Für Patienten: Leichte Sprache
Für Patienten:  Beratung & Service
Wissenswertes rund um Ihre Mundgesundheit
Aktuelles Thema:

Müssen die Weisheitszähne wirklich raus?

Erkrankte Zähne oder erkranktes Zahnfleisch müssen schnell behandelt werden. Nach einer sorgfältigen Diagnose bespricht der Zahnarzt mit dem Patienten die einzelnen Schritte. Der Umfang der Behandlung hängt immer von der individuellen Situation des Patienten ab.
Artikel

⇒ zur Liste aller Patienteninformationen

 

Diese Frage stellt sich bei bis zu 80 Prozent der Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen! Wegen der Häufigkeit des Problems und der hohen Zahl notwendiger chirurgischer Eingriffe haben die wichtigsten wissenschaftlichen Fachgesellschaften eine eigene "Leitlinie" zu diesem Thema verfasst. Darin werden der aktuelle Stand der zahnmedizinischen Wissenschaft und die daraus abgeleiteten fachlichen Empfehlungen dargestellt (siehe untenstehender Weblink).

Am Anfang steht die Diagnose

Im vollständigen Gebiss eines ausgewachsenen Menschen sind im Normalfall in jeder Kieferhälfte acht Zähne vorhanden: Zwei Schneidezähne, ein Eckzahn, zwei Vorbackenzähne (Prämolaren) und drei Backenzähne (Molaren), wobei der dritte Backenzahn umgangssprachlich als "Weisheitszahn" bezeichnet wird, weil er als letzter - meist erst im Erwachsenenalter - durchbricht.

Die Platzverhältnisse am hinteren Ende des Ober- und Unterkiefers reichen allerdings meistens nicht aus. Der Weisheitszahn oder die Weisheitszähne bleiben vollständig oder teilweise im Kieferknochen liegen. Der Fachmann sagt: Sie sind "(teil)retiniert".

Eine genaue Diagnose lässt sich stellen, wenn neben einer Untersuchung des Mundraumes zusätzlich eine große Röntgenaufnahme der Kiefer, beispielsweise eine Panorama-Aufnahme oder in speziellen Fällen eine dreidimensionale Darstellung durch eine digitale Volumentomographie (DVT), angefertigt wird.

Ob und wie nun eine Behandlung erfolgen muss, ist von verschiedenen Faktoren abhängig, die in einer gemeinsamen Information der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) sowie des Zentrums Zahnärztliche Qualität (ZZQ) folgendermaßen zusammengefasst werden:

Behandlungsempfehlungen

Entsprechend der wissenschaftlichen Leitlinie sollten Weisheitszähne in folgenden Fällen entfernt werden:

  • bei Schlupfwinkelinfektionen am Weisheitszahn (sog. "Dentitio difficilis")
  • bei Karies oder Wurzelentzündungen am Weisheitszahn
  • bei Zysten oder anderen krankhaften Veränderungen in der Umgebung des Zahnes
  • bei Auflösungserscheinungen am Nachbarzahn oder wenn der Weisheitszahn das Zahnbett des Nachbarzahnes gefährdet
  • wenn absehbar ist, dass die Weisheitszähne eine Operation am Kiefer, beispielsweise eine Korrektur einer Kieferfehlstellung oder eine Kieferbruchbehandlung erschweren
  • wenn Weisheitszähne das Zusammenbeißen der Zähne stören oder zu befürchten ist, dass Schmerzen durch die Weisheitszähne ausgelöst werden

In folgenden Fällen sollte eine Entfernung überprüft werden:

  • bei einem längeren Aufenthalt in Regionen ohne moderne medizinische Versorgung.
  • wenn eine zahnbezogene Narkosebehandlung vorgenommen wird und erneute Narkose zur Entfernung eines Weisheitszahnes durchgeführt werden müsste
  • wenn zu erwarten ist, dass ein Weisheitszahn durch den Druck einer Prothese freigelegt wird und damit eine Schlupfwinkelinfektion begünstigt würde
  • wenn eine kieferorthopädische Behandlung (Zahnbewegung) durch die Weisheitszähne erschwert wird

In den nachfolgenden Situationen können/sollten die Weisheitszähne belassen werden:

  • wenn eine spontane, regelrechte Einstellung der Weisheitszähne in die Zahnreihe zu erwarten ist
  • wenn eine Extraktion anderer Zähne und/oder eine kieferorthopädische Behandlung mit Einordnung des Zahnes sinnvoll und von Seiten des Patienten auch gewünscht wird
  • wenn Weisheitszähne tief im Knochen verlagert sind und ein hohes Risiko operativer Komplikationen besteht

Wenn Sie mehr wissen wollen zum Thema Weisheitszähne (z.B. über die Diagnostik, die Arten der Behandlung und über Risiken beim Entfernen oder Belassen), erfahren Sie dies auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde: www.dgzmk.de/zahnaerzte/wissenschaft-forschung/leitlinien/details/document/operative-entfernung-von-weisheitszaehnen-s3.html

Dr. med. dent. Dirk Erdmann

FAQ's
Dokumente
Patientenbroschüre Diabetes
Informationen für Diabetiker und Tipps für den Zahnarztbesuch
Online lesen
Behandlungen und Kosten
Service

Gesetzlich Versicherte erhalten einen Heil- und Kostenplan von ihrem Zahnarzt, wenn sie Zahnersatz benötigen. Das Formular und die Eintragungen sind für Laien jedoch schwer zu verstehen. Die Initiative proDente stellt daher jetzt eine interaktive Online-Erklärung zur Verfügung, die den Heil- und Kostenplan (HKP) für Patienten aufschlüsselt. Ein ergänzenden Informationsblatt zum HKP kann von Patienten kostenfrei unter 01805/55 22 55 bestellt werden.

Seit dem 1. Juli 2018 gilt die EU-Quecksilberverordnung. Danach darf Dentalamalgam nicht mehr für zahnärztliche Behandlungen von Milchzähnen, von Kindern unter 15 Jahren und von schwangeren oder stillenden Patientinnen verwendet werden. Für die Behandlung der genannten Patientinnen und Patienten muss regelmäßig ein alternatives plastisches Füllungsmaterial gewählt werden, das dauerhaft haltbar und erprobt ist und dem Stand der Wissenschaft entspricht.

Die Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) hat zu dem Thema einen Katalog mit wichtigen Fragen und Antworten erarbeitet, um Patientinnen und Patienten über die neuen Vorgaben, Ausnahmen von diesen Vorgaben und Behandlungsmöglichkeiten bei Zahnfüllungen zu informieren. Die Auflistung gibt unter anderem Auskunft darüber, welche Alternativen zu Dentalamalgam in der Füllungstherapie verfügbar sind und welche Leistungen gesetzliche Krankenkassen übernehmen.

Der Frage- und Antwortkatalog kann auf der Website der KZBV unter www.kzbv.de/eu-quecksilberverordnung abgerufen werden. Auch die aktualisierte KZBV-Patienteninformation „Zahnfüllungen – Was Sie als Patient wissen sollten“ ist dort zum kostenlosen Download verfügbar oder kann als gedruckte Broschüre bestellt werden.

Das Thema Hygiene geht jeden etwas an! Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat eine neue Informationsseite ins Leben gerufen: www.infektionsschutz.de. Diese Homepage bietet umfassende Inhalte zum Thema und ist ansprechend und interessant gestaltet. Eine hilfreiche Infoseite gerade auch für den Patienten.

Patientinnen und Patienten in NRW stehen im Patientenwegweiser des Patientenbeauftragten für Nordrhein-Westfalen unterschiedliche Informations-, Beratungs- und Selbsthilfeangebote zur Verfügung.

Das umfangreiche Adressverzeichnis soll dazu beitragen, die Suche nach geeigneten Ansprechpartnerinnen und -partnern zu vereinfachen.

Für Patienten wurde eigens eine Telefon-Hotline eingerichtet. Diese erreichen Sie montags von 12.00 bis 15.00 Uhr und donnerstags von 10.00 bis 13.00 Uhr unter der Telefonnummer 0211 / 44 704 280. Dort beantworten wir Ihre Fragen rund um die zahnärztliche Behandlung.

Das Bilderbuch „Zahnbande“ begeistert schon seit Herbst 2016 Kinder und Erwachsene. Jetzt kommen Abenteuer, Spiele und spannende Infos über gesunde Zähne mit allen Mitgliedern der Zahnbande auch ins Internet. Auf „zahnbande.de“ präsentiert die Initiative proDente für 5- bis 12-Jährige kleine Geschichten, Filme, Spiele, Animationen und Ausmalbilder.

Natürlich geht es um Zähne und was die Beißerchen so alles leisten. Also Essen, Trinken und beim Sprechen helfen. Auch Zähneputzen und der Besuch beim Zahnarzt dürfen nicht fehlen. Doch wichtiger als Belehrungen sind Geschichten und Figuren, die Kinder und deren Phantasie ansprechen. Auch ein Menüpunkt mit Spielen, Geschichten und Ausmalbildern darf nicht fehlen. Und wie herrlich schrill ein Bohrer klingt hören die Kids auch.

www.zahnbande.de

Kontakt
Unsere Services für Sie auf einen Blick:
Themensuche
Finden Sie in unseren Themensammlungen Interessantes und Informatives rund um die Zahngesundheit, Ausbildung, Fortbildung und Berufsausübung:
Infocenter
Profitieren Sie von unserem Know how:
Service für Patienten

Kontakt zu den Universitätskliniken im Kammerbereich

Patientenberatung

Barrierefreie Praxen

Patientenanfragen

Anfragen und Beschwerden von Patienten an die Zahnärztekammer Nordrhein

Diese Webseite nutzt Cookies

Unsere Webseite nutzt Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer: