro, Stufe 3: über 51.130 Euro).

Je nach Familienstand und Zahl der Kinder wurde bislang ein bestimmter Prozentsatz vom Gesamtbetrag der Einkünfte angenommen (zwischen 1 und 7 Prozent). Nach der neuen Rechtsprechung werde dieser Prozentsatz nur noch auf den Teil der gesamten Einkünfte angewandt, der oberhalb des Stufengrenzwerts liegt. Damit sinke insgesamt die zumutbare Belastung, was zu einer niedrigeren Einkommensteuer führt.

 

Dr. med.dent Dirk Erdmann (Stand: 2018)

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Eltern erhalten sehr unterschiedliche Informationen, wenn es um die Themen Stillen und Nuckeln geht, und auch den Kieferorthopäden und Kinderzahnärzten fehlt eine fundierte Meinungsbildung und eine hilfreiche Leitempfehlung für die Gespräche mit den Eltern.

Auf dem Gemeinschaftskongress der Gemeinnützigen Initiative Kiefergesundheit (IKG) des Berufsverbands der Deutschen Kieferorthopäden (BDK), der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGK) und dem Bundesverband der Kinderzahnärzte (BuKiZ) 2011 in Frankfurt wurden aktuelle Empfehlungen ausgesprochen.

Die Kinderzahnärztin Sabine Bertzbach, Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde, stellte die unterschiedlichen Muskelaktivitäten im Gaumen der Kinder beim Stillen und bei der Fütterung mit dem Fläschchen dar. Der emotionale Wert der Muttermilchgabe („Stillen ist kuschelig“) sei ebenso groß wie der Gesundheitswert für das Kind, und daher solle man Stillen unbedingt empfehlen.

Auch der Lactosegehalt der Muttermilch ist kein Risikofaktor für Early Childhood Caries (ECC), einen Zusammenhang gebe es nur in sogenannten zivilisierten Völkern durch sehr frühzeitige, den Eltern oft unbewusste Zuckerbelastung des Kindermunds.

Daher ist gezielte Aufklärung für Eltern der richtige Weg. Die Unterschiede zwischen Stillen und Fläschchen bestätigte auch die Kieferorthopädin Prof. Ariane Hohoff: „Im Vergleich zum Stillen ist die Fläschchenfütterung wie Druckbetankung“. Zum Thema Schnuller berichtete Gastreferent Prof. Dr. Rolf Hinz über die Historie des Schnullers und Hintergründe für neue Entwicklungen. Dabei bezeichnete er „altersgerechte Sauger“ als reines Marketingargument und verwies auf die Probleme eines zu dicken Saugerhalses. Was die Frage Daumen oder Nuckel angeht, machte er deutlich, dass die „Nuckeldauer“ der entscheidende Faktor sei: „Mit Daumen im Mund kann man nicht Lego spielen – mit Nuckel im Mund geht das stundenlang.“

Zusammenfassend könnte man also festhalten: Stillen ist besser als Fläschchen, Daumen besser als Schnuller. Hier ist sicher eine angeregte Diskussion innerhalb des zahmedizinischen Fachbereichs Kieferorthopädie zu erwarten.

Dr. med. dent. Christoph Hassink

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Zahnschmerzen sind unangenehm – wenn man aber auch noch im Urlaub darunter leidet, schmerzt dies gleich doppelt. Um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, sollte man vor dem Urlaub zum Check-up in die Zahnarztpraxis. Zwei bis drei Woche vor Reisebeginn sollte eine solche Kontrolluntersuchung erfolgen, damit eventuell noch nötige Behandlungen auch noch vor dem Urlaub durchgeführt werden können.

Insbesondere vor einem Tauchurlaub ist es wichtig, vorher zum Zahnarzt zu gehen. Defekte Füllungen können beim Auftauchen zu starken Schmerzen führen. Schuld daran sind undichte Füllungen oder Kronen mit eingelagerte Lufteinschlüssen. Beim Auftauchen kommt es dadurch zu einer Druckerhöhung, die dann Schmerzen oder sogar ein Abplatzen von Zahnteilen herbeiführen kann.

 

Schmerzt der Zahn in den Urlaubswochen trotz Vorsorge unerwartet, helfen die folgenden Maßnahmen:

  • Sonne und Wärme meiden
  • Verzicht auf Kaffee, Alkohol, Tabakkonsum
  • keine körperliche Anstrengung
  • evtl. kühlende Umschläge
  • zahnärztliche Praxis aufsuchen

Der Gang zum Zahnarzt kann insbesondere in fremdsprachigen Ländern eine Herausforderung sein. Wie kann der Patient dem Arzt auf Türkisch oder Spanisch verdeutlichen, wo es genau schmerzt oder dass man Angst vor dem Zahnarzt hat? Die Initiative proDente hat zu diesem Zweck den dentalen Sprachführer „Au Backe“ herausgegeben, der zahnmedizinische Beschwerdebilder in die Landessprachen der sieben Hauptreiseländer (England, Frankreich, Griechenland, Italien, Portugal, Spanien, Türkei) übersetzt. Das praktische Faltblatt ist so klein, dass es bequem in Portemonnaie oder Hosentasche passt.

 

Beispiele:

Meine Prothese ist gebrochen.

My dentures are broken and have to be repaired. (Englisch)

Ma prothèse est défectueuse / cassée et doit être réparée. (Französisch)


Das Zahnfleisch ist geschwollen und schmerzt.

La gengiva si è gonfiata e mi fa male. (Italienisch)

A gengiva está inflamada e dói-me. (Portugiesisch)

La encia está inflamada y me duele. (Spanisch)

 

Der aufgesuchte Zahnarzt kann so auch besser über Vorerkrankungen und bereits in Deutschland durchgeführte Behandlungen informiert werden. Mit Hilfe der Beispielsätze können Patienten auch erfragen, wie sie sich nach einer Behandlung verhalten sollen. Eine praktische Urlaubscheckliste rundet den Sprachführer ab.

Patienten können das Informationsmaterial bei proDente unter der Telefonnummer 01805-55 22 55 oder auf www.prodente.de unter dem Menüpunkt „Service – Broschüren für Patienten“ beziehen.

 

Tipps für die Reise:

  • Zu einem vollständigen Reisegepäck gehören Zahnbürste, Zahnpasta und Produkte zur Zahnzwischenraumreinigung wie z.B. Zahnseide (bei Flugreisen die Sonderbestimmungen für das Handgepäck beachten).
  • Bei Urlauben außerhalb der Landesgrenzen sollte man sich rechtzeitig um einen ausreichenden Krankenversicherungsschutz kümmern.
  • Auch im Urlaub sollte man nicht auf die tägliche Mundhygiene verzichten.
  • Mit einem gut verträglichen Schmerzmittel können leichte Zahnschmerzen bis zum Zahnarztbesuch in der Heimat überbrückt werden
  • In vielen Ländern der Europäischen Union ersetzt seit 2004 die „European Health Insurance Card“ den Auslandskrankenschein. In Ländern außerhalb der EU ist eine gesonderte Reiseversicherung ratsam. Genauere Auskunft über Leistungen und Zusatzversicherung kann die eigene Krankenversicherung geben.

Quelle: www.proDente.de

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Um die schönste Zeit des Jahres in vollen Zügen genießen zu können und um böse Überraschungen zu vermeiden, greifen viele Urlaubsreisende vor den Ferien auf Checklisten zurück. Damit wird nicht nur die Gefahr reduziert, wichtige Dinge wie Auslandsreisekranken- versicherung, Urlaubsapotheke oder für die Reiseregion wichtige Impfungen zu vergessen, sondern man vermeidet auch viel Stress in den letzten Tagen vor der Abreise.

In vielen dieser Listen fehlt allerdings die Erinnerung an einen Zahnarztbesuch. Gerade für Menschen mit Zahnersatz und umfangreichen Füllungen sollte der Zahn-Check unbedingt mit zur Vorbereitung auf den Urlaub gehören. Zahnschmerzen können einem die verdiente Erholung vermiesen und in der Urlaubsregion nach einem passenden Arzt zu suchen, kostet meist Nerven und Zeit. Im Ausland ist nicht immer eine zahnärztlicher Notdienst vorhanden; zudem ist fraglich, ob die Krankenkasse alle Kosten übernimmt. Auch ist nicht sicher, ob man den gleichen zahnmedizinischen Standard wie zu Hause vorfindet.

Defekte Zähne oder undichte Zahnfüllungen können beim Fliegen, Tauchen, Schwimmen oder Wandern im Gebirge starke Schmerzen verursachen. Der sich hierbei ändernde Umgebungsdruck bewirkt in Hohlräumen, die sich zum Beispiel unter defekten Füllungen befinden können, ein Ausdehnen oder Zusammenziehen der Luft. Beim Tauchen führt der erhöhte Druck unter Wasser dazu, dass sich die in den Hohlräumen eingeschlossene Luft beim Auftauchen so stark ausdehnt, dass Füllungen oder Zahnwände regelrecht weggesprengt werden können.

Folgendes sollte in der Zahnarztpraxis kontrolliert werden:

  • Füllungen überprüfen: Haben sich Hohlräume gebildet? Sind ansonsten alle Zähne frei von Karies?
  • Ist das Zahnfleisch reizlos? Blutet es beim Zähneputzen? Sind Zähne locker oder schmerzen beim Aufbeißen? Unbehandelte Zahnfleischentzündungen können ausstrahlende Schmerzen verursachen und zu einer Bakterienbelastung des ganzen Körpers führen.
  • Zahnersatz, falls vorhanden, sollte auf richtigen Sitz und Intaktheit überprüft werden. Mikrosprünge könnten im Urlaub zu einem Bruch der Prothese führen.

Eine professionelle Zahnreinigung minimiert zusätzlich Bakterienbeläge (Plaque) und senkt damit das Risiko für Karies und Zahnfleischentzündungen. Bei der Terminabsprache sollte man bedenken, dass eventuell notwendige Behandlungen auch noch vor der Abreise erledigt werden können. Also: Rechtzeitig den Termin in der Zahnarztpraxis vereinbaren!

Dr. med. dent. Thomas Heil

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Unfälle, bei denen auch die Zähne in Mitleidenschaft gezogen werden, sind ziemlich häufig. Die Statistik sagt, dass immerhin jedes dritte oder vierte Kind bis zu seinem 16. Lebensjahr einen unfallbedingten Zahnschaden erleidet – ob in der Schule oder in der Freizeit insbesondere bei Ball- und Kontaktsportarten sowie beim Inline-Skaten oder Mountain-Biken.

Am häufigsten von Verletzungen betroffen sind dann die Schneidezähne („Frontzahntrauma“). Art und Umfang der Schäden reichen vom Abbrechen einer kleinen Zahnschmelzkante bis hin zum Totalverlust des Zahnes, in besonders heftigen Fällen sogar kombiniert mit einem Bruch des Kieferknochens.

Vorbeugen verhindert Schlimmeres

Gerade bei sogenannten „Risikosportarten“, in denen Stürze oder Körperkontakt nahezu unvermeidbar sind, ist es überaus ratsam, seine Zähne zu schützen. So empfiehlt sich beispielsweise beim Radfahren das Tragen eines Helmes mit integriertem Kinnbügel. Auch Hockeyspielen ohne Zahnschutz ist beinahe schon fahrlässig.

Fragen Sie also am besten Ihren Zahnarzt/Ihre Zahnärztin nach einem sogenannten „Mouthgard“. Das sind spezielle Schienen aus mehreren Lagen elastischen Kunststoffs, die nach Herstellung eines Abdrucks (wie für eine Zahnspange) individuell angefertigt und angepasst werden können. Gegenüber den Billigangeboten aus dem Sportgeschäft („konfektionierter Mundschutz“) sind diese viel passgenauer und bequemer. Sie behindern auch nicht beim Atmen.

Diese individuelle Lösung kostet zwar mehr und sollte auch in regelmäßigen Abständen an das Kieferwachstum angepasst werden. Die Investition zahlt sich aber aus: Experten haben errechnet, dass der unfallbedingte Verlust nur eines einzigen Schneidezahnes durchaus lebenslange Folgekosten zwischen zehn- und zwanzigtausend Euro nach sich ziehen kann.

Zahntrauma, was tun?

Hat sich ein Unfall mit Zahnbeteiligung ereignet, sollte man natürlich schleunigst seinen Zahnarzt/seine Zahnärztin – am Wochenende den Notdienst oder die Klinik - aufsuchen.

Ist sogar ein kompletter Zahn ausgeschlagen (in der Fachsprache sprechen wir von „Avulsion“), heißt es unbedingt: Nerven bewahren. Es gibt auch dann noch sehr gute Chancen einer „Zahnrettung“ durch Wiedereinpflanzen („Reimplantation“) und dauerhaftes Einheilen in den Kiefer. Die wichtigste Voraussetzung hierfür ist, dass die sehr empfindliche Wurzelhaut nicht noch weiteren Schaden nimmt. Das ist schon beim Austrocknen der Wurzeloberfläche nach 20 bis 30 Minuten der Fall.

Daher empfiehlt sich für den Notfall folgendes Vorgehen:

  • Blutstillung (Erste Hilfe), von außen kühlen
  • Zahn suchen und nur im Bereich der Zahnkrone, nicht der Wurzel anfassen
  • Zahn auf keinen Fall von Schmutzpartikeln reinigen oder gar desinfizieren
  • Transport des ausgeschlagenen Zahnes in einem „feuchten Medium“, hervorragend geeignet: „Zahnrettungsbox“ (z.B.: „Dentosafe“ oder „SOS Zahnbox“), ansonsten kalte H-Milch, noch empfehlenswert: Kunststoff-Folie, Kochsalzlösung, ungeeignet: normales Wasser, trockene Aufbewahrung oder Speichel
  • Schnellstmöglich Zahnarzt oder Zahnklinik aufsuchen
  • Nach der zahnärztlichen Behandlung auch an Tetanus-Impfschutz denken

Zahnrettungsboxen gibt es mittlerweile in vielen Schulen und Sportvereinen. Darin enthalten ist ein spezielles Zell-Nährmedium, das ein Wiedereinpflanzen von Zähnen bis zu 48 Stunden nach dem Unfallereignis ermöglicht. Auch für größere abgebrochene Zahnfragmente empfiehlt sich der Transport in einem solchen Spezialbehälter.

Dr.med.dent. Dirk Erdmann

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Was können Sie erwarten – was sollten Sie beachten?

Inzwischen sollen sich bereits rund 13 Millionen gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland dazu entschieden haben, eine „private Zahnzusatzversicherung“ für sich selbst oder ihre Kinder abzuschließen. Tendenz wegen massiver Werbung der anbietenden Unternehmen weiterhin steigend. Sinn und Zweck einer solchen ergänzenden Versicherung soll sein, den sogenannten Eigenanteil bei der Anfertigung von Zahnersatz zu reduzieren und die privaten Kosten für zahnärztliche Behandlungen, die nicht oder nur zum Teil von den Krankenkassen übernommen werden – wie beispielsweise für Inlays, Implantate, professionelle Zahnreinigung – finanziell abzufedern.

Die monatlichen Prämien für die Absicherung variieren dabei derzeit je nach Anbieter, Tarif und Deckungsumfang, aber auch je nach Alter und Gesundheitszustand des Antragstellers (hier spielt beispielsweise eine Rolle, wie viele Zähne bereits fehlen), für einen Erwachsenen zwischen sieben Euro bis über 40 Euro. Beispielberechnungen und aktuelle Vergleiche finden Sie in den einschlägigen Internet-Portalen oder auch bei der Stiftung Warentest.

Je früher, desto besser?

Einige Experten vertreten sogar die Meinung, dass derartige Policen schon für Kinder ab dem dritten Lebensjahr sinnvoll seien. Warum so früh? Die Begründung scheint einfach: In der privaten Versicherungswirtschaft gilt, anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung, das Prinzip „Ein brennendes Haus kann man nicht (mehr) versichern“. Übertragen auf Krankheitszusatzversicherungen heißt dies: Ist der Versicherungsfall bereits vor Vertragsabschluss eingetreten, ist das Unternehmen möglicherweise teilweise oder vollständig von seiner Leistungspflicht befreit, muss demnach nicht zahlen. Hat also ein Zahnarzt bei einem Kind im Alter von sechs oder sieben Jahren erst einmal im Rahmen der Routine-Untersuchung eine sich entwickelnde Zahn- oder Kieferfehlstellungen festgestellt und dokumentiert, ist die Behandlung dieser Erkrankung im Nachhinein eigentlich nicht mehr – oder nur noch gegen höhere Prämien – versicherbar.

Versicherungsbedingungen exakt lesen

Juristisch gesehen handelt es sich in einem solchen Fall um eine bereits „begonnene Heilbehandlung“, weil schon eine entsprechende Diagnose gestellt wurde. Private Zusatzkosten bei einer später erfolgenden (kieferorthopädischen) Behandlung würden durch eine Zahnzusatzversicherung also unter Umständen gar nicht abgedeckt, auch wenn dies vertraglich für das jetzt neunjährige Kind so vereinbart wird. Vergleichbares kann Erwachsenen bei Zahnersatz oder Implantaten passieren. Außerdem sind weitere Faktoren wie Leistungsausschlüsse, Wartezeiten, jährliche Höchstbeträge für Erstattungen, Einschränkungen bei Laborkosten oder Begrenzungen auf bestimmte Honorarsätze der Privatgebührenordnung zu beachten.

Informationsdefizit

Dabei scheint der Informationsstand der Patienten über solche Themen nicht besonders gut zu sein. Eine Umfrage eines zahnärztlichen Berufsverbandes Anfang 2011 zeigte folgendes Ergebnis: Lediglich ein Drittel der Patienten mit einer Zahnzusatzversicherung wussten genau über ihre Versicherungsbedingungen und den Leistungsumfang Bescheid. 14 Prozent glaubten irrtümlicherweise sogar, eine private Vollversicherung für Zahnbehandlungen abgeschlossen zu haben. Weit über die Hälfte hatten keine konkreten Vorstellungen, was sie denn eigentlich unterschrieben hatten.

Sparen für die Zähne?

Dabei gäbe es für gesetzlich Krankenversicherte grundsätzlich eine Möglichkeit, auch ohne Zusatzversicherung für die Zähne problemlos durchs Leben zu kommen: Wer für sein Kind ab Geburt jeden Monat per Dauerauftrag 10 Euro auf ein („Zahn-“)Sparbuch einzahlt, blickt zum Datum der Volljährigkeit schon auf eine Summe von weit über 2.000 Euro. Setzt dann der junge Erwachsene die Einzahlung fort, dürfte später auch die private Zuzahlung für eine umfangreiche Behandlung kein Problem mehr darstellen. Und noch besser: Wer dank eigener Bemühungen und regelmäßiger Zahnarztbesuche gesund bleibt, kann sein gespartes Geld dann anderweitig sinnvoll einsetzen. Gezahlte Versicherungsprämien sind hingegen unwiederbringlich „verloren“.

Tipps zum Thema

  • Sie sollten zunächst grundsätzlich kritisch den Sinn einer solchen Versicherung hinterfragen.
  • Es ist empfehlenswert, vor Antragstellung Preis-/Leistungsvergleiche anzustellen.
  • Sie sollten bei Antragstellung unbedingt exakte und wahrheitsgetreue Angaben über Ihren Gesundheitszustand machen.
  • Sie sollten wissen, dass Sie in aller Regel nicht vollversichert sind.
  • Der Umfang Ihres Versicherungsschutzes ist für Ihre Zahnärztin/Ihren Zahnarzt nicht beurteilbar. Sie/er kann daher auch keine Aussagen über eine eventuelle Kostenbeteiligung Ihres Versicherungsunternehmens machen.
  • Sie sollten vor umfangreichen Behandlungen eine Kostenzusage Ihrer Versicherung einholen.
  • Sie müssen damit rechnen, dass Ihr Versicherer bei Eintritt des „Schadensfalles“ Nachfragen bei Ihrem Zahnarzt/Ihrer Zahnärztin ggf. sogar früheren Zahnärzten stellt und einiges an Schriftverkehr auf Sie zukommt.
  • Sie sollten wissen, dass Ihre Versicherung mit einer derartigen „Informationsanforderung“ gleichzeitig auch abklärt, ob sie überhaupt etwas bezahlen muss (s. o. Angaben über Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss).
  • Sie sollten dafür Verständnis haben und darauf vorbereitet sein, dass sich Ihre Zahnärztin/Ihr Zahnarzt den Aufwand für die Zusammenstellung von Unterlagen (plus Kopien und Porto) angemessen vergüten lässt.

Dr. med. dent. Dirk Erdmann

Eine Online-Umfrage des Marktforschungsinstituts MediaAnalyzer vom November 2011 ergab, dass lediglich 35 Prozent der befragten Teilnehmer eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen hatten. Mehr als die Hälfte von ihnen wusste dabei nicht genau, welche Zusatzleistungen ihre Versicherung übernimmt.

FAQ's
Dokumente
Behandlungen und Kosten
Service

Die neue App "Alles sauber?" soll das Zähneputzen bei Kindern fördern. Die Kinder füttern je nach Vorliebe ein Pferd, einen Hund oder einen Hasen. Doch wie werden deren Zähne wieder sauber? Da hilft die rote Zahnbürste weiter. Die Kinder wischen mit der Bürste über den Bildschirm und nach und nach strahlen die Zähne wieder. Dann werden die Kinder aufgefordert, ihre eigenen Zähne zu putzen. Zu guter Letzt darf ein Foto der sauberen Zähne geschossen werden. Wer noch etwas Hilfe bei der Technik benötigt, bekommt wichtige Tipps der Initiative proDente, die die App auch sponsort. Die App steht kostenlos im iTunes App Store zur Verfügung: https://itunes.apple.com/de/app/alles-sauber-zahne-putzen/id642318964?mt=8

Gesetzlich Versicherte erhalten einen Heil- und Kostenplan von ihrem Zahnarzt, wenn sie Zahnersatz benötigen. Das Formular und die Eintragungen sind für Laien jedoch schwer zu verstehen. Die Initiative proDente stellt daher jetzt eine interaktive Online-Erklärung zur Verfügung, die den Heil- und Kostenplan (HKP) für Patienten aufschlüsselt. Ein ergänzenden Informationsblatt zum HKP kann von Patienten kostenfrei unter 01805/55 22 55 bestellt werden.

Seit dem 1. Juli 2018 gilt die EU-Quecksilberverordnung. Danach darf Dentalamalgam nicht mehr für zahnärztliche Behandlungen von Milchzähnen, von Kindern unter 15 Jahren und von schwangeren oder stillenden Patientinnen verwendet werden. Für die Behandlung der genannten Patientinnen und Patienten muss regelmäßig ein alternatives plastisches Füllungsmaterial gewählt werden, das dauerhaft haltbar und erprobt ist und dem Stand der Wissenschaft entspricht.

Die Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) hat zu dem Thema einen Katalog mit wichtigen Fragen und Antworten erarbeitet, um Patientinnen und Patienten über die neuen Vorgaben, Ausnahmen von diesen Vorgaben und Behandlungsmöglichkeiten bei Zahnfüllungen zu informieren. Die Auflistung gibt unter anderem Auskunft darüber, welche Alternativen zu Dentalamalgam in der Füllungstherapie verfügbar sind und welche Leistungen gesetzliche Krankenkassen übernehmen.

Der Frage- und Antwortkatalog kann auf der Website der KZBV unter www.kzbv.de/eu-quecksilberverordnung abgerufen werden. Auch die aktualisierte KZBV-Patienteninformation „Zahnfüllungen – Was Sie als Patient wissen sollten“ ist dort zum kostenlosen Download verfügbar oder kann als gedruckte Broschüre bestellt werden.

Das Thema Hygiene geht jeden etwas an! Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat eine neue Informationsseite ins Leben gerufen: www.infektionsschutz.de. Diese Homepage bietet umfassende Inhalte zum Thema und ist ansprechend und interessant gestaltet. Eine hilfreiche Infoseite gerade auch für den Patienten.

Patientinnen und Patienten in NRW stehen im Patientenwegweiser des Patientenbeauftragten für Nordrhein-Westfalen unterschiedliche Informations-, Beratungs- und Selbsthilfeangebote zur Verfügung.

Das umfangreiche Adressverzeichnis soll dazu beitragen, die Suche nach geeigneten Ansprechpartnerinnen und -partnern zu vereinfachen.

Für Patienten wurde eigens eine Telefon-Hotline eingerichtet. Diese erreichen Sie mittwochs in der Zeit von 14.00 bis 17.00 Uhr unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 / 52 60 500. Dort beantworten Zahnärzte Ihre Fragen rund um die zahnärztliche Behandlung.

Das Bilderbuch „Zahnbande“ begeistert schon seit Herbst 2016 Kinder und Erwachsene. Jetzt kommen Abenteuer, Spiele und spannende Infos über gesunde Zähne mit allen Mitgliedern der Zahnbande auch ins Internet. Auf „zahnbande.de“ präsentiert die Initiative proDente für 5- bis 12-Jährige kleine Geschichten, Filme, Spiele, Animationen und Ausmalbilder.

Natürlich geht es um Zähne und was die Beißerchen so alles leisten. Also Essen, Trinken und beim Sprechen helfen. Auch Zähneputzen und der Besuch beim Zahnarzt dürfen nicht fehlen. Doch wichtiger als Belehrungen sind Geschichten und Figuren, die Kinder und deren Phantasie ansprechen. Auch ein Menüpunkt mit Spielen, Geschichten und Ausmalbildern darf nicht fehlen. Und wie herrlich schrill ein Bohrer klingt hören die Kids auch.

www.zahnbande.de

Kontakt
Patientenberatungsstelle

Patientenberatungsstelle der Zahnärztekammer Nordrhein

Telefon-Hotline für Patienten mittwochs von 14.00 bis 17.00 Uhr

Postfach 10 55 15
40046 Düsseldorf
0800 / 52 60 500 (Mi 14-17 Uhr)
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