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Seminare und Fortbildungskurse für Zahnmediziner und Praxismitarbeiter - Karl-Häupl-Institut -
Aktuelles Thema:

Wechselwirkung zwischen Kiefergelenk und Wirbelsäule?

Das Karl-Häupl-Institut veranstaltet am 11. Mai 2019 einen Thementag, an dem ein möglicher Zusammenhang zwischen Fehlokklusion und skelettalen sowie myogenen Beschwerden im Bereich des Rückens und des Beckens diskutiert wird.
Artikel

Wechselwirkung zwischen Kiefergelenk und Wirbelsäule? - Eine kontroverse Diskussion"

Seit einigen Jahren wird von Zahnmedizinern, Orthopäden und Physiotherapeuten vermehrt ein Zusammenhang zwischen Fehlokklusion und skelettalen sowie myogenen Beschwerden im Bereich des Rückens und des Beckens gesehen. Unstrittig war bisher eine Wechselwirkung innerhalb des craniomandibulären Systems, die zu Beschwerden im Kopf- und Nackenbereich geführt hat.

Der aktuell stattfindende Paradigmenwechsel geht deutlich darüber hinaus und führt zu der Feststellung, dass es eine eindeutige deszendierende Fortsetzung des Beschwerdebildes von der Fehlokklusion bis zum Beckenschiefstand gibt. Viele Praktiker beobachten diesen Zusammen-hang in ihren Praxen, aber auch von einzelnen Hochschulen gibt es bereits Ansätze, die diese Koinzidenz anerkennen und eine interdisziplinäre Kooperation zwischen Zahnärzten und Kieferorthopäden auf der einen und Orthopäden und Physiotherapeuten auf der anderen Seite fordern.

Die Frage, die sich hinsichtlich der Wechselwirkung zwischen dem craniomandibulären System und der Wirbelsäule stellt, betrifft nicht nur den Grad der Evidenzbasiertheit. Sie fokussiert insbesondere auch darauf, ob die Behandlung einer craniomandibulären Dysfunktion aus-schließlich funktionstherapeutisch mit Hilfe von Schienen und manueller Therapie erfolgen soll, oder ob es sinnvoll ist, den ganzheitlichen Aspekt von Anfang an zu sehen und die okklusions- und kiefergelenksbezogene Therapie simultan auf das skelettale System auszudehnen.

Angesichts der aktuell strittig geführten Diskussion über die indizierten Therapien, erscheint es sinnvoll, im Rahmen des KHI-Thementages eine aktuelle, wissenschaftlich fundierte Bestands-aufnahme zu diesem Thema durchzuführen.

Vor diesem Hintergrund wurden engagierte Kollegen beider Lager in das Karl-Häupl-Institut eingeladen.

Wir erwarten eine spannende Diskussion zwischen Referenten, die den ganzheitlichen Therapieansatz verfolgen und Kollegen, die die Funktionstherapie primär okklusionsbezogen als eine klassische zahnärztliche Behandlung einer CMD ansehen. Wir freuen uns daruf, dass die Teilnehmer sich an dieser Diskussion aktiv beteiligen und ihre persönlichen Erfahrungen einbringen. Die akademische Kontroverse soll in einem angenehmen kollegialen „Come together“ von einer übertriebenen Dogmatik der jeweiligen Standpunkte befreit werden.

Anmeldung:

Termin: Samstag, 11. Mai 2019, 9.00 bis 16.00 Uhr
Veranstaltungsort: Karl-Häupl-Institut der Zahnärztekammer Nordrhein, Emanuel-Leutze-Str. 8, 40547 Düsseldorf
Fortbildungspunkte: 7
Teilnahmegebühr: 300 Euro für Zahnärztinnen/Zahnärzte, 300 Euro für Assistentinnen / Assistenten
Anmeldung: https://www.khi-direkt.de/#/kurs/19037 oder schriftlich an khi(at)zaek-nr.de

Programm:

09.00 – 09.15 Begrüßung Dr. Arentowicz

09.15 – 10.15 Vortrag Prof. Hugger

Ganzheitlich oder was? Formen der Annäherung an ein kontroverses Problem
Der Begriff der „ganzheitlichen Betrachtung“ ist in unserer Zeit weit verbreitet und scheint Allgemeingut geworden zu sein. In einem an sich kleinen Tätigkeitsgebiet, wie es für die Zahnmedizin erscheint, ergeben sich unter dem Aspekt der Ganzheitlichkeit völlig neue Perspektiven. Jedoch was wissen wir wirklich über die Beziehung zwischen Kausystem und anderen Bereichen des Körpers? Gibt es gesicherte Erkenntnisse oder liegen vielmehr Vermutungen und spekulative Vorstellungen vor? Ist eine postulierte Wechselwirkung mit den Begriffen Kiefergelenk und Wirbelsäule richtig adressiert? Können vermeintliche Behandlungserfolge das Postulat bestätigen im Sinne „Wer heilt, hat recht“? Welche Hilfestellungen kann uns zur angesprochenen Thematik die wissenschaftsbasierte Zahn-Medizin geben? Und welche Bedeutung haben in diesem Kontext die Individualität des Patienten und die klinische Erfahrung, Expertise und Intuition des Behandlers?

Mit dem pointierten Herausstellen dieser und ähnlicher Fragen soll das Terrain des Thementages vorgestellt und abgeschritten werden, um daran anschließend Ansätze zu einer Beantwortung zu geben, die im Laufe der weiteren Vorträge und Diskussionsbeiträge Konkretisierung erfahren werden. In diesem Sinne bestünde das Resümee am Ende dann nicht in der Feststellung: Vorhang zu und alle Fragen offen.

10.15 – 10.30 Kaffeepause

10.30 – 11.30 Vortrag Dr. Dapprich

Interdisziplinäre Funktionstherapie, Kiefergelenk und Wirbelsäule
In den letzten 15 Jahren hat es bei der Diagnostik und Therapie der CMD einen Paradigmenwechsel gegeben. Die lokale Betrachtung des craniomandibulären Systems hat sich zur interdisziplinären Diagnostik und Therapie mit Einbeziehung des gesamten Körpers erweitert. Wenn der Bewegungsapparat durch eine CMD mitbeteiligt ist, ändert sich ständig die Kondylenposition und damit die Okklusion. Erst durch die interdisziplinäre Therapie bleibt die Okklusion und damit die zentrische Kondylenposition stabil. Ebenso werden 80% aller Kopf- , Nacken- und Rückenschmerzen durch eine CMD ausgelöst. Daneben können aber noch wesentlich mehr Symptome beteiligt sein. (siehe Abb. 1) Das Thema interdisziplinäre CMD ist ganz aktuell, denn die meisten Ärzte, besonders Neurologen bei Kopf- oder Orthopäden bei Rückenschmerzen, kennen die Auswirkungen einer  CMD auf ihre Patienten nicht. 39% aller Deutschen klagen oft oder ständig über Rückenschmerzen, 29% empfinden sie ab und zu, nur 20% hatten noch nie Rückenschmerzen. Orthopäden können aber nur bei 15% aller Patienten mit MRT und CT feststellen woher die Schmerzen kommen, weil die von einer CMD ausgelöst werden. Nach Schätzungen der Krankenkassen sind 10 bis 17 % aller Deutschen Schmerzpatienten und trotz steigender Ärztezahlen, besonders der  Schmerztherapeuten, wird die Zahl der Schmerzpatienten immer größer, weil viele CMD-Patienten nicht erkannt werden. Die aktuellen Leitlinien sagen, dass die interdisziplinäre CMD-Therapie und die Bedeutung der Okklusion unumstritten ist, gehen aber davon aus, dass die zahnärztliche Primärtherapie bei einer CMD erst einmal Schienen sind, da nur wenige Patienten ganzheitlich betroffen seien. Das ist so aber nicht richtig, denn fast alle CMD-Patienten haben eine Mitbeteiligung des ganzen Körpers. Deshalb muss die Therapie von Anfang an ganzheitlich und interdisziplinär erfolgen und zuerst immer eine ganzheitliche Diagnostik durchgeführt werden.

11.30 – 12.30 Vortrag Dr. Säckler

Okklusion und Körperhaltung – Interdisziplinäre Zusammenarbeit Zahnheilkunde, Orthopädie und Osteopathie
In Deutschland ist in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr in das Bewusstsein gerückt, dass okklusale Probleme in der Kieferorthopädie und Zahnheilkunde Folgen im ganzen menschlichen Körper haben können, sei es durch Schmerzen, Funktionstörungen oder psychische Erkrankungen.
Durch die intensive Arbeit von einigen Zahnärzten, Kieferorthopäden, Physiotherapeuten, Manualmedizinern und Osteopathen hat sich eine vielfältige Landschaft von Methoden der Diagnostik und Therapie von Kiefergelenkserkrankungen entwickelt. Im internationalen Vergleich sind wir neben Österreich hiermit sehr gut aufgestellt und entwicklungsfreudig.
Gleichzeitig gibt es auch noch eine Reihe von Zahnärzten, die diese Entwicklungen für unnötig hält.
Wissenschaftlich bewiesen ist jedoch, dass interdisziplinäre Ansätze zur Behandlung von okklusalen Problemen mit Physiotherapeuten und Manueller Medizin erfolgreicher ist als der alleinige zahnärztliche Weg.
Vielfach gibt es allerdings Hindernisse zu einer erfolgreichen Behandlung, da Fehlerquellen nicht analysiert und ausgeräumt werden können.
Dieser Workshop soll Ihnen die Zusammenhänge zwischen Okklusion und Körperhaltung darstellen, die Bedeutung einer orthopädischen, einer manualmedizinischen und besonders osteopathischen Diagnostik zeigen und gleichzeitig ein schlüssiges Therapiekonzept vermitteln, hierbei werden auch die pitfalls berücksichtigt.
Ausdrücklich erwünscht ist die aktive Mitarbeit durch interaktive Diskussionen und, wenn gewollt, das zur Verfügung stellen als Proband.
Zielgruppe sind Einsteiger in das Thema und Fortgeschrittene, die für sich Problemlösungen in der eigenen interdisziplinären Zusammenarbeit suchen.
Es wird ein spannender Tag werden!

12.30 – 13.30 Mittagspause

13.30 – 14.30 Vortrag Dr. Hellmann

Das Bein zu kurz, der Hals wird schiefer – ganz klar, das kommt vom Kiefer!
Das kraniomandibuläre System (KMS) unterhält funktionell enge Verbindungen mit den weiteren Körpersegmenten und es ist nicht von der Hand zu weisen ist, dass es bei anhaltenden Veränderungen der biomechanischen Gleichgewichtsbedingungen im KMS auch zu Anpassungen in angrenzenden Segmenten kommen kann. Allerdings muss ebenfalls konstatiert werden, dass zum einen die meisten funktionellen und strukturellen Abweichungen von der Norm im KMS keinerlei pathophysiologische Potenz zu besitzen scheinen und, dass zum anderen über die pathophysiologische Wertigkeit von Funktionsstörungen des KMS bis heute außer Expertenmeinungen nichts wissenschaftlich Belastbares bekannt ist. Die Vielfalt an Meinungen führt aber leider vermehrt zu einer Verunsicherung im Kollegenkreis, ob und wie Patienten mit komplexen Beschwerdebildern zu behandeln sind. Der Vortrag stellt vor dem Hintergrund aktueller und international konsensfähiger Hypothesen die zahnmedizinisch relevanten Zusammenhänge zwischen dem KMS und den weiteren Segmenten des Körpers dar und gibt Orientierung bzgl. eines zahnärztlich regelkonformen diagnostischen und therapeutischen Vorgehens im klinischen Alltag einer kassenzahnärztlichen Praxis.

14.30 – 15.30 Diskussionsrunde zwischen Referenten und Teilnehmern des Thementages - Come together

FAQ's
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Im Rahmen eines Pilotprojektes erhalten Sie für den Besuch von Fortbildungsveranstaltungen Punkte gemäß den Richtlinien der Bundeszahnärztekammer. Die Punkte entnehmen Sie bitte der jeweiligen Kursausschreibung. Von Seiten der Zahnärztekammer erfolgt keine personenbezogene Dokumentation.
Im Institut stehen für praktische Arbeitskurse Instrumente und Materialien nur in begrenzter Anzahl zur Verfügung. Folgen Sie daher bitte genau den Hinweisen in der Programmausschreibung. In der Regel werden gesonderte Instrumenten- und Materiallisten rechtzeitig vor Kursbeginn verschickt.
Fortbildungskosten sind grundsätzlich Betriebsausgaben und von der Steuer absetzbar. Eine entsprechende Teilnahmebestätigung erhalten Sie im Tagungsbüro.
Wir empfehlen Ihnen, den Nachweis über Ihre Fortbildung zu führen. Für den Nachweis wird eine Teilnahmebestätigung von der Zahnärztekammer Nordrhein ausgestellt.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Karl-Häupl-Institut vom Hauptbahnhof aus mit der U-Bahn-Linie U 77 (bis Endstation „Am Seestern“) zu erreichen, vom Flughafen direkt nur per Taxi.
In unmittelbarer Nähe des Instituts stehen renommierte Hotels mit großer Bettenkapazität zur Verfügung. Kursteilnehmer werden gebeten, Reservierungen selbst vorzunehmen. Dies sollte möglichst frühzeitig geschehen, da während der zahlreichen Ausstellungen in Düsseldorf Zimmerengpässe möglich sind.
Mit einigen Hotels wurden Sonderkonditionen, die jedoch nur an messefreien Tagen gelten, vereinbart.
Weitere Informationen, wie Hotelverzeichnisse, erhalten Sie bei der Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH, Telefon (02 11) 17 20 20 bzw. im Internet unter der Anschrift: www.duesseldorf-tourismus.de.
Die Abteilung Fortbildung ist unter der Telefonnummer (0211) 44704-0 zu erreichen, außerhalb der Geschäftszeiten unter (0211) 44704-240.
Kursteilnehmer können ihren PKW auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz des Lindner Congress Hotels, Emanuel-Leutze-Straße 17, (gegenüber dem Karl-Häupl-Institut) abstellen. Im weiteren Umkreis des Institutes (Fußweg ca. 10 Minuten) ist darüber hinaus ausreichend Parkraum vorhanden.
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