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Wissenswertes rund um Ihre Mundgesundheit
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Rund um die Zahnbehandlung

Erkrankte Zähne oder erkranktes Zahnfleisch müssen schnell behandelt werden. Nach einer sorgfältigen Diagnose bespricht der Zahnarzt mit dem Patienten die einzelnen Schritte. Der Umfang der Behandlung hängt immer von der individuellen Situation des Patienten ab.
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Wie oft ein Besuch bei Ihrem Zahnarzt notwendig ist, hängt von Ihrer Mundgesundheit ab. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt zwei Vorsorgeuntersuchungen pro Jahr. Im Rahmen der Kontrolltermine entfernt Ihr Zahnarzt kostenfrei einmal pro Jahr harte Beläge (Zahnstein). Darüber hinaus kann er mit Hilfe von Röntgenaufnahmen auf versteckte Karies oder Entzündungen untersuchen.

Bei manchen Beschwerden denken viele Patienten nicht daran, dass hier auch der Zahnarzt helfen könnte. Bei Problemen wie Kopfschmerzen, Schnarchen, Diabetes oder Zähneknirschen kann ein Besuch beim Zahnarzt hilfreich sein.

Häufig gibt es rund um die Zahnbehandlung auch Fragen oder Unsicherheiten. Scheuen Sie sich nicht, Ihren Zahnarzt anzusprechen und nachzufragen, wenn Ihnen etwas unklar ist!

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Auch Zahnärzte fühlen sich nicht unbedingt wohl, wenn sie – was zugegeben eher selten vorkommt – einmal selbst als Patient auf dem Behandlungsstuhl Platz nehmen. So zitierte eine große Kölner Tageszeitung vor einigen Monaten den ausgewiesenen „Experten für Zahnbehandlungsangst“, Prof. Dr. Hans-Peter Jöhren, in einem Interview mit den Worten:

Sehr angenehm finde ich die Situation im Zahnarztstuhl ehrlich gesagt auch nicht. Ich kann die Angst vieler Patienten sehr gut verstehen. Als Patient liege ich auf dem Rücken, während in meiner Mundhöhle etwas passiert, was ich selbst nicht sehen kann. Dazu kommen mehrere Geräte, die unangenehme Geräusche machen. Sprechen kann ich nicht, so entsteht ein Gefühl des Ausgeliefertseins…“

Praxisteam ist gut geschult

Nach Jöhrens Einschätzung gehen ungefähr 70 Prozent der Menschen mit einem mehr oder weniger großen Unbehagen in eine Zahnarztpraxis. Nur bei 5 bis 10 Prozent bestehe allerdings eine wirkliche „Zahnbehandlungsphobie“ – also extrem stark ausgeprägte Angstgefühle „mit Krankheitswert“, die nicht so ohne weiteres überwunden werden können.

Da immerhin mehr als zwei Drittel aller Patienten ein unterschiedlich stark ausgeprägtes Unwohlsein oder Befürchtungen mit Blick auf ihre Behandlung empfinden, ist dies natürlich in jeder Zahnarztpraxis tagtägliches Thema. Die meisten Zahnärzte sind für die speziellen psychologischen Anforderungen beim Umgang mit „Angstpatienten“ bestens geschult und wissen ganz genau, wie sie mit der Situation umgehen müssen. Das gilt für das gesamte Praxisteam: Auch die Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA, früher „Zahnarzthelferinnen“) lernen bereits in ihrer Ausbildung, worauf es beim Kontakt mit ängstlichen Patienten ankommt. Ein freundliches und beruhigendes Praxisambiente kann eine zusätzliche Rolle spielen.

Kein Grund zur Furcht

Zudem steht fest, dass es heutzutage – auch wegen der zahlreichen und hochwirksamen Möglichkeiten der modernen örtlichen Betäubung („Lokalanästhesie“) – nur noch selten wirkliche Gründe für eine größere Furcht vor zahnärztlichen Behandlungen gibt. Folgende Tipps für einen möglichst entspannten Zahnarztbesuch können zudem hilfreich sein:

  • Gehen Sie – schon bei der Terminvereinbarung! – offen mit dem Thema um, Sie sind nicht allein mit dem Problem (s.o.). 

  • Machen Sie unbedingt auch einen entsprechenden, deutlichen Vermerk auf dem Praxis-Fragebogen, den Sie ggf. vor der ersten Behandlung in Ihrer Praxis zum Ausfüllen erhalten. Reden Sie mit Ihrer Zahnärztin / Ihrem Zahnarzt direkt über Ihre Angst.

  • Verschieben Sie keinen einmal vereinbarten Termin.

  • Organisieren Sie sich eventuell eine Begleitung durch eine vertraute Person für den Praxisbesuch.

  • Lassen Sie sich über die Möglichkeiten einer örtlichen Schmerzausschaltung (Lokalanästhesie), Entspannungstechniken, möglicherweise auch die Behandlung in Hypnose oder unter Zuhilfenahme von Medikamenten informieren. Alleine schon so einfache Dinge wie beruhigende Musik über Kopfhörer können die Angst reduzieren, da dadurch die Praxisgeräusche in den Hintergrund treten und die Schmerzempfindung vermindert werden kann.

  • Wenn Ihnen das gut tut, lassen Sie sich ausführlich über die Behandlungsschritte und den -ablauf informieren.

  • Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben.

  • Vereinbaren Sie Zeichen für den Fall, dass Sie die Behandlung kurz unterbrechen wollen.

  • Machen Sie nach einer Akutbehandlung sofort weitere Termine und bleiben dann am Ball, bis die gesamte Behandlung abgeschlossen ist.

  • Nutzen Sie den Terminservice („Recall“) Ihrer Praxis, um regelmäßige Zahnvorsorge zu betreiben.    

  • Folgen Sie den Empfehlungen des Zahnarzt-Teams zur Gesunderhaltung Ihrer Zähne / zur Pflege Ihres Zahnersatzes.

Eine Behandlung unter Vollnarkose ist übrigens wenig geeignet, um Ängste abzubauen. Sie kommt nach Expertenmeinung nur in besonderen Fällen (beispielsweise bei akuten entzündlichen Erkrankungen, bei großen chirurgischen Eingriffen oder bei Unverträglichkeiten von örtlichen Betäubungsmitteln) in Betracht, weil bei einer Narkose immer das Risiko ernsthafter Komplikationen besteht.

Dr. med. dent. Dirk Erdmann

Weiterführende Informationen – auch zum Thema „Zahnbehandlungsphobie“ - finden Sie hier:

  • Patienteninformation der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK): „Die Angst vor der Zahnbehandlung

  • Zahnarztsuche, z.B. mit dem Tätigkeitsschwerpunkt "Hypnose“ der Zahnärztekammer Nordrhein

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Medikamente, die dem Heilen helfen, haben oft auch unerwünschte Nebenwirkungen. So können neue Arzneimittel für den Knochenstoffwechsel Kieferknochen zerstören. Gemeint ist die Medikamentengruppe der Bisphosphonate. Das sind Tabletten oder Wirkstoffe in Spritzen, die seit vielen Jahren bei Osteoporose und nach chirurgischen Eingriffen von bösartigen Tumoren verordnet werden.

Sie wirken, indem sie die Körperzellen hemmen, die Knochen abbauen können (Osteoklasten). Damit verschiebt sich das Gleichgewicht dieser Zellen mit ihren Gegenspielern, den Knochen aufbauenden Zellen (Osteoblasten). Dabei entsteht ein stabileres Knochengerüst. Das ist ein Vorteil bei Osteoporose, denn dadurch senkt sich die Gefahr für spätere Knochenbrüche erheblich.

Wirkstoffgruppe ist wichtige Vorsorge

Bedenkt man, dass heutzutage der gefürchtete Oberschenkelhalsbruch immer noch tödlich enden kann, ist die Wirkstoffgruppe eine wichtige Vorsorge besonders bei vielen risikobehafteten älteren Menschen. Der verringerte Knochenabbau durch Bisphosphonate kann auch die Ausbreitung von Knochenkrebs verringern oder entferntere Absiedlungen von bösartigen Tumoren (Metastasen) verhindern. Deshalb wird das Medikament bei bösartigen Tumoren im Knochenmark (z.B. Plasmozytom) eingesetzt, auch bei Metastasen und bei den Krebsarten, die vornehmlich im Knochen Metastasen produzieren - insbesondere bei Brust- oder Prostatakrebs.

Das Absterben von Kieferknochen ist eine sehr bedrohliche und gefürchtete Nebenwirkung, denn es kann sich großflächig bis in die Weichteile ausbreiten und ist manchmal nur schwer aufzuhalten. Ursache sind Verletzungen der Schleimhäute im Mund mit freiliegendem Knochen. So etwas gibt es häufiger, z.B. im normalen Heilungsverlauf nach Zahnentfernungen oder anderen Operationen im Mund, auch bei Parodontitis und bei ansonsten harmlosen Prothesendruckstellen. Beim gesunden Patienten bekämpft das Immunsystem die in den Knochen eindringenden Bakterien und dämmt die Entzündung ein. Bei durch Bisphosphonate verändertem Knochen fehlt diese Abwehrrektion, der Körper kann der Infektion nichts mehr entgegensetzen. In ganz ausgeprägten Fällen liegt dann der abgestorbene Knochen großflächig frei und hat keine schützende Schleimhaut mehr.

Nebenwirkungen sind vermeidbar

Diese Nebenwirkungen sind in den allermeisten Fällen vermeidbar, indem Patient, Arzt und Zahnarzt frühzeitig zusammenarbeiten. Möglichst schon vor Beginn einer Bisphosphonatbehandlung sollten alle aufwändigen Zahnbehandlungen abgeschlossen sein. Mit erhöhter Aufmerksamkeit wird der Zahnarzt all das vermeiden, was später zu Operationen, Parodontitis oder dauerhaften Prothesendruckstellen führen kann. Am Anfang verläuft eine Knochennekrose zumeist unbemerkt und schmerzfrei. Deshalb untersucht der Zahnarzt diese Patienten oft im dreimonatigen Rhythmus, um kleine Erkrankungen mit möglichst wenig Aufwand möglichst früh zu behandeln. Auch einfache Hygieneunterweisungen können die Nebenwirkungsrate erheblich senken und auch Patienten mit Prothesen sollten die regelmäßigen Kontrollen nicht vernachlässigen.

Nötige zahnärztliche Operationen dürfen meist nur noch unter hoch dosierter antibiotischer Abdeckung erfolgen. Oft überweist der Zahnarzt an einen Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgen und manchmal ist auch ein stationärer Aufenthalt nötig. Die Bisphosphonate während der zahnärztlichen Behandlung abzusetzen, bringt nichts, weil diese jahrzehntelang im Knochen verbleiben.

Weniger Nebenwirkungen bei Tabletten

Nicht alle Bisphosphonate haben die gleiche Nebenwirkungsrate. Man kann sagen: Je besser die zu erwartende Wirkung, desto wahrscheinlicher ist die zu erwartende Nebenwirkungsrate. Dabei macht es schon einen Unterschied, ob das Präparat gespritzt oder als Tablette eingenommen wird – Tabletten haben weniger Wirkung und somit auch weniger Nebenwirkung. Auch die Grunderkrankung ist verantwortlich für die Nekrosehäufigkeit. Nach Krebserkrankungen gibt es viel mehr Nebenwirkungen als bei Osteoporose. Und auch nicht jede Osteoporose verhält sich dabei gleich. Aus diesem Grund liegt es in der Aufgabe des Zahnarztes, ein individuelles Risikoprofil zu erstellen und allem Unangenehmen vorzubeugen.

Dr. med.dent. Jürgen Zitzen

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Viele Patientinnen und Patienten fragen sich in der aktuellen Situation: Kann ich meinen geplanten Zahnarzttermin trotz der COVID-19-Pandemie wahrnehmen? Und kann ich mich in der jetzigen Situation in den Zahnarztpraxen sicher fühlen?

Das aktuelle Ausbruchsgeschehen setzt das gesamte Gesundheitswesen unter Stress. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt ist jedoch trotzdem gewährleistet.

Bevor Sie Ihren Termin wahrnehmen, nehmen Sie bitte telefonischen Kontakt zu Ihrer Zahnarztpraxis auf. Bitte beantworten Sie die drei folgenden Fragen:

  1. Hatten Sie Kontakt mit einem bestätigten Coronavirus-Fall?
  2. Waren Sie in den letzten zwei Wochen in einem Gebiet, in dem sich das neue Coronavirus ausgebreitet hat?
  3. Haben Sie Anzeichen einer Coronavirus-Infektion? (Atemnot, Husten, Fieber, Halsschmerzen)?

Wenn Sie eine der oben genannten Fragen mit „Ja““ beantworten, würden wir Sie bitten, Ihren Termin zunächst zu verschieben. Wenn Sie keine Krankheitssymptome entwickeln, wäre eine Verschiebung um 14 Tage ausreichend.

Wenn Sie Erkältungssymptome haben und entweder in den letzten 14 Tage in einem betroffenen Risikogebiet waren oder Sie Kontakt mit einer infizierten Person hatten, sollte zu Ihrem eigenen Schutz und zum Schutz Ihrer Kontaktpersonen abgeklärt werden, ob eine COVID-19-Erkrankung bei Ihnen vorliegt.

Dazu können Sie entweder Ihren Hausarzt oder die 116 117 von zu Hause aus anrufen und sich informieren.

Mit Ihrer Kooperation können Sie dabei helfen, die Ausbreitung von COVID-19 zu verhindern.

Wenn Sie in den letzten 14 Tagen weder Kontakt zu einem Coronavirus-Fall hatten noch in den letzten 14 Tagen in einem Corona-Risikogebiet waren und auch keine Atemwegsprobleme haben, steht einer zahnärztlichen Behandlung nichts im Wege.

In der ambulanten medizinischen Versorgung sind Zahnarztpraxen dafür bekannt, hohe hygienische Standards und hervorragende materielle, personelle und technische Voraussetzungen zu haben:

Behandlung mit Mund-Nasenschutz gehört in der Zahnarztpraxis zur Basishygiene. In jeder Zahnarztpraxis ist es eine Selbstverständlichkeit, dass nach jedem Patienten stets alle Kontaktflächen gereinigt und desinfiziert werden.

Schützen Sie sich und andere

Darüber hinaus können Sie selbst viel tun, um sich und andere zu schützen – und zwar vor dem Coronavirus ebenso wie vor anderen Atemwegserkrankungen wie der Grippe. Denn: Auch Coronaviren werden in der Regel über Tröpfchen aus den Atemwegen übertragen. Gelangen diese an die Hände, kann eine Übertragung erfolgen, wenn Sie beispielsweise Ihr Gesicht berühren. Deshalb ist eine gute Händehygiene ein wichtiger Teil der Vorbeugung.

Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig und gründlich mit Wasser und Seife. Vermeiden Sie es, sich mit den Händen ins Gesicht zu fassen. Husten oder niesen Sie in ein Papiertaschentuch und werfen Sie dieses danach in einen Abfalleimer mit Deckel. Oder niesen und husten Sie in die Armbeuge. Halten Sie Abstand zu kranken Personen oder meiden Sie den Kontakt nach Möglichkeit.

Dr. rer. nat. Thomas Hennig
Beitrag erstellt im März 2020 für die Zahnärztekammer Nordrhein

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Der Fachbegriff „craniomandibuläre Dysfunktion“, kurz „CMD“, bedeutet übersetzt etwa „Fehlfunktion im Zusammenspiel zwischen Schädel und Unterkiefer“. Diese kann starke Schmerzen auslösen. Beteiligt sind dabei Zähne, Kiefergelenke und Kaumuskulatur mit Ausstrahlung in den Kopf, die Nacken- oder Schulterregion. Auch die umgekehrte Verlaufsform ist häufig. Mehr als 10 Prozent der Bevölkerung hat im Laufe seines Lebens eine CMD kennengelernt.

Unsere Zähne sind kleine aufeinander abgestimmte Kauwerkzeuge. Sie führen, stützen und schützen die Kiefergelenke und zerkleinern die Nahrung in faszinierender Kleinarbeit. Dabei entstehen Kräfte. Für die Zerkleinerung eines Cheeseburgers reicht dabei die Kraft von einem halben Kilogramm. Eine Walnuss benötigt etwa 60mal mehr– ca. 30 Kilogramm.

Schädlich sind übermäßige Beanspruchungen: Mit unvorstellbar großen Kräften reiben, pressen oder knirschen viele Menschen - nachts, aber auch tagsüber - mit den Zähnen. Höchstwerte mit mehr als dem Zehnfachen als beim Zerkauen einer Walnuss sind dabei keine Seltenheit. Es wurden sogar schon Spitzenwerte mit der unvorstellbaren Kraft von 1500 Kilogramm, also von eineinhalb Tonnen gemessen.

Durch den vermehrten Abrieb werden die Zähne kürzer, besonders die Eck- und Schneidezähne, und sie können schmerzempfindlich werden. Auch die Kaumuskulatur nimmt durch das unterwusste „Bodybuilding“ sichtbar an Masse zu. Im Extremfall geht die auf das Kiefergelenk passende Bisshöhe verloren. Auch hier interpretiert der Volksmund: Man sieht „verbissen“ aus.

Die nächtliche Knirscharbeit stört obendrein den entspannten Schlaf und kann zu Kopfschmerzen besonders in der Schläfenregion führen. Manchmal sind diese so stark, dass sie mit einer Migräne verwechselt werden.

Bleibene Veränderungen durch Überbeanspruchung

Das Kiefergelenk antwortet auf die Überbeanspruchung mit meist bleibenden Veränderungen, die man als Knackgeräusche oder später auch als leise Reibegeräusche wahrnehmen kann. Gelenkknacken ist nicht selten: Fast jeder zweite lernt es im Laufe des Lebens kennen und meist hat es auch keine weiteren Auswirkungen – Knacken als alleiniges Symptom ist also nicht immer krankhaft.

Schon kleinste Abweichungen in der Stellung der Kiefergelenke zueinander können weitreichendere Auswirkungen haben. So wie zwei unterschiedliche Beinlängen allmählich zu Hüfterkrankungen führen können, kann ein fehlerhaftes Zusammenspiel der Kauflächen die gesamte Kopf-, Schulter- Nacken- und sogar Rückenregion in Unordnung bringen. Am Ende reagiert der Körper mit Verspannungen und Schmerzen - sogar Haltungsschäden können entstehen.

Weiterhin können diese Kräfte die Zähne lockern, besonders bei Vorschädigung durch Parodontitis. Durch die veränderte Lage der Gelenke zueinander können Ohrenschmerzen oder sogar Tinnitus, das ist ein dauerhaftes unangenehmes Begleitgeräusch in den Ohren, verursacht werden. Auch die Bewegung des Kiefers kann eingeschränkt oder schmerzhaft sein.

Was die Seele nicht verarbeiten kann, muss der Körper leisten

Vermehrter Stress in Schule, Beruf, in der Freizeit und der Familie ist oft mit die Ursache. Der Volksmund kennt das: „Man muss die Zähne fest zusammenbeißen“, „man muss sich durchbeißen“ oder „man hat Biss“. Auch Kinder knirschen zunehmend. Außerdem können Fehlbelastungen der Zähne, z.B. wegen übergroßer Füllungen, vorzeitigem Zahnverlust oder Halswirbelsäulenschäden diese Angewohnheit auslösen.

Am Anfang steht die Diagnose

Der Zahnarzt kann CMD diagnostizieren und meist erfolgreich behandeln. Zuerst untersucht er alle am Kaugeschehen beteiligten Muskeln bis hinunter zur Halsregion auf fühlbare Überlastungen. Das Kiefergelenk wird in seiner Bewegungsfreiheit bewertet und alle Berührkontakte auf den Zähnen überprüft. Dies nennt sich „klinische Funktionsanalyse“.

Weitergehend ist die „manuelle Strukturanalyse“, bei der zusätzlich die Muskulatur in Belastungssituationen bewertet wird. Auch Kiefermodelle aus Gips können so in einen Artikulator – eine Art Gelenksimulator – eingestellt werden, wie es der individuellen Situation entspricht (instrumentelle Funktionsanalyse). Somit können auch ansonsten versteckte Ursachen der Erkrankung aufgedeckt werden, zum Beispiel auch Lageveränderungen der zwischen den Gelenken liegenden Knorpelscheibe. Diese sind auch auf einem MRT (Magnetresonaztomograph) darstellbar.

Ziel dieser Untersuchungen ist es, die Ursache der Überlastung aufzuspüren, um diese dann gezielt auszusondern. Auch orthopädische Befunde, so zum Beispiel Haltungsschäden und Wirbelsäulenleiden, können die Ursache sein. Deshalb überprüft der Zahnarzt seinen Zuständigkeitsbereich und koordiniert seine Therapie mit Ärzten anderer Fachrichtungen, z.B. dem Orthopäden.

In ausgeprägten Krankheitsbildern begleiten physiotherapeutische Maßnahmen die Gesamtbehandlung. Dabei kann ein speziell geschulter Krankengymnast die zahnärztliche Behandlung gezielt begleiten. Wenn Körper und Seele das Beschwerdebild verflechten, kann eine psychosomatische Behandlung helfen.

Kunststoffschiene als bewährte Therapiemaßnahme

Der Zahnarzt setzt in seiner Therapie oft transparente Kunststoffschienen ein. Die sollen vorwiegend nachts getragen werden, um eingefahrene Reflexe zu unterbrechen und / oder den Unterkiefer in die gewünschte Position zu führen. Dabei kommt es im Idealfall zu einer Wiedergewöhnung an eine natürliche Bisslage und man hat zusätzlich einen wirksamen Schutz vor weiterem Abrieb. Außerdem nimmt man mit der Schiene dem Unterbewusstsein die „Lust“ am Knirschen.

Manchmal helfen gezielte Einschleifmaßnahmen an den Zähnen, um die Kaulast wieder gleichmäßig zu verteilen, sodass die Kaumuskulatur ein neues Gleichgewicht findet und zusätzlich benachbarte Muskelgruppen entlastet werden. Diese neu erworbene Harmonie bewirkt also eine Entspannung der gesamten Kopf-Schulter-Region. Dabei ist es oft hilfreich, dies vorab mit in den Artikulator eingesetzten Gipsmodellen zu simulieren, um so das Ergebnis planbar zu machen. Abgenutzte Kauflächen können wiederhergestellt werden, manchmal genügt das Aufkleben von künstlichen Keramikaufbauten auf heruntergekauten Eckzähnen. Zusätzlich kann man sich selbst dazu erziehen, das ständige Berühren der Zähne wenigstens tagsüber zu vermeiden.

Tipp: Stellen Sie an Orten, wo bei Ihnen Stress besonders häufig eintritt, Ihr persönliches Warnschild auf, z.B. ein Klebepunkt aus dem Schreibwarengeschäft mit der Botschaft: „Zähne auseinander!“

Dr. med. dent. Jürgen Zitzen

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Schätzungsweise jeder 13. Bürger in Deutschland leidet an der Zuckerkrankheit, dem Diabetes mellitus. In Europa ist Deutschland damit das Land mit der höchsten Erkrankungsrate.

Wird der Diabetes nicht erfolgreich behandelt, steigt das Risiko, einen Herzinfarkt, Schlaganfall, Nerven- oder Nierenfunktionsausfälle zu bekommen, deutlich an. Auch die Erblindung gehört zu den gefürchteten Komplikationen. Deshalb ist es ganz entscheidend, den Diabetes mellitus rechtzeitig zu entdecken und ihn konsequent zu behandeln, auch durch die Zahnärzte und Zahnärztinnen.

„Süßes Blut“ erfordert eine intensive Prophylaxe zur Erhaltung der Mundgesundheit und eine frühzeitige Therapie möglicher oraler Erkrankungen. Dabei ist es wichtig, dass man als Diabetiker regelmäßig zur zahnärztlichen Kontrolluntersuchung geht.

Was müssen Sie als Diabetiker für Ihre Mundgesundheit tun?

  1. Ihr Zahnarzt/Zahnärztin muss über Ihre Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ I / Typ II) informiert sein!

  2. Sie müssen unbedingt alle Ihre Medikamente in Ihrer Zahnarztpraxis angeben! Medikamente können Nebenwirkungen und Wechselwirkungen haben, die bei jeder Behandlung (auch Prophylaxe-Behandlung) beachtet werden müssen.

  3. Aktualisieren Sie die Anamnese-Angaben (Gesundheitsfragebogen) regelmäßig. Geben Sie auch Ihre aktuellen HbA1c-Werte („Blutzucker-Gedächtnis-Wert“) an.

  4. Kommen Sie regelmäßig zu den Recall- und Kontroll-Terminen. Ihre Allgemeingesundheit hängt eng mit der Mundgesundheit zusammen. Insbesondere beeinflussen sich Diabetes mellitus und Parodontitis gegenseitig negativ. Ohne einen gesunden Mund werden Sie Ihre Zuckererkrankung nicht unter Kontrolle haben.

  5. Besprechen Sie Ihre Diabetes-Diät-Vorgaben mit dem Prophylaxe-Team. Hier finden sich teilweise gegensätzliche Empfehlungen. Z.B. sind einige Zucker-Ersatzstoffe auch kariogen (kariesfördernd). Gemeinsam werden Sie Lösungen finden, mit denen Sie sowohl Ihrer Diät als auch der Mundgesundheit gerecht werden.

  6. Durch kariogene Lebensmittel, die zur Prävention der Unterzuckerung oftmals zwischendurch nötig werden, haben Sie ein erhöhtes Kariesrisiko. Mit guter Mundpflege Ihrerseits und engmaschigen Kontrollen durch den Zahnarzt/Zahnärztin können Sie diese „drohenden“ Zahn-Defekte verhindern.

  7. Die Parodontitis vermindert die Insulin-Wirkung. Als zuckerkranker Patient haben Sie ein um Faktor 3 erhöhtes Risiko, eine Parodontitis zu bekommen, die sich zudem schneller verschlechtert und schwerer zu therapieren ist. Machen Sie sich der Notwendigkeit der Prophylaxe und einer rechtzeitigen Therapie immer bewusst!

  8. Eine Parodontitis kann die Diabetes-Behandlung mit Insulin oder anderen Medikamenten erschweren und muss unbedingt therapiert werden. Eine erfolgreiche Therapie kann mit einer HbA1c- Wert-Verbesserung bis zu 10% „belohnt“ werden!

  9. Sehr selten „profitieren“ die Blutzucker-Werte nicht von einer Parodontitis-Behandlung. Daher soll immer parallel zu dieser Therapie eine engmaschige Laborkontrolle (HbA1c-Wert) beim Hausarzt durchgeführt werden. Die Zusammenarbeit von Hausarzt und Zahnarzt/Zahnärztin ist notwendig.

  10. Beachten Sie bei der Terminabsprache Ihren gewohnten Ess- und Medikamenten-Zeitplan. Versuchen Sie die Termine so kurz wie möglich zu halten und akzeptieren Sie es dafür, öfters zu kommen.

  11. Sollten Sie sich während einer Behandlung unwohl fühlen, sprechen Sie Ihre Zahnärztin/Ihren Zahnarzt oder das Praxisteam sofort an. Messen Sie Ihren Blutzucker oder lassen Sie sich ihn messen. Oft sind Zucker-Entgleisungen für Ihr Unwohlsein verantwortlich.

  12. Vermeiden Sie unbedingt eine Hypoglykämie (Unterzuckerung). Scheuen Sie sich nicht sofort - auch beim Zahnarzt - Traubenzucker einzunehmen, wenn Ihr Blutzuckerwert zu tief ist.

  13. Kontrollieren Sie regelmäßig die Angaben der Telefonnummern Ihrer Partner, Verwandten oder Bekannten, die im Notfall zu befragen und informieren sind.

Gemeinsam mit Ihrem Zahnarzt, dem Praxisteam und den behandelnden Hausärzten werden Sie Ihre Mundgesundheit und Ihren Diabetes mellitus optimal in den Griff bekommen!

Dr.med.CatherineKempf

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Jede Behandlung in einer Zahnarztpraxis beginnt und endet in einem Raum, den ein Patient nur in den seltensten Fällen zu sehen bekommt: im Zentralraum oder „Steri“. Dort wird die Aufbereitung (Desinfektion, Reinigung, Sterilisation, Chargenkontrolle sowie Verpackung) all derjenigen zahnärztlichen Instrumente durchgeführt, die nicht als Einmalartikel zum Einsatz kommen.

Bei der räumlichen Planung einer Zahnarztpraxis spielt dieser wichtige Bereich deshalb von vornherein eine zentrale Rolle.

Qualitätsmanagement

Sämtliche Maßnahmen der Hygiene und des Infektionsschutzes sind bedeutsame Bausteine im Qualitätsmanagementsystem (QM) einer Zahnarztpraxis. Die Anforderungen für die Durchführung der Hygienemaßnahmen und -organisation sind insbesondere definiert

  • im Infektionsschutzgesetz (IfSG)
  • im Medizinproduktegesetz (MPG)
  • in der Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetrbV) und
  • in den Empfehlungen des Robert Koch-Institutes (RKI).

Im Zentrum der Ausbildung

Schon von Anbeginn ihrer dreijährigen Ausbildung erfährt jede Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) sowohl in der Berufsschule als auch an ihrem Arbeitsplatz eine intensive Schulung speziell im Bereich der Praxishygiene. Das theoretische Fachwissen über den Infektionsschutz wird in separaten Klausuren und Prüfungen kontrolliert und Arbeitsabläufe werden nach exakten Vorgaben (Hygieneplan, Arbeitsanweisungen und Checklisten) unter Aufsicht eingeübt. Dabei geht es natürlich nicht nur um die zahlreichen unterschiedlichen zahnärztlichen Instrumente, sondern auch um weitere wichtige Themen wie beispielweise hygienische und chirurgische Händedesinfektion, Reinigung und Desinfektion von Gegenständen und von Flächen und Geräten in den Behandlungsräumen.

Hohe Investitionen für die Gesundheit von Patienten und Praxisteam

Allgemein kaum bekannt ist, welcher Aufwand hier zum Schutz von Patienten und Mitarbeitern/innen „hinter den Kulissen“ betrieben wird und wie personal-, geräte- und kostenintensiv diese Hygiene-Vorkehrungen sind. Wissenschaftliche Experten des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ, Köln) ermittelten in ihrer letzten repräsentativen Analyse folgende Zahlen: Eine Praxis mit nur einer Zahnärztin/einem Zahnarzt („Einzelpraxis“) investiert Jahr für Jahr durchschnittlich 70.000 Euro für laufende Hygienemaßnahmen. Bei Gemeinschaftspraxen liegt der Betrag trotz Rationalisierungseffekten bei zirka 87.000 Euro.

Updates halten fit

Um das Wissen im Praxisteam über die doch zum Teil recht komplexen Arbeitsabläufe frisch zu halten bzw. zu ergänzen und einen hohen Hygienestandard zu gewährleisten, führt jeder Praxisinhaber regelmäßig interne Schulungen zum Thema durch. Außerhalb dieser Routine erfolgt dies natürlich auch beim Einsatz neuer Arbeitsmittel, Geräte oder Verfahren sowie für neu eingestellte Mitarbeiter/innen.

Darüber hinaus bieten die Zahnärztekammern ein umfangreiches Fortbildungsprogramm für Zahnärzte und Zahnmedizinische Fachangestellte an, wobei die Kurse und praktischen Übungen regelmäßig gut besucht und häufig lange im Voraus ausgebucht sind. Die Zahnärztekammer Nordrhein schulte in den letzten 10 Jahren regelmäßig die berufstätigen Zahnärztinnen und Zahnärzte flächendeckend (drei große Schulungsreihen 2011, 2014/15 und 2018/19). Erneut ein eindrucksvoller Beweis für den nachhaltig hohen Stellenwert der Hygiene im Bewusstsein der freiberuflich tätigen Zahnärzte.

Dr. med. dent. Dirk Erdmann
überarbeitet im April 2020 von Dr. rer. nat. Thomas Hennig

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Viele Eltern sind irritiert, weil ihr Kind (nachts) mit den Zähnen knirscht. Dabei kann dieser Vorgang des Knirschens, Pressens oder der Reibebewegungen, der unter dem medizinischen Begriff „Bruxismus“ zusammengefasst wird, im Milchgebiss durchaus normal sein und biologische Gründe haben: Auch die Wachstumsprozesse des Kopfes (Knochen und Muskulatur) laufen nicht gleichmäßig, sondern in Schüben ab. Das gilt sowohl für den Ober- als auch den Unterkiefer sowie die Kaumuskeln.

So kann es dazu kommen, dass einzelne Milchzähne oder Zahngruppen zeitweise ungünstig stehen und den Wachstumsprozess behindern. In diesen Fällen ist es sogar sinnvoll, dass störende Bereiche durch Knirschen abgeschmirgelt (Fachausdruck: „abradiert“) werden. Zahnarzt oder Kieferorthopäde können bei einer Untersuchung sehr schnell feststellen, ob solch ein „Störfall“ vorliegt und ob die Natur möglicherweise durch eine kurzzeitige kieferorthopädische Behandlung zusätzlich unterstützt werden sollte.

Spätestens mit sechs Jahren sollte Schluss sein

Sobald die ersten bleibenden Zähne im Mund erscheinen, sollte das Knirschen allerdings beendet sein. In der Regel kommen die ersten bleibenden Backenzähne (Molaren), die hinter den Milchbackenzähnen hochwachsen, im sechsten Lebensjahr. (Es fällt hierfür also keiner der 20 Milchzähne aus!) Die Durchbruchszeiten können jedoch stark variieren, schon ab dem vierten Lebensjahr des Kindes empfiehlt es sich also, wachsam zu sein.

Knirscht ein älteres Kind oder ein Jugendlicher mit seinen Zähnen, sollten die Eltern unbedingt einen Zahnarzt und/oder Kieferorthopäden aufsuchen, um die Ursache abzuklären. Denn es muss vermieden werden, dass der Zahnschmelz bleibender Zähne durch ein Abradieren beschädigt wird. Zwei Hauptursachen kommen hierfür in Frage: Die bereits genannten Zahnfehlstellungen oder psychische Gründe - wie beispielsweise anhaltend negativer Stress oder seelische Belastungen – bzw. eine Kombination mehrerer Faktoren.

Ursachen finden und beseitigen

Liegen die Gründe für das Knirschen oder Pressen alleine im Zahnbereich, lassen sich diese meist durch relativ einfache therapeutische Maßnahmen (Schienenbehandlung einschließlich Einschleifmaßnahmen etc.) beheben. Schwieriger wird es bei psychischen Ursachen. In einem Ratgeber der „Initiative Kiefergesundheit e.V.) heißt es hierzu: „Das gesellschaftliche Gefüge zeigt sich an einer Vielzahl an Störungen und Erkrankungen und resultiert in Stress-Schäden an Zähnen – und zwar unabhängig vom Lebensalter, also bei Erwachsenen ebenso wie bei Kindern in Kindergärten und in Schulen.“

In solchen Fällen können Zahnärzte und Kieferorthopäden das Problem natürlich nicht alleine lösen. Eine fachübergreifende Zusammenarbeit und unterstützende kindertherapeutische Verfahren, die eine altersgerechte Entlastung von den verursachenden Stress-Faktoren herbeiführen, sind möglicherweise angezeigt. Einen wesentlichen Indikator für das Vorliegen seelischer Ursachen sehen Experten darin, dass der Bruxismus nicht nur nachts, sondern auch tagsüber beobachtet wird.

Weiterführende Informationen zum Thema „Zähneknirschen bei Kindern“ finden Sie im Internet beispielsweise auf www.ikg-online.de unter „Publikationen“.

Dr. med. dent. Dirk Erdmann

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Die Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) stellt eine entwicklungsbedingte Erkrankung der Zahnhartsubstanz dar, bei der es bereits vor dem Durchbruch der betroffenen Zähne in die Mundhöhle zu gelblich-bräunlichen bzw. weißlich-cremefarbenen Flecken auf einem oder mehreren ersten bleibenden Backenzähnen (Molaren) kommt (siehe Abbildung1).

Die bleibenden Schneidezähne (Inzisiven) sind seltener und meist weniger stark betroffen. Da sich diese Schmelzbildungsstörung primär bei Molaren und Inzisiven zeigt, hat das Krankheitsbild den Namen Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation, abgekürzt MIH, erhalten. Deutschlandweit leiden etwa 10% der Grundschulkinder an dieser Erkrankung.

MIH – Was unterscheidet MIH-Zähne von gesunden Zähnen?

Neben der Farbveränderung haben die betroffenen Zähne eine schlechtere Schmelzqualität als gesunde Zähne: Der Schmelz ist weicher und poröser, was häufig zu einem Abplatzen der betroffenen Areale bereits während oder kurz nach ihrem Durchtritt in die Mundhöhle führt. MIH-Zähne sind oftmals stark temperatur- und berührungsempfindlich, was alltägliche Aktivitäten, wie z.B. das Zähneputzen oder Essen und Trinken heißer oder kalter Nahrungsmittel und Getränke schmerzhaft machen kann. Beides führt dazu, dass MIH-Zähne deutlich kariesanfälliger sind als gesunde Zähne und meist schon frühzeitig zahnärztlich behandelt werden müssen.

MIH – Wodurch entsteht diese Erkrankung?

Wodurch eine MIH entsteht ist unklar. Vermutet wird ein Zusammentreffen mehrerer Faktoren, die während des Zeitraums der Zahnentwicklung der befallenen Zähne (8. Schwangerschaftsmonat bis etwa zum 4. Lebensjahr) einwirken. Hierbei werden insbesondere chronische Erkrankungen des Kindes (vor allem Atemwegserkrankungen), Medikamenteneinnahmen (vor allem Antibiotika) sowie Umwelttoxine (vor allem Kunststoffbestandteile, wie Bisphenol A) als mögliche Ursachen diskutiert.

MIH – Wie stellt der Zahnarzt fest, ob mein Kind MIH hat?

Zur Diagnose genügt allein der Blick des Zahnarztes in den Mund des Kindes. Bei einer schweren MIH-Form ist eine Diagnosestellung schon während des Zahndurchbruchs des ersten Molaren, also bereits im Alter von etwa 6 Jahren sinnvoll, um durch frühzeitige Therapie Folgeschäden der MIH so gering wie möglich zu halten. Das günstigste Untersuchungsalter zur MIH-Diagnostik beträgt 8 Jahre, da dann i.d.R. alle Molaren und Inzisiven vollständig in der Mundhöhle sichtbar sind.

MIH – Was kann der Zahnarzt therapeutisch tun?

Bei einer milden Ausprägung der MIH (ohne Zahnhartsubstanzverlust) wird der Zahnarzt den betroffenen Zahn ähnlich wie einen gesunden behandeln und ihn ggf. mit einer Fissurenversiegelung versorgen. Zusätzlich sollte er bei regelmäßigen Kontrollen im Abstand von etwa 3 -6 Monaten einen hochkonzentrierten Fluoridlack auftragen. Beides sind Maßnahmen, die der Kariesprophylaxe dienen.

Ist es bereits zu einem Verlust von Zahnhartsubstanz gekommen, wird der Zahnarzt, abhängig vom Durchbruchzustand des Zahnes und dem Schweregrad des Defektes, eine Füllung aus einem zunächst temporären (z.B. Glasionomerzement) oder direkt definitiven Füllungsmaterial (Komposit) bzw. eine Teil- oder Vollüberkronung (z.B. konfektionierte Stahlkrone, individuell laborgefertigte Krone) des Zahnes empfehlen. Amalgam ist zur Versorgung von MIH-Zähnen nicht geeignet. In sehr schweren MIH-Fällen kann nach Absprache mit einem Kieferorthopäden auch die Entfernung des betroffenen Zahnes mit anschließendem kieferorthopädischen Lückenschluss sinnvoll sein.

Dr. med. dent. Maria Giraki

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Diese Frage stellt sich bei bis zu 80 Prozent der Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen! Wegen der Häufigkeit des Problems und der hohen Zahl notwendiger chirurgischer Eingriffe haben die wichtigsten wissenschaftlichen Fachgesellschaften eine eigene "Leitlinie" zu diesem Thema verfasst. Darin werden der aktuelle Stand der zahnmedizinischen Wissenschaft und die daraus abgeleiteten fachlichen Empfehlungen dargestellt (siehe untenstehender Weblink).

Am Anfang steht die Diagnose

Im vollständigen Gebiss eines ausgewachsenen Menschen sind im Normalfall in jeder Kieferhälfte acht Zähne vorhanden: Zwei Schneidezähne, ein Eckzahn, zwei Vorbackenzähne (Prämolaren) und drei Backenzähne (Molaren), wobei der dritte Backenzahn umgangssprachlich als "Weisheitszahn" bezeichnet wird, weil er als letzter - meist erst im Erwachsenenalter - durchbricht.

Die Platzverhältnisse am hinteren Ende des Ober- und Unterkiefers reichen allerdings meistens nicht aus. Der Weisheitszahn oder die Weisheitszähne bleiben vollständig oder teilweise im Kieferknochen liegen. Der Fachmann sagt: Sie sind "(teil)retiniert".

Eine genaue Diagnose lässt sich stellen, wenn neben einer Untersuchung des Mundraumes zusätzlich eine große Röntgenaufnahme der Kiefer, beispielsweise eine Panorama-Aufnahme oder in speziellen Fällen eine dreidimensionale Darstellung durch eine digitale Volumentomographie (DVT), angefertigt wird.

Ob und wie nun eine Behandlung erfolgen muss, ist von verschiedenen Faktoren abhängig, die in einer gemeinsamen Information der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) sowie des Zentrums Zahnärztliche Qualität (ZZQ) folgendermaßen zusammengefasst werden:

Behandlungsempfehlungen

Entsprechend der wissenschaftlichen Leitlinie sollten Weisheitszähne in folgenden Fällen entfernt werden:

  • bei Schlupfwinkelinfektionen am Weisheitszahn (sog. "Dentitio difficilis")
  • bei Karies oder Wurzelentzündungen am Weisheitszahn
  • bei Zysten oder anderen krankhaften Veränderungen in der Umgebung des Zahnes
  • bei Auflösungserscheinungen am Nachbarzahn oder wenn der Weisheitszahn das Zahnbett des Nachbarzahnes gefährdet
  • wenn absehbar ist, dass die Weisheitszähne eine Operation am Kiefer, beispielsweise eine Korrektur einer Kieferfehlstellung oder eine Kieferbruchbehandlung erschweren
  • wenn Weisheitszähne das Zusammenbeißen der Zähne stören oder zu befürchten ist, dass Schmerzen durch die Weisheitszähne ausgelöst werden

In folgenden Fällen sollte eine Entfernung überprüft werden:

  • bei einem längeren Aufenthalt in Regionen ohne moderne medizinische Versorgung.
  • wenn eine zahnbezogene Narkosebehandlung vorgenommen wird und erneute Narkose zur Entfernung eines Weisheitszahnes durchgeführt werden müsste
  • wenn zu erwarten ist, dass ein Weisheitszahn durch den Druck einer Prothese freigelegt wird und damit eine Schlupfwinkelinfektion begünstigt würde
  • wenn eine kieferorthopädische Behandlung (Zahnbewegung) durch die Weisheitszähne erschwert wird

In den nachfolgenden Situationen können/sollten die Weisheitszähne belassen werden:

  • wenn eine spontane, regelrechte Einstellung der Weisheitszähne in die Zahnreihe zu erwarten ist
  • wenn eine Extraktion anderer Zähne und/oder eine kieferorthopädische Behandlung mit Einordnung des Zahnes sinnvoll und von Seiten des Patienten auch gewünscht wird
  • wenn Weisheitszähne tief im Knochen verlagert sind und ein hohes Risiko operativer Komplikationen besteht

Wenn Sie mehr wissen wollen zum Thema Weisheitszähne (z.B. über die Diagnostik, die Arten der Behandlung und über Risiken beim Entfernen oder Belassen), erfahren Sie dies auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde: www.dgzmk.de/zahnaerzte/wissenschaft-forschung/leitlinien/details/document/operative-entfernung-von-weisheitszaehnen-s3.html

Dr. med. dent. Dirk Erdmann

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„Rauchen fügt Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erhebliche Schäden zu“, steht deutlich als Warnhinweis auf Zigarettenpackungen. Zudem sollen abschreckende Fotos dazu beitragen, das Rauchen aufzugeben oder gar nicht erst damit anzufangen.

Während die allgemeinmedizinischen Auswirkungen des Tabakgenusses, wie Lungenkrebs, Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen, in der Bevölkerung weitgehend bekannt sind, werden die Auswirkungen des Tabakrauchens auf die Mundhöhle in der öffentlichen Wahrnehmung jedoch nach wie vor häufig vernachlässigt.

Rauchen bedeutet dabei Probleme für Zähne, Zahnfleisch und den Zahnhalteapparat:

  • Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass sich die Mundschleimhaut bei Rauchern leichter entzündet.
  • Es ist auch bewiesen, dass entzündliche Erkrankungen des Zahnfleisches bei Rauchern deutlich schwerer verlaufen und dass therapeutische Maßnahmen am Zahnhalteapparat und dem Zahnfleisch deutlich schlechtere Ergebnisse erbringen als beim Nichtraucher.
  • Zähne werden schneller locker, der Zahnhalteapparat nimmt Schaden.
  • Implantate wachsen bei Rauchern oft nicht so ein, wie man es erwarten könnte oder gehen frühzeitig verloren.
  • Die so genannte "Halitosis", der Mundgeruch, hat zum Teil auch seine Ursache im Tabakgenuss – ebenso wie Verfärbungen an den Zähnen oder der Zunge, die dann braun und hässlich wirken.

Es sind auch noch schlimmere Auswirkungen des Rauchens auf Zunge, Schleimhäute und Rachen bekannt: In Deutschland erkranken etwa 10.400 Menschen, vorwiegend Männer, neu an einer Krebserkrankung der Mundhöhle, mit steigender Tendenz trifft die Erkrankung auch Frauen. Das Rauchen wirkt sich negativ auf die Strukturen von Nasenhöhle, Mundhöhle, Zunge, Kehlkopf, Speiseröhre, Luftröhre und Lunge aus. Kaum eine andere Krebsart wirkt sich so offensichtlich auf das Leben der Betroffenen aus und ist für ihn so schwer zu akzeptieren wie eine Krebserkrankung in der Mundregion.

Raucher stark krebsgefährdet

Krebs im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich findet sich bei Menschen besonders häufig, die rauchen, Alkohol trinken und deren Mundhygiene schlecht ist. Die Vorsorgeuntersuchung in Verbindung mit der Früherkennung von Vorkrebsstadien und Mundhöhlenkrebs ist daher eine wichtige Aufgabe der zahnärztlichen Praxis. Trotz Verbesserungen in der Diagnostik ist die Langzeitüberlebensprognose der Patienten mit Krebserkrankungen der Mundhöhle und der Zunge nach wie vor schlecht. Mit effizienten klinischen Untersuchungsmethoden oder auch Zelluntersuchungen werden frühzeitig Schäden am Zahnhalteapparat und Gewebeveränderungen erkannt. Eine optimale Mundhygiene in Verbindung mit präventiven Maßnahmen durch die Zahnarztpraxis beugt Schäden vor.

Daher die Empfehlung: Zusätzlich zur optimalen häuslichen Mundhygiene mindestens zweimal im Jahr zur zahnärztlichen Kontrolluntersuchung gehen und ebenfalls zweimal im Jahr eine professionelle Individualprophylaxe wie eine professionelle Zahnreinigung in der Praxis durchführen lassen. Der Zahnarzt berät dabei gerne. Über allem aber steht: „Stop smoking!“

Dr. med. Peter Minderjahn

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Die äußere weiße Schicht des Zahnes, der Zahnschmelz, ist aufgrund des sehr hohen Mineralstoffgehalts das härteste Material im menschlichen Körper. Auch das darunter liegende Zahnbein (Dentin) ist immer noch wesentlich härter als unser Knochen. Es kommt daher bei gesunden Zähnen relativ selten und nur bei extrem hoher Krafteinwirkung wie beispielsweise einem Unfall zu einem Bruch (Fraktur). Anders sieht es natürlich aus, wenn ein Zahn schon durch eine vorausgegangene Karies stark geschwächt ist, eine große Füllung aufweist oder bereits eine Wurzelkanalbehandlung durchgeführt werden musste. Insbesondere extreme punktförmige Krafteinwirkungen wie der berühmte Biss auf den Kirschkern können eine Fraktur auslösen. Dies kann aber auch bei starkem Zähneknirschen oder -pressen (Bruxismus) passieren, da nach wissenschaftlichen Erkenntnissen dabei ein Druck bis zum Zehnfachen der normalen Kaubelastung auftreten kann.

„Cracked Tooth“ – „Loslass-Schmerz“ führt zur richtigen Diagnose

Es gibt verschiedene Arten von Zahnfrakturen. Harmlos sind relativ häufig vorkommende kleine Risse, die auf den Zahnschmelz begrenzt sind, in der Regel keine Beschwerden auslösen und nicht behandelt werden müssen. Bei Rissen oder Sprüngen, die bis in das Dentin reichen, ist das ganz anders: Solche „Infraktionen“ – in der Fachsprache auch als „Cracked-Tooth-Syndrom“ bezeichnet – können schnell fortschreiten und zu einer vollständigen Fraktur bis in den Wurzelbereich eines Zahnes führen. Dann sind die Chancen für eine Zahnerhaltung nicht mehr gut. Leitsymptom für das Vorliegen einer Infraktion ist neben einer erhöhten Temperaturempfindlichkeit (insbesondere auf „kalt“) die Aufbissempfindlichkeit des betroffenen Zahnes. Im Unterschied zu anderen akuten Zahnerkrankungen, die mit Beschwerden bei vertikaler Belastung einhergehen, tritt die Schmerzsymptomatik jedoch erst nach dem langsamen Zubeißen auf einen harten Gegenstand als kurzer, stechender Schmerz beim „Loslassen“ auf.

Exakte Untersuchung in mehreren Schritten

So lässt sich schon einmal herausfinden, welcher Zahn betroffen ist, was bei vorhandenen Füllungen oder Kronen gar nicht so einfach ist. Laut Statistik treten Infraktionen am häufigsten bei den unteren und oberen Backenzähnen (Molaren = 76 %), weniger häufig bei den Vorbackenzähnen (Prämolaren = 22 %) auf. Als nächstes ist zu klären, wo genau die Frakturlinie liegt, wie sie verläuft und wie lang sie ist. Zur weiteren Diagnostik des Zahnarztes gehören hier Röntgenaufnahmen, die exakte visuelle Untersuchung mit Lupenbrille und/oder Operations-Mikroskop – nach Entfernung von Füllungen oder Kronen –  und die Transillumination (Durchleuchtung mit speziellen Lichtquellen). Erst wenn geklärt ist, ob auch bereits eine Mitbeteiligung oder Irritation des Zahnmarks (Pulpa) vorliegt, kann eine zielgerichtete und erfolgversprechende Behandlung geplant werden.

Schienen, stabilisieren und langfristig erhalten

Die Möglichkeiten der Zahnmedizin sind auch bei Vorliegen eines „Cracked-Tooth-Syndroms“ vielfältig, begünstigt durch die ständige wissenschaftsbasierte Fortentwicklung bei Füllungsmaterialien (beispielsweise sog. „Komposite“) und durch den Einsatz moderner Klebetechniken („adhäsive Befestigung“). Als Sofortmaßnahme nach der Diagnose steht die Schienung und Stabilisierung des Zahnes im Vordergrund, um ein weiteres Voranschreiten der Infraktion oder eine komplette Fraktur zu vermeiden. Hier können Metallbänder zum Einsatz kommen, die von den festsitzenden Spangen aus der Kieferorthopädie bekannt sind. Eine interne (innere) Schienung erfolgt mittels Kompositmaterial in Adhäsivtechnik (s.o.). Nach entsprechender Reaktionszeit und Beschwerdefreiheit kann dann später ein langfristiger Zahnerhalt über Einlagefüllungen (Inlays), Teilkronen oder eine vollständige Überkronung eingeleitet werden. In ungünstiger verlaufenden Fällen kommen zunächst Wurzelkanalbehandlungen oder chirurgische Maßnahmen zum Zahnerhalt infrage. Leider kann in aussichtslosen Situationen auch eine Zahnentfernung (Extraktion) notwendig werden.

Vorbeugen – Was kann man tun?

Da das Zähneknirschen oder -pressen als ein Risikofaktor für Infraktionen bekannt ist, ist das Tragen einer Aufbissschiene – auch zur Prävention und Behandlung von Kiefergelenksproblemen – empfehlenswert. Darüber hinaus zeigt sich hier erneut, wie wichtig der regelmäßige Zahnarztbesuch mit gründlicher Untersuchung, professioneller Zahnreinigung und frühzeitiger minimalinvasiver Behandlung ist.

Zur Vorbeugung gegen Zahnunfälle beim Ausüben von Risiko- oder Kontaktsportarten wie beispielweise Fußball, Basketball, Handball, Rollerblading, Skateboarding oder Mountainbiking empfiehlt sich das Tragen eines Mundschutzes.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie hier:
S2k-Leitlinie (Langversion): Therapie des dentalen Traumas bleibender Zähne. AWMF-Registernummer: 083-004
Stand: 31.05.2015 , gültig bis 30.05.2020
http://www.dgzmk.de/uploads/tx_szdgzmkdocuments/traumalang.pdf

 

Dr. med. dent. Dirk Erdmann
Beitrag erstellt im Oktober 2019 für die Zahnärztekammer Nordrhein

Aktualisierung geplant für Mai 2020

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Wie oft ein Besuch bei Ihrem Zahnarzt notwendig ist, hängt von Ihrer Mundgesundheit ab. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt zwei Vorsorgeuntersuchungen pro Jahr. Im Rahmen der Kontrolltermine entfernt Ihr Zahnarzt kostenfrei einmal pro Jahr harte Beläge (Zahnstein). Darüber hinaus kann er mit Hilfe von Röntgenaufnahmen auf versteckte Karies oder Entzündungen untersuchen.

Bei manchen Beschwerden denken viele Patienten nicht daran, dass hier auch der Zahnarzt helfen könnte. Bei Problemen wie Kopfschmerzen, Schnarchen, Diabetes oder Zähneknirschen kann ein Besuch beim Zahnarzt hilfreich sein.

Häufig gibt es rund um die Zahnbehandlung auch Fragen oder Unsicherheiten. Scheuen Sie sich nicht, Ihren Zahnarzt anzusprechen und nachzufragen, wenn Ihnen etwas unklar ist!

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„Im Schlaf erledigen“, das klingt harmlos. Leider erledigt mancher Schnarcher nachts Schwerarbeit. Glücklicherweise können Ärzte und Zahnärzte in vielen Fällen Abhilfe schaffen.

Etwa acht Millionen Bundesbürger haben keinen erholsamen Schlaf. Die Statistik zeigt:

  • Im Alter von 30 Jahren schnarchen 30 Prozent der Männer und 10 Prozent der Frauen.
  • Mit 60 Jahren schnarchen 60 Prozent der Männer und knapp 40 Prozent der Frauen.

Prinzipiell unterscheidet man zwei Arten des Schnarchens, das „harmlose Schnarchen“ und das sogenannte „gefährliche Schnarchen“. Das „harmlose Schnarchen“ führt zwar zu einer gewissen Vereinsamung, da der Bettnachbar irgendwann die Flucht aus Selbstschutz ergreift, birgt aber darüber hinaus kaum gesundheitliche Folgen.

Schnarcher leben gefährlich

Das „gefährliche Schnarchen“ ist jedoch die häufigste Schlaferkrankung und wird medizinisch als sogenanntes „obstruktives Schlafapnoe Syndrom“ bezeichnet. Hierbei verengen sich (Obstruktion) die Luftwege und es kommt zu Atemaussetzern (Apnoe) während des Schlafes.

Die Unterbrechung des Atemvorganges ist hierbei im Durchschnitt länger als 10 Sekunden. Häufig dauern die Aussetzer 30 bis 50 Sekunden und können bis zu 600 Mal pro Nacht auftreten, meist ohne dass der Betroffene es selber merkt. In diesen Fällen erschlaffen (verengen sich) die Gaumen –und Rachenmuskeln, die oberen Atmenwege kollabieren und gefährliche Atemaussetzer treten ein. Die Folgen dieses „gefährlichen Schnarchens“ sind:

  • eine erhöhte Tagesmüdigkeit: Die Atemaussetzer sind nahezu Schwerstarbeit für den Patienten. Stellen Sie sich vor; Sie würden über hundertmal tauchen und dabei jedes Mal die Luft für 30 oder 40 Sekunden anhalten. Kein Wunder, dass der Patient an Ende dieses Schlafes morgens wie „gerädert“ ist.
  • das Auftreten von Kreislauferkrankungen sowie ein erhöhtes Herzinfarktrisiko
  • Der Blutdruck ist bei „gefährlichen Schnarchern“ in etwa der Hälfte der Fälle stark erhöht. Erhöhter Blutdruck und mangelnde Sauerstoffversorgung, während der Atem aussetzt, führen zu einer extremen Belastung für Herz und Kreislauf.
  • Depressionen und Libidoverlust
  • nächtliches Sodbrennen

Jeder kann sich vorstellen, dass eine so starke Belastung der gesamten Körperfunktionen während des Schlafes und eine gleichzeitige mangelnde Ruhephase nach der Tagesbelastung auch Einfluss auf die Lebenserwartung hat. Jüngste Studien zeigen, dass diese um bis zu acht Jahre reduziert sein kann.

Wie Ärzte helfen können

Wie lässt sich diese Erkrankung behandeln? Zunächst einmal ist die Diagnose bei einem Lungenfacharzt oder speziell ausgebildeten Internisten bzw. in einem Schlaflabor zu stellen. Nur so ist eine Abgrenzung der unterschiedlichsten Schlafstörungen fachärztlich möglich. Ziel der anschließenden Behandlungen ist es, die Atemwege offen zu halten. Am bekanntesten hierbei sind sogenannte NCPA’s. Diese Sauerstoffgeräte sind bei schweren Erkrankungen das Mittel der Wahl.

Wie Zahnärzte helfen können

In einfachen Fällen und nur dort gibt es eine brauchbare und effektive Alternative: das sogenannte Schnarchtherapiegerät. Hierbei handelt es sich um eine Schiene aus durchsichtigem Kunststoff, die nachts im Mund getragen wird. Das führt dazu, dass der Unterkiefer nach vorne verlagert wird und der Rachenraum um 25 Prozent vergrößert wird.

Die Schienen sind komfortabel und nebenwirkungsfrei. Sie werden nach der schlaftherapeutischen Diagnostik durch Lungenfacharzt bzw. Schlaflabor von einem schlafmedizinisch tätigen Zahnarzt oder Zahnärztin sowie in einem speziellen zahntechnischen Labor hergestellt.

Ein gesunder Schlaf und ein gesundes Leben gehören zusammen. Schnarchen ist dem mehr als nur abträglich.

Zahnärztin Lieselotte Rabe/Dr. Ralf Hausweiler

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Welche Chancen haben tief zerstörte Zähne noch?

Die wesentlichen Bestandteile eines Zahnes sind der Zahnschmelz, der sichtbar in die Mundhöhle hinein ragt und die äußere Schicht der Zahnkrone bildet. Daneben gibt es das Dentin oder Zahnbein, das als Gerüst des Zahnes bezeichnet werden kann und die Pulpa sicher umschließt. Die Pulpa, das Zahninnere oder auch Zahnmark genannt, ist ein mit Nerven und Gefäßen gefüllter Hohlraum im Zahn.

Bei der Wurzelkanalbehandlung geht es darum, Entzündungen dieses Zahnmarks zu therapieren und zu beseitigen.

Die Ursachen für die Entzündung des Zahnmarks sind vielfältig: Meist besteht zunächst ein kariöser Defekt, der die Schmelzschicht durchbohrt hat und als Eintrittspforte für Keime jeglicher Art dient. Dabei muss so ein Defekt nicht immer sofort Schmerzen verursachen. Auch können sogenannte Traumata, wie ein kräftiger Schlag auf einen Zahn mit Fraktur zu einer Entzündung des Zahnmarks führen. Als nicht immer zu vermeidende Komplikation beim Beschleifen eines Zahnes kann sich ebenfalls das Zahnmark als Folge des so genannten Schleiftraumas entzünden. Seltener ist hingegen die Infektion von der Wurzelspitze her. Hierbei muss der Zahnhalteapparat soweit geschädigt sein, dass Keime aus der Zahnfleischtasche an die kleine Öffnung der Wurzelspitze gelangen können und die Infektion sich aufsteigend im Zahn ausbreitet.

Oftmals verläuft solch eine Entzündung unbemerkt und schmerzfrei ab. Das Zahnmark stirbt ab und die Keime breiten sich im Gangsystem der Wurzelkanäle aus. Die späte Abwehrreaktion des Körpers ist dann eine Entzündung des Gewebes, das die Wurzelspitze umgibt - eine so genannte Parodontitis apicalis (das heißt eine Entzündung des Zahnhalteapparates an der Wurzelspitze des Zahnes) mit einer sichtbaren Auflösung von Knochenstrukturen. Diese Auflösung lässt sich auf Röntgenbildern als dunklerer Bereich um die Wurzelspitze darstellen.

Die akute Form dagegen ist oft mit starken Schmerzen verbunden und zeigt noch keine Auflösung des Knochens auf dem Röntgenbild und lässt sich so schwieriger auf diesem verifizieren. Die klassischen Symptome sind hier ein klopfend-pulsierender Zahnschmerz. Wird diese Entzündung dann nicht behandelt, weil z.B. die Schmerzen gerade noch auszuhalten sind, stirbt der Zahnnerv als Folge ab und kann als eitrige Entzündung nach einer kurzen schmerzfreien Ruhephase die klassische dicke Backe verursachen. In diesem Fall ist eine Wurzelkanalbehandlung oder die Entfernung des Zahnes unvermeidbar.

Wie läuft eine Wurzelkanalbehandlung ab?

Ziel einer Wurzelkanalbehandlung ist es eine möglichst vollständige Entfernung von Keimen, Pulpagewebe und nekrotischem Material aus allen Kanälen des Zahnes zu erreichen. Die Behandlung gliedert sich im Wesentlichen in die nachfolgenden Schritte und ist in der Regel nicht schmerzhaft:

  1. Eröffnen des Zahnmarks und Aufsuchen und Freilegen der Wurzelkanäle

  2. Entfernen des infizierten oder toten Zahnnervgewebes

  3. Aufbereiten der Wurzelkanäle, Reinigung und Desinfektion derselben

  4. Bakteriendichter Verschluss der Wurzelkanäle

  5. Abschließende Versorgung des Zahnes mit Füllung oder einer Krone

Eine Wurzelkanalbehandlung umfasst mehrere Behandlungssitzungen, da eine Aufbereitung von Wurzelkanälen sehr aufwändig ist und die Desinfektion der Kanäle, je nach Infektionsgrad, ein mehrmaliges Wechseln eines Medikamentes im Zahn notwendig machen kann.

Trotz sorgfältigster Behandlung gibt es keine Garantie des Erfolges bei einer Wurzelkanalbehandlung. Oft spielen anatomische Verhältnisse eine große Rolle beim Misserfolg.

Der Wurzelkanal ist nicht nur ein einziger gerader Kanal, der sich von der Wurzelspitze zur Zahnkrone zieht, sondern macht oftmals im Bereich der Wurzelspitze Verzweigungen, die dem Nildelta ähnlich sehen. Diese Verzweigungen sind für den Zahnarzt kaum aufzubereiten.

Bei einem Misserfolg und einer weiter bestehenden Entzündung an der Wurzelspitze kann noch ein Versuch der Wurzelspitzenrektion (chirurgische Entfernung des unteren Teils der Wurzelspitze) gemacht werden.

Dr. Thomas Heil

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„Dieser Zahn muss entfernt werden.“ Heute im Zeitalter der lebensbegleitenden Zahnprophylaxe hört der Patient diesen Satz viel seltener als z. B. vor zwei Jahrzehnten – und dennoch: Nicht jeder Zahn kann erhalten werden.

Beispiel Parodontitis

Eine Parodontitis entwickelt sich – von seltenen Ausnahmen abgesehen – langsam über viele Jahre. Sie beginnt immer mit einer harmlosen Zahnfleischentzündung. Sinn macht es, schon den Anfängen zu wehren. Denn mit Fortschreiten der entzündlichen Erkrankung des Zahnhaltegewebes geht fortlaufend zahnstützendes Knochengewebe mit Haltefasern und Zahnwurzeloberfläche verloren. Je später man mit einer ursachengerechten Behandlung beginnt, desto schwieriger wird die Prognose. Sind schon erste Zahnlockerungen zu sehen, ist die Erkrankung meist weit fortgeschritten. Deutliche Lockerungen der Fontzähne oder auch schon Knochenverlust bis hin in die Teilungsstelle der Wurzeln der Seitenzähne können nur im Ausnahmefall und dann nur mit extremem Aufwand zu einer dauerhaften Zahnerhaltung führen. Und manchmal macht die verzweifelte Extremerhaltung auch keinen Sinn.

Heute denkt der Zahnarzt eher strategisch. Überlässt man einen parodontal zerstörten Zahn seinem kommenden Schicksal, verursacht er einen unwiederbringlichen Schaden an den Nachbarzähnen. Auch diese Zähne werden dann locker und am Ende droht der vollständige Zahnverlust. Hier stellt sich die Frage, wie viel Wert dieser Zahn im noch vorhandenen Gebiss darstellt. Das Ziel muss definiert werden: Dies kann ein lebenslanger festsitzender Zahnersatz sein oder eine wertvolle Stütze für einen herausnehmbaren Ersatz – die Entscheidung liegt immer im Einzelfall begründet. Ist der Zahn für das erklärte Ziel wichtig, sollte auch kein Aufwand zu groß sein. Zum Beispiel kann man eigentlich zerstörte Seitenzähne durch Entfernung der am meisten betroffenen Zahnwurzel – also eine Halbierung des Zahnes – oft noch über viele Jahre retten. Ist der Zahn für das erklärte Ziel eher unwichtig, ist es meist besser, den Zahn zu entfernen und die Zahnerhaltung auf alle anderen Zähne zu konzentrieren.

Beispiel Karies

Auch vom ersten kleinen Zahnloch bis zur schmerzhaften Entzündung des zahninneren nervhaltigen Zahnmarks ist es häufig ein jahrelanger Weg. Deshalb sollte schon frühzeitig Karies behandelt werden, um die Ausbreitung ins Zahnmark zu stoppen. Ist das Zahnmark jedoch schon betroffen und entzündet, bleibt meist nur die Wurzelkanalbehandlung. Diese kann heute in nahezu perfekter Präzision durchgeführt werden. Neuartige Instrumente aus Nickel-Titan, elektronische Messgeräte für die inneren Zahnmarkkanäle, verbesserte Röntgentechnik, bessere Wurzelfüllmaterialien und Fertigkeiten des Zahnarztes bringen mittlerweile so gute Resultate, dass heute viel mehr Zähne erhalten werden können. Die allerletzte Erhaltungsmaßnahme, eine chirurgischen Wurzelspitzenresektion mit Entfernung der Entzündung an der Wurzelspitze, hat mittlerweile eine schlechtere Prognose als die perfekte Wurzelkanalbehandlung. Die Zahnentfernung sollte immer die letzte Alternative darstellen – zumindest sollte intensiv über die Wertigkeit des Zahnes nachgedacht werden.

Die Lösung der Probleme kann nur bedeuten: Im Idealfall versuchen Patient und das Team des Zahnarztes ein Leben lang, die erste Karies und die erste Zahnfleischentzündung zu verhindern. Haben die Zähne jedoch schon viel „erlebt“, ist eine sehr engmaschige Betreuung in der Zahnarztpraxis vonnöten – nur durch Ausschalten der Ursachen verhindert man die Neuerkrankung.

Dr. med. dent. Jürgen Zitzen

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Unfälle, bei denen auch die Zähne in Mitleidenschaft gezogen werden, sind ziemlich häufig. Die Statistik sagt, dass immerhin jedes dritte oder vierte Kind bis zu seinem 16. Lebensjahr einen unfallbedingten Zahnschaden erleidet – ob in der Schule oder in der Freizeit insbesondere bei Ball- und Kontaktsportarten sowie beim Inline-Skaten oder Mountain-Biken.

Am häufigsten von Verletzungen betroffen sind dann die Schneidezähne („Frontzahntrauma“). Art und Umfang der Schäden reichen vom Abbrechen einer kleinen Zahnschmelzkante bis hin zum Totalverlust des Zahnes, in besonders heftigen Fällen sogar kombiniert mit einem Bruch des Kieferknochens.

Vorbeugen verhindert Schlimmeres

Gerade bei sogenannten „Risikosportarten“, in denen Stürze oder Körperkontakt nahezu unvermeidbar sind, ist es überaus ratsam, seine Zähne zu schützen. So empfiehlt sich beispielsweise beim Radfahren das Tragen eines Helmes mit integriertem Kinnbügel. Auch Hockeyspielen ohne Zahnschutz ist beinahe schon fahrlässig.

Fragen Sie also am besten Ihren Zahnarzt/Ihre Zahnärztin nach einem sogenannten „Mouthgard“. Das sind spezielle Schienen aus mehreren Lagen elastischen Kunststoffs, die nach Herstellung eines Abdrucks (wie für eine Zahnspange) individuell angefertigt und angepasst werden können. Gegenüber den Billigangeboten aus dem Sportgeschäft („konfektionierter Mundschutz“) sind diese viel passgenauer und bequemer. Sie behindern auch nicht beim Atmen.

Diese individuelle Lösung kostet zwar mehr und sollte auch in regelmäßigen Abständen an das Kieferwachstum angepasst werden. Die Investition zahlt sich aber aus: Experten haben errechnet, dass der unfallbedingte Verlust nur eines einzigen Schneidezahnes durchaus lebenslange Folgekosten zwischen zehn- und zwanzigtausend Euro nach sich ziehen kann.

Zahntrauma, was tun?

Hat sich ein Unfall mit Zahnbeteiligung ereignet, sollte man natürlich schleunigst seinen Zahnarzt/seine Zahnärztin – am Wochenende den Notdienst oder die Klinik - aufsuchen.

Ist sogar ein kompletter Zahn ausgeschlagen (in der Fachsprache sprechen wir von „Avulsion“), heißt es unbedingt: Nerven bewahren. Es gibt auch dann noch sehr gute Chancen einer „Zahnrettung“ durch Wiedereinpflanzen („Reimplantation“) und dauerhaftes Einheilen in den Kiefer. Die wichtigste Voraussetzung hierfür ist, dass die sehr empfindliche Wurzelhaut nicht noch weiteren Schaden nimmt. Das ist schon beim Austrocknen der Wurzeloberfläche nach 20 bis 30 Minuten der Fall.

Daher empfiehlt sich für den Notfall folgendes Vorgehen:

  • Blutstillung (Erste Hilfe), von außen kühlen
  • Zahn suchen und nur im Bereich der Zahnkrone, nicht der Wurzel anfassen
  • Zahn auf keinen Fall von Schmutzpartikeln reinigen oder gar desinfizieren
  • Transport des ausgeschlagenen Zahnes in einem „feuchten Medium“, hervorragend geeignet: „Zahnrettungsbox“ (z.B.: „Dentosafe“ oder „SOS Zahnbox“), ansonsten kalte H-Milch, noch empfehlenswert: Kunststoff-Folie, Kochsalzlösung, ungeeignet: normales Wasser, trockene Aufbewahrung oder Speichel
  • Schnellstmöglich Zahnarzt oder Zahnklinik aufsuchen
  • Nach der zahnärztlichen Behandlung auch an Tetanus-Impfschutz denken

Zahnrettungsboxen gibt es mittlerweile in vielen Schulen und Sportvereinen. Darin enthalten ist ein spezielles Zell-Nährmedium, das ein Wiedereinpflanzen von Zähnen bis zu 48 Stunden nach dem Unfallereignis ermöglicht. Auch für größere abgebrochene Zahnfragmente empfiehlt sich der Transport in einem solchen Spezialbehälter.

Dr.med.dent. Dirk Erdmann

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Service

Gesetzlich Versicherte erhalten einen Heil- und Kostenplan von ihrem Zahnarzt, wenn sie Zahnersatz benötigen. Das Formular und die Eintragungen sind für Laien jedoch schwer zu verstehen. Die Initiative proDente stellt daher jetzt eine interaktive Online-Erklärung zur Verfügung, die den Heil- und Kostenplan (HKP) für Patienten aufschlüsselt. Ein ergänzenden Informationsblatt zum HKP kann von Patienten kostenfrei unter 01805/55 22 55 bestellt werden.

Seit dem 1. Juli 2018 gilt die EU-Quecksilberverordnung. Danach darf Dentalamalgam nicht mehr für zahnärztliche Behandlungen von Milchzähnen, von Kindern unter 15 Jahren und von schwangeren oder stillenden Patientinnen verwendet werden. Für die Behandlung der genannten Patientinnen und Patienten muss regelmäßig ein alternatives plastisches Füllungsmaterial gewählt werden, das dauerhaft haltbar und erprobt ist und dem Stand der Wissenschaft entspricht.

Die Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) hat zu dem Thema einen Katalog mit wichtigen Fragen und Antworten erarbeitet, um Patientinnen und Patienten über die neuen Vorgaben, Ausnahmen von diesen Vorgaben und Behandlungsmöglichkeiten bei Zahnfüllungen zu informieren. Die Auflistung gibt unter anderem Auskunft darüber, welche Alternativen zu Dentalamalgam in der Füllungstherapie verfügbar sind und welche Leistungen gesetzliche Krankenkassen übernehmen.

Der Frage- und Antwortkatalog kann auf der Website der KZBV unter www.kzbv.de/eu-quecksilberverordnung abgerufen werden. Auch die aktualisierte KZBV-Patienteninformation „Zahnfüllungen – Was Sie als Patient wissen sollten“ ist dort zum kostenlosen Download verfügbar oder kann als gedruckte Broschüre bestellt werden.

Das Thema Hygiene geht jeden etwas an! Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat eine neue Informationsseite ins Leben gerufen: www.infektionsschutz.de. Diese Homepage bietet umfassende Inhalte zum Thema und ist ansprechend und interessant gestaltet. Eine hilfreiche Infoseite gerade auch für den Patienten.

Patientinnen und Patienten in NRW stehen im Patientenwegweiser des Patientenbeauftragten für Nordrhein-Westfalen unterschiedliche Informations-, Beratungs- und Selbsthilfeangebote zur Verfügung.

Das umfangreiche Adressverzeichnis soll dazu beitragen, die Suche nach geeigneten Ansprechpartnerinnen und -partnern zu vereinfachen.

Für Patienten wurde eigens eine Telefon-Hotline eingerichtet. Diese erreichen Sie montags von 12.00 bis 15.00 Uhr und donnerstags von 10.00 bis 13.00 Uhr unter der Telefonnummer 0211 / 44 704 280. Dort beantworten wir Ihre Fragen rund um die zahnärztliche Behandlung.

Das Bilderbuch „Zahnbande“ begeistert schon seit Herbst 2016 Kinder und Erwachsene. Jetzt kommen Abenteuer, Spiele und spannende Infos über gesunde Zähne mit allen Mitgliedern der Zahnbande auch ins Internet. Auf „zahnbande.de“ präsentiert die Initiative proDente für 5- bis 12-Jährige kleine Geschichten, Filme, Spiele, Animationen und Ausmalbilder.

Natürlich geht es um Zähne und was die Beißerchen so alles leisten. Also Essen, Trinken und beim Sprechen helfen. Auch Zähneputzen und der Besuch beim Zahnarzt dürfen nicht fehlen. Doch wichtiger als Belehrungen sind Geschichten und Figuren, die Kinder und deren Phantasie ansprechen. Auch ein Menüpunkt mit Spielen, Geschichten und Ausmalbildern darf nicht fehlen. Und wie herrlich schrill ein Bohrer klingt hören die Kids auch.

www.zahnbande.de

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Patientenberatungsstelle der Zahnärztekammer Nordrhein

Telefon-Hotline für Patienten montags von 12.00 bis 15.00 Uhr und donnerstags von 10.00 bis 13.00 Uhr.

Postfach 10 55 15
40046 Düsseldorf
0211 / 44 704 280 (Mo 12-15 Uhr, Do 10-13 Uhr)
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