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Aktuelles Thema:

Hygiene

Die Hygiene in der Zahnarztpraxis ist nicht nur ein gesetzliches MUSS, sondern sollte zudem auch eine Selbstverständlichkeit darstellen. Mitarbeiter eines Heilwesenbetriebes müssen die Vorgaben des Gesetzgebers und des Robert Koch- Instituts zur Hygiene in der Regel ebenso beachten, wie der Praxisbetreiber selbst.
Artikel

Aktuelle Information zum neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2

Sobald Patienten mit akuter respiratorischer Symptomatik (z.B. Husten) in Ihre Praxis kommen, sollten Sie zunächst eine Reise- und Kontaktanamnese durchführen (siehe Schema des Gesundheitsamtes der Landeshauptstadt Düsseldorf im Reiter "Dokumente").

Risikogebiete sind neben der chinesischen Provinz Hubei (inkl. Stadt Wuhan) auch die Städte Wenzhou, Hangzhou, Ningbo, Taizhou in der Provinz Zhejiang (Stand: 11.2.2020). Für aktuelle Informationen beachten Sie bitte die entsprechende Webseite des Robert Koch Instituts (RKI): https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete.html

Falls der Patient entweder innerhalb der letzten 14 Tage aus einem Risikogebiet eingereist ist oder Kontakt zu einem bestätigten SARS-CoV-2-Fall hatte, sollte unmittelbar Kontakt mit dem zuständigen Gesundheitsamt aufgenommen werden. Außerhalb der Dienstzeiten wenden Sie sich bitte an die Leitstelle der Feuerwehr.

Sachlicher Umgang, bloß keine Panik!

Bei Patienten, die über Fieber klagen oder bei Verdachtsfällen auf SARS-CoV-2, müssen in jedem Fall besondere Verhaltensmaßnahmen zur Infektionsprävention, die über die Basishygiene hinausgehen, veranlasst werden:

  • Der betroffene Patient ist unmittelbar vom Empfang in einen separaten Raum (Türen geschlossen), getrennt von anderen Personen zu bringen. Der Kontakt des Erkrankten zu anderen Personen ist zu vermeiden.
  • Im Rahmen des Arbeitsschutzes müssen Mitarbeiter, die Kontakt zum Patienten haben, zum Schutz vor respiratorischen (Tröpfchen-) Infektionen eine FFP2-Maske tragen.

Vergleichen Sie hierzu auch die Arbeitsanweisung "Infektionsprävention fieberhafte Erkrankungen (AA26)" im Login-Bereich für Mitglieder.

Wenn eine an einer akuten respiratorischen Infektion erkrankte Person sich im öffentlichen Raum bewegen muss, kann das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (z.B. eines chirurgischen Mundschutzes) durch diese Person sinnvoll sein, um das Risiko einer Ansteckung anderer Personen durch Tröpfchen, welche beim Husten oder Niesen entstehen, zu verringern (Fremdschutz). Nachdem ein Patient mit akutem respiratorischem Syndrom den Raum verlassen hat, sollte gut durchgelüftet werden.

Das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ist ein behülltes Virus, das bereits durch Desinfektionsmittel der Klassifikation „begrenzt viruzid“ sicher inaktiviert wird. Die im Rahmen der Basishygiene standartmäßig eingesetzten, VAH-gelisteten Desinfektionsmittel sind auch im Einsatz gegen diese Virus vollumfänglich geeignet.

Weitere Informationen sowie eine Liste mit den häufigsten Fragen und Antworten (FAQ) zum aktuellen Corona-Virus finden Sie auf den Webseiten des Robert Koch Instituts (RKI): https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS NRW) hat eine Telefon-Hotline zum Coronavirus eingerichtet, die montags bis freitags zwischen 08:00 und 18:00 Uhr zu unter 0211 / 8554774 zu erreichen ist.


Hygieneplan und -leitfaden

Der Hygieneplan einer Praxis ist nicht nur ein gesetzliche Verpflichtung, sondern bildet vor allem inhaltlich das Kernstück der Praxishygiene. Darin beinhaltet sind insbesondere Vorgaben zur Hände-, Flächen- und Instrumentenhygiene.

Der Deutsche Arbeitskreis für Hygiene in der Zahnmedizin (DAHZ) hat hierzu einen Leitfaden herausgebracht, welcher das Thema Hygiene praxisnah und leicht verständlich komprimiert zusammen fasst und zudem eine "Lesehilfe" des tabellarischen Hygieneplans bietet.

Der aktuelle Hygieneleitfaden des DAHZ (Deutscher Arbeitskreis für Hygiene in der Zahnmedizin), 13. Ausgabe 2020 wird vom DAHZ ausschließlich in digitaler Form veröffentlicht und bei Bedarf angepasst. Derzeitiger Redaktionsstand ist der 14.02.2020.

Den aktuellen Rahmenhygieneplan (Musterplan BZÄK/ DAHZ) finden Sie ebenfalls auf den Seiten des DAHZ.

Die Praxismitarbeiter sollten in diesem Zusammenhang auch immer an eine sorgfältige Pflege der Hände achten (dies gilt sowohl für die Arbeits- als auch die Freizeit!). Hierzu dient der Hautschutzplan der Praxis. Denn nur die gepflegte Haut kann eine ordnungsgemäße Desinfektion erfahren!

Viele hilfreiche Tipps zum Thema Hygiene/ Händehygiene sind auf der Homepage der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) zu finden.

Labordienstleistungen im Bereich Hygienemonitoring

Die ZÄK-NR Service GmbH bietet Labordienstleistungen wie Wasserproben und mikrobiologische Proben sowie Restproteinbestimmungen an. Nähere Informationen, ebenso wie weitere Anbieter von periodischen Leistungs- und Qualitätskontrollen, sind im geschlossenen Bereich für Mitglieder im Handbuch der Zahnärztekammer Nordrhein unter dem Punkt 1.1 (Checklisten -> Adressen) zu finden: zum Login.

Keine Angst vor HIV, HBV und HCV

Der Bundesverband der Zahnmedizinstudenten in Deutschland (BdZM) und die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) weisen darauf hin, dass die meisten Sorgen vor einer eventuellen Übertragung von HIV, HBV oder HCV im Praxisalltag unbegründet sind.

Beide Organisationen stellen für Zahnmediziner und das Praxisteam Informationsmaterial zur Verfügung, das die meistgestellten Fragen beantwortet: Einen Youtube-Film sowie eine Kurzbroschüre, die gemeinsam mit der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH) realisiert wurden.

Es gilt, dass für die Behandlung von HIV-Patienten, unabhängig von deren Viruslast, in der Zahnarztpraxis oder Klinik keine zusätzlichen Maßnahmen zur Hygiene und zum Arbeitsschutz getroffen werden müssen, als üblicherweise. Bei Einhaltung der generellen, strikten Schutzmaßnahmen besteht keine Infektionsgefahr, ganz unabhängig davon, ob ein Patient eine ihm bekannte Infektion angegeben hat oder ihm diese selbst noch nicht bekannt ist.

Zusätzliche Maßnahmen, wie Behandeln am Ende der Praxisöffnungszeit oder die Behandlung unter besonderen Bedingungen, erhöhen nicht den Schutz.

Dennoch sollte das ganze Praxisteam die wichtigsten Sofortmaßnahmen bei Arbeitsunfällen, zum Beispiel Stich- oder Schnittverletzungen mit kontaminierten Instrumenten kennen. Ein potentielles Ansteckungsrisiko kann durch Sofortmaßnahmen oder eine Post-Expositions-Prophylaxe minimiert werden. Speziell HIV-Patienten sind zudem aufgrund wirksamer Therapien in der Regel nicht mehr infektiös.

BZÄK und BdZM wollen informieren und unbegründete Infektionsängste abbauen, um eine professionelle und diskriminierungsfreie Versorgung von Menschen mit Infektionserkrankungen wie HIV, HBV und HCV sicherzustellen.

FAQ's
Dokumente
Abklärung von Corona-Verdachtsfällen

Schema des Gesundheitsamtes der Landeshauptstadt Düsseldorf, Stand: 11.02.2020

Abweichende Dokumentation

"Der Praxistipp: Wie setze ich Bürokratieabbau in der Praxis um?" (RZB 01/2019)

Antiseptika

"Zur Operationsvorbereitung oder zur Wundbehandlung" (RZB 02/2018)

Aufbereitung von Endo-Instrumenten

"Aufbereitung von Endo-Instrumenten. Risikoanalyse und Anforderungen an die Hygiene" (RZB 06/2013)

Hygienebeauftragte, Freigabeberechtigte – aktuelle Sachkenntnis zur Aufbereitung

"Wer...? Weshalb...? Warum...?" (RZB 07_08/2015)

Masernschutzgesetz

"Wer muss gegen Masern geimpft werden?" (RZB 02/2020)

Wartung von Medizinprodukten

„Wartung quo vadis?“ (RZB 07_08/2017)

Wartungs- und Validierungsintervalle

"RDG: Bis zu 50 Prozent weniger Wartung und Validierung" (RZB 05/2019)

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