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Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ)

Die Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ), die seit dem 1. Januar 2012 gültig ist, regelt die Rechtsgrundlage für die Honorargestaltung der Behandlung
Artikel

Die Beschlüsse zur PAR-Strecke in der GOZ

Bereits seit 2013 befassen sich die Mitglieder des Beratungsforums mit den Regelungslücken in der GOZ 2012. Die Mitglieder sind Vertreter der privaten Krankenversicherungen, Mitglieder der Beihilfe aus Bund und Ländern sowie die Mitglieder des Ausschusses Gebührenrecht der Bundeszahnärztekammer.

 

Ein Blick zurück

In den vergangenen zehn Jahren wurden über 50 Beschlüsse gefasst, um Fragen hinsichtlich einer Berechnungsfähigkeit oder Erstattungsmöglichkeit zu klären. Einer der wichtigsten bisher gefassten Beschlüsse ist der Beschluss Nr. 5 Trennung von Liquidation und Erstattung.

„Bestimmungen, welche tarifbedingte Vertragsbestandteile des Versicherungsvertrages im reinen Innenverhältnis zwischen Versichertem und Versicherer sind, haben keinen Einfluss auf die Berechenbarkeit von Leistungen nach der GOZ.“

Bereits zu Beginn der Corona-Pandemie hat das Beratungsforum beschlossen, die Hygiene-Pauschale zu erhöhen. In drei zeitlich beschränkten Beschlüssen konnte somit ein kleiner Ausgleich der erheblich gestiegenen Hygienekosten in den Praxen aufgefangen werden.

Nach monatelangen intensiven Gesprächen mit Vertretern der privaten Krankenversicherungen und der Beihilfe konnten im Dezember 2022 endlich auch die für die moderne Parodontitistherapie notwendigen analogen Berechnungen in sechs Beschlüssen formuliert werden.

 

Sechs Beschlüsse: Die leitliniengerechte PAR-Behandlungsstrecke in der GOZ


Die Erhebung eines Gingivalindex und/oder eines Parodontalindex (z.B. des Parodontalen Screening-Index PSI) im Rahmen einer Unterstützenden Parodontitistherapie (UPT)

Die Erhebung mindestens eines Gingivalindex und/oder eines Parodontalindex (z.B. des Pardontalen Screening-Index PSI) im Rahmen einer Unterstützenden Parodontitistherapie (UPT) – im Einklang mit der Empfehlung aus der S3-Leitlinie „Die Behandlung von Parodon- titis Stadium I bis III“ zur Häufigkeit der Durchführung der UPT – mehr als zweimal im Jahr ist in der GOZ nicht beschrieben. Die BZÄK, der PKV-Verband und die Beihilfeträger sehen die GOZ-Nr. 4005 zusätzlich zur originären Leistung bis zu i.d.R. zweimal analog innerhalb eines Jahres als berechnungsfähig an.

Analoge Leistung

Berechnungsempfehlung des Beratungsforums

Verpflichtender Rechnungstext

Erhebung mindestens eines Gingivalindex und/oder eines Parodontalindex (z. B. des Parodontalen Screening-Index PSI) im Rahmen einer Unterstützenden Parodontitis-Therapie (UPT), für das 3. und 4. Mal im Jahr

4005a

 

 

 

10,35 €

4005a

 

Die subgingivale Instrumentierung (AIT) in der 2. Therapiestufe
Die subgingivale Instrumentierung in der 2. Therapiestufe gemäß der S3-Leitlinie „Die Behandlung von Parodontitis Stadium I bis III“ der DG Paro und DGZMK ist aufgrund der darin nicht enthaltenen Weichgewebskürettage nicht in der GOZ beschrieben. Die BZÄK, der PKV-Verband und die Beihilfeträger empfehlen als Analoggebühren für die subgingivale Instrumentierung am einwurzeligen Zahn die GOZ-Nr. 3010a und am mehrwurzeligen Zahn die GOZ-Nr. 4138a. Um Erstattungsschwierigkeiten vorzubeugen ist verpflichtend auf der Rechnung anzugeben: „GOZ-Nr. 3010a“ bzw. „4138a“ mit der Beschreibung „Sub-
gingivale Instrumentierung – PAR (AIT)“. Die GOZ-Nrn. 4070 bzw. 4075 sind daneben nicht berechnungsfähig. Die Entfernung der gingivalen/supragingivalen weichen und harten Beläge ist originär nach der GOZ zu berechnen.

Analoge Leistung

Berechnungsempfehlung des Beratungsforums

Verpflichtender Rechnungstext

Antiinfektiöse Therapie, einwurzeliger Zahn

3010a

 

14,23 €

 Subgingivale Instrumentierung – PAR (AIT)

Antiinfektiöse Therapie, mehrwurzeliger Zahn

4138a

28,46 €

4138a Subgingivale Instrumentierung – PAR (AIT)

Supragingivale und gingivale Reinigung gesondert berechenbar, z.B. GOZ 1040

3,62 €

 

 

Lokalisierte subgingivale Instrumentierung bei Resttaschen in der Unterstützenden Paro-
dontitistherapie (UPT)

Die subgingivale Instrumentierung bei Resttaschen im Rahmen einer Unterstützenden Parodontitistherapie (UPT) gemäß der S3-Leitlinie „Die Behandlung von Parodontitis Stadium I bis III“ der DG Paro und DGZMK ist eine selbstständige, nicht in der GOZ beschriebene Leistung. Die Leistung ist gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog zu berechnen. Die BZÄK, der PKV-Verband und die Beihilfeträger empfehlen als Analoggebühr die GOZ-Nr. 0090a für den einwurzeligen Zahn und die GOZ-Nr. 2197a für den mehrwurzeligen Zahn. Um Erstattungs- schwierigkeiten vorzubeugen ist verpflichtend auf der Rechnung anzugeben: GOZ-Nr. „0090a“ bzw. „2197a“ mit der Beschreibung „Subgingivale Instrumentierung – UPT“. Die GOZ-Nrn. 4070 bzw. 4075 sind daneben nicht berechnungsfähig. Die Entfernung dergingivalen/supragingivalen weichen und harten Beläge ist originär nach der GOZ zu berechnen.

Analoge Leistung

Berechnungsempfehlung des Beratungsforums

Verpflichtender Rechnungstext

Nichtchirurgische, subgingivale Belagentfernung, einwurzeliger Zahn

0090a

 

7,76 €

 Subgingivale Instrumentierung – UPT

Nichtchirurgische, subgingivale Belagentfernung, mehrwurzeliger Zahn

2197a

 

 

16,82 €

Subgingivale Instrumentierung – UPT

Supragingivale und gingivale Reinigung gesondert berechenbar, z.B. GOZ 1040

3,62 €

 


Parodontale Diagnostik einschließlich Staging und Grading des Parodontitisfalles und
Dokumentation auf Formblatt

Die Parodontale Diagnostik einschließlich Staging und Grading gemäß der S3-Leitlinie „Die Behandlung von Parodontitis Stadium I bis III“ der DG Paro und der DGZMK ist analog berechnungsfähig. Die Ergebnisse sind auf einem wissenschaftlich anerkannten Formblatt (z.B. von ParoStatus®) vollständig zu dokumentieren. Dieses Formblatt ist dem Zahlungspflichtigen auf dessen Verlangen zu überreichen. Die BZÄK, der PKV-Verband und die Beihilfeträger empfehlen für die parodontale Diagnostik einschließlich Staging und Grading und Dokumentation als Analoggebühr die GOZ-Nr. 8000. Die Leistung ist einmal je Parodontitis-Behandlungsstrecke berechnungsfähig. Um Erstattungsschwierigkeiten vorzubeugen ist verpflichtend auf der Rechnung anzugeben: GOZ-Nr. „8000a“ mit der Beschreibung „PAR-Diagnostik, Staging/Grading, Dokumentation“. Die GOZ-Nr. 4000 ist daneben nicht berechnungsfähig. Die Ausfertigung des Formblattes für den Zahlungspflichtigen kann nach Auffassung der BZÄK, des PKV-Verbandes und der Beihilfeträger mit der GOZ-Nr. 4030 analog berechnet werden. Um Erstattungsschwierigkeiten vorzubeugen ist verpflichtend auf der Rechnung anzugeben: GOZ-Nr. „4030a“ mit der Be- schreibung „Ausfertigung PAR-Formblatt“.

Analoge Leistung

Berechnungsempfehlung des Beratungsforums

Verpflichtender Rechnungstext

Parodontale Diagnostik einschließlich Staging und Grading des Parodontitisfalles und Dokumentation

8000a

 

64,68 €

 PAR-Diagnostik, Staging/Grading, Dokumentation

 

Qualifiziertes parodontologisches Aufklärungs- und Therapiegespräch (ATG) zum perso-
nalisierten Behandlungsplan

Das qualifizierte parodontologische Aufklärungs- und Therapiegespräch zum personalisierten Behandlungsplan in der 1. Therapiestufe gemäß der S3-Leitlinie „Die Behandlung von Parodontitis Stadium I bis III“ der DG Paro und der DGZMK ist analog berechnungsfähig. Die Leistung umfasst die Aufklärung über:

  • Diagnose,
  • Gründe der Erkrankung,
  • Risikofaktoren,
  • Therapiealternativen,
  • zu erwartende Vor- und Nachteile der Behandlung
  • die Option, die Behandlung nicht durchzuführen

sowie die Erläuterung des personalisierten Therapieplanes einschließlich notwendiger Verhaltensänderungen und allgemeinmedizinischer Wechselwirkungen. Die BZÄK, der PKV-Verband und die Beihilfeträger empfehlen als Analoggebühr die GOZ-Nr. 2110. Die Leistung ist einmal je Parodontitis-Behandlungsstrecke berechnungsfähig. Um Erstattungsschwierigkeiten vorzubeugen ist verpflichtend auf der Rechnung anzugeben: GOZ-Nr. „2110a“ mit der Beschreibung „Parodontologisches Aufklärungs- und Therapiegespräch (ATG)“. Andere Gesprächs- und Beratungsleistungen sind daneben nicht berechnungsfähig.

Analoge Leistung

Berechnungsempfehlung des Beratungsforums

Verpflichtender Rechnungstext

Parodontologisches Aufklärungs- und Therapiegespräch

2110a

 

41,26 €

 Parodontologisches Aufklärungs- und Therapiegespräch (ATG)


Befundevaluation (BEV)
Die parodontologische Reevaluation ist nach medizinischer Notwendigkeit je nach Schwergrad bis zu dreimal innerhalb eines Jahres berechnungsfähig. Sie umfasst die erneute Dokumentation des klinischen Befunds, einschließlich der Bestimmung der Sondierungstiefen und Sondierungsblutung, der Zahnlockerung, des Furkationsbefalls, des röntgenologischen Knochenabbaus sowie die Angabe des Knochenabbaus in Relation zum Patientenalter (%/Alter). Die individuelle Reaktion auf die 2. bzw. 3. Therapiestufe und die Unterstützende Parodontitistherapie (UPT) wird bestimmt, indem die erhobenen Befunddaten mit den Daten der Eingangsdiagnostik bzw. der vorangegangenen Befundevaluation (BEV) verglichen werden. Die Leistung enthält auch die Aufklärung des Patienten über die Maßnahmen der UPT und über die weiteren geplanten Interventionen. Die BZÄK, der PKV-Verband und die Beihilfeträger empfehlen als Analoggebühr die GOZ-Nr. 5070. Um Erstattungsschwierigkeiten vorzubeugen ist verpflichtend auf der Rechnung anzugeben: GOZ-Nr. „5070a“ mit der Beschreibung „Befundevaluation – PAR“. Die GOZ- Nrn. 4000, 4005(a) und weitere Gesprächs- und Beratungsleistungen sind daneben nicht berechnungsfähig.

Analoge Leistung

Berechnungsempfehlung des Beratungsforums

Verpflichtender Rechnungstext

Befundevaluation (BEV)

5070a

51,74 €

 Befundevaluation – PAR

(auch in der UPT)

 

 

 

Bei diesen Beschlüssen sind die Vertreter der Bundeszahnärztekammer erstmals von ihrem Standpunkt, keine konkrete Analogziffer bei der Analogberechnung zu empfehlen, abgewichen. Das hat zur Folge, dass bei der Anwendung der Analogie nicht nur die im Beschluss gefasste Analogziffer, sondern auch die dort formulierte Leistungsbeschreibung für die Rechnung herangezogen werden muss.

 

BZÄK-Tabelle zur analogen Berechnung von PAR-Leistungen

Analoge Leistung

Berechnungsempfehlung des Beratungsforums

Verpflichtender Text in der Rechnung

€-Betrag

Erhebung mindestens eines Gingivalindex und/oder eines Parodontalindex (z. B. des Parodontalen Screening-Index PSI) im Rahmen einer Unterstützenden Parodontitis-Therapie (UPT), für das 3. und 4. Mal im Jahr

4005a

4005a

 

 

 

 

 

10,35

Parodontale Diagnostik einschließlich Staging und Grading des Parodontitisfalles und Dokumentation

8000a

 PAR-Diagnostik, Staging/Grading, Dokumentation

 

 

64,68

Aushändigung des Status auf Wunsch des Patienten

4030a

 Ausfertigung PAR-Formblatt

 

 4,53

Parodontologisches Aufklärungs- und Therapiegespräch

2110a

 Parodontologisches Aufklärungs- und Therapiegespräch (ATG)

 

 

41,26

Antiinfektiöse Therapie, einwurzeliger Zahn

3010a

Subgingivale Instrumentierung – PAR (AIT)

 

 

14,23

Supragingivale und gingivale Reinigung gesondert berechenbar, z.B. GOZ 1040

 

 

 

 

 3,62

Antiinfektiöse Therapie, mehrwurzeliger Zahn

4138a

 Subgingivale Instrumentierung – PAR (AIT)

 

28,46

Supragingivale und gingivale Reinigung gesondert berechenbar, z.B. GOZ 1040

 

 

 

 

 3,62

Befundevaluation (BEV)

5070a

 Befundevaluation – PAR

51,74

(auch in der UPT)

 

 

 

Nichtchirurgische, subgingivale Belagentfernung, einwurzeliger Zahn

0090a

 Subgingivale Instrumentierung – UPT

 

 

 7,76

Supragingivale und gingivale Reinigung gesondert berechenbar, z.B. GOZ 1040

 

 

 

Nichtchirurgische, subgingivale Belagentfernung, mehrwurzeliger Zahn

2197a

 Subgingivale Instrumentierung – UPT

 

 

16,82

Supragingivale und gingivale Reinigung gesondert berechenbar, z.B. GOZ 1040

 

 

 

 

 3,62

 

Bei den oben genannten Eurobeträgen wurde der 2,3fache Steigerungssatz zugrunde gelegt. Sollte die erbrachte Leistung unter Berücksichtigung von Schwierigkeit und Zeitaufwand nicht durchschnittlich sein, kann der Steigerungssatz gemäß § 5 Abs. 2 GOZ angepasst werden.

Die vollständigen Beschlüsse des Beratungsforums finden Sie auf der Homepage der Bundeszahnärztekammer:

www.bzaek.de – GOZ – Beratungsforum für Gebührenordnungsfragen - Beschlüsse

Weitere Informationen:

 

Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) hat sich in drei aktuellen Entscheidungen zur Berechnung kieferorthopädischer Leistungen geäußert (siehe unten). Diese Entscheidungen haben in gebührenrechtlichen Fachkommentaren und in der zahnärztlichen Öffentlichkeit bereits massive und berechtigte Kritik erfahren, sie sind – auch nach Einschätzung der Zahnärztekammer (ZÄK) Nordrhein – in zahlreichen Aspekten fachlich und gebührenrechtlich fehlerhaft.

Um zu klären, wie angesichts dieser Rechtsprechung die Berechnung der in Rede stehenden Leistungen erfolgen kann, hat Dr. Ursula Stegemann, Mitglied des Vorstands der ZÄK Nordrhein, verantwortlich für Gebührenrecht, die wichtigsten Fragen beantwortet.

 

Was ist zu beachten, wenn eine kieferorthopädische Behandlung mit adhäsiv befestigten Brackets und festsitzendem Retainer geplant wird?

Dr. Ursula Stegemann: Vor Beginn einer kieferorthopädischen Behandlung nach den Geb.-Nrn. 6030 bis 6080 GOZ kann mit dem Zahlungspflichtigen eine Vereinbarung gemäß § 2 Abs. 1 und 2 GOZ über die Geb.-Nrn. 6030 bis 6080 GOZ getroffen werden.

Grundlage des darin zu vereinbarenden Steigerungssatzes sind die Gebühren, die unter Einbeziehung der geplanten Leistungen nach den Geb.-Nrn. 6030 bis 6080 einschließlich der adhäsiven Befestigung von Klebebrackets und adhäsiv befestigter Retainer angemessen erscheinen.

Die Vereinbarung gemäß § 2 Abs. 1 und 2 GOZ muss vor der Leistungserbringung getroffen werden, sie bedarf der persönlichen Absprache zwischen Zahnarzt und Zahlungspflichtigem und der Schriftform – von beiden Parteien unterzeichnet. Die Formvorschriften sind stringent einzuhalten und der zur Zahlung Verpflichtete muss einen Abdruck der Vereinbarung erhalten.

Eine korrekt getroffene Vereinbarung bietet ein hohes Maß an Rechtssicherheit und entbindet den Behandler von der Begründungspflicht. Hinsichtlich der Handhabung und Formulargestaltung ist Die ZA gerne behilflich.

 

Schwieriger gestaltet sich die Situation, wenn schon mit der aktiven Behandlung begonnen wurde, welche Möglichkeiten habe ich dann noch?

Stegemann: Während einer laufenden kieferorthopädischen Behandlung, sofern in dem zugrunde liegenden Heil- und Kostenplan die GOZ-Nrn. 2197, 6100 und 6140 noch mit den genannten Leistungsinhalten ausgewiesen werden, stellt sich die Lage etwas differenzierter dar.

Grundsätzlich ist der Abschluss einer Vereinbarung gemäß § 2 Abs. 1 und 2 GOZ vor einer geplanten Leistung schriftlich zu treffen. Sofern also die adhäsive Befestigung der Brackets noch nicht erfolgt ist und/oder kein adhäsiv befestigter Retainer angefertigt und eingegliedert wurde, stellt eine Vereinbarung gemäß § 2 Abs. 1 und 2 GOZ über die GOZ-Nrn. 6030 bis 6080 ein Mittel dar, um die im Unterschied zu dem zuvor erstellten Heil- und Kostenplan nicht mehr gesondert berechenbaren GOZ-Nrn. 2197, 6100, 6140 in der Gebührenhöhe der GOZ-Nrn. 6030 bis 6080 zu berücksichtigen.

Dem Zahlungspflichtigen muss allerdings in einem solchen Fall zugestanden werden, sich in diesem Behandlungsstadium gegen die Vereinbarung entscheiden zu können und die Fortsetzung der Behandlung ggf. alio loco vornehmen zu lassen.

Sofern innerhalb des Gebührenrahmens unter Berücksichtigung anderer, den Steigerungssatz beeinflussender Kriterien noch Raum ist, um die Gebühren für die geplanten, aber nun nicht mehr berechenbaren GOZ-Nrn. 2197, 6100, 6140 in der Gebührenhöhe der GOZ-Nrn. 6030 bis 6080 abzubilden, kann auf Grundlage des § 5 Abs. 2 GOZ deren Steigerungssatz angehoben werden.

 

Gibt es auch eine Lösung für den Fall, dass die aktive Behandlung bereits abgeschlossen ist und nun der zuvor separat geplante Retainer nicht mehr separat berechnet werden darf?

Stegemann: Nach Abschluss der aktiven Behandlung und vor der Retention ist eine Vereinbarung wie in den zuvor dargestellten Fällen nicht möglich. Durch die oben angeführten Urteile ist nunmehr die separate Berechnung des Retainers nicht mehr möglich. In diesem konkreten Fall kann nur das Patientengespräch mit Erläuterungen weiterhelfen.

Bei der geplanten, einkalkulierten, aber nun nicht mehr möglichen separaten Berechnung der GOZ-Nrn. 2197, 6100, 6140 kann folglich nur der § 5 Abs. 2 GOZ zur Anwendung kommen, sofern hier noch Raum für eine angemessene Einpreisung der Leistung für das Eingliedern eines Retainers ist.

Abschließend sei noch darauf hingewiesen, dass ein adhäsiv befestigter Retainer, der erst nach Ablauf des mit den Gebühren für die GOZ-Nrn. 6030 bis 6080 abgegoltenen Vier-Jahres-Zeitraums eingegliedert wird, mit den GOZ-Nrn. 2197, 6100, 6140 GOZ berechnungsfähig ist.

 

Drei aktuelle Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts

Das BVerwG hat sich in drei aktuellen Entscheidungen zur Berechnung kieferorthopädischer Leistungen geäußert:

In den Urteilen wird neben den Geb.-Nrn. 6030 bis 6080 GOZ die gesonderte Berechnung der Geb.-Nrn. 6100a und 6140a GOZ für einen festsitzenden Retainer abgelehnt (BVerwG Az.: 5 C 7.19 vom 26.02.2021), ebenso die ‧Berechnung der Geb.-Nr. 2197 GOZ für dessen adhäsive Befestigung (BVerwG Az.: 5 C 8.19 vom 5.03.2021).

Ebenfalls nicht berechnungsfähig ist die Geb.-Nr. 2197 GOZ nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts für die adhäsive Befestigung von Brackets nach der Geb.-Nr. 6100 GOZ (BVerwG Az.: 5 C 11.19 vom 5.03.2021

Die zurückliegenden Erfahrungen zeigen leider, dass sowohl bei der Kostenerstattung durch Private Krankenversicherungen als auch durch Beihilfestellen sehr häufig Schwierigkeiten eingetreten sind.

Die Gründe hierfür lagen - und werden auch zukünftig liegen - in der meist unbekannten Verschiedenheit der beiden im Rahmen der Privatbehandlung zu berücksichtigenden und streng voneinander zu trennenden Rechtsbeziehungen.

Erstattung der Professionellen Zahnreinigung

In letzter Zeit wird die Erstattung der Professionellen Zahnreinigung durch private Krankenversicherungen zunehmend mit der Begründung abgelehnt, dass es sich bei der PZR lediglich um Prophylaxemaßnahmen handeln würde. Diese wären von der Erstattung ausgeschlossen.

Die Zahnärztekammer Nordrhein stellt ihren Mitgliedern aus diesem Grund ein Merkblatt zur Information der privat versicherten Patienten zur Verfügung. Die ZÄK Nordrhein dankt der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg für die freundliche Überlassung des Textmaterials.

FAQ's
Dokumente
GOZ 2012
Die leitliniengerechte PAR-Behandlungsstrecke in der GOZ
Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ)
gültig ab ab 01.01.2012, Ausgabe 1.5, in Euro
Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) in englischer Sprache
gültig ab 01.01.2012, in Euro (Stand: 5. Dezember 2011)
GOZ-Kommentar der BZÄK

Kommentar der Bundeszahnärztekammer, Stand: August 2022

Online lesen
GOZ-Kommentar der ZÄK Nordrhein

"Nordrheinischer Kommentar GOZ 2012", Stand: Mai 2021

Information der BZÄK zu §5 GOZ
Mitteilung der Bundeszahnärztekammer, Mai 2012
Nordrheinischer Kommentar zur GOZ 2012
Abrechnung delegierbarer Leistungen

Nordrheinischer Kommentar - Teil 8, RZB 12/2019

Abrechnung der Periimplantitis und der Nachsorge am Implantat

Nordrheinischer Kommentar - Teil 9, RZB 01/2020

Abrechnung endodontischer Leistungen

Nordrheinischer Kommentar - Teil 5, RZB 07_08/2019

Abrechnung prophylaktischer Leistungen

Nordrheinischer Kommentar - Teil 3, RZB 05/2019

Abrechnung von Füllungen

Nordrheinischer Kommentar - Teil 4, RZB 06/2019

Online lesen
Abrechnung von Modellen und Anästhesien

Nordrheinischer Kommentar - Teil 2, RZB 04/2019

Abweichende Leistungen nach § 2 GOZ

Nordrheinischer Kommentar - Teil 7, RZB 11/2019

Die endodontische Schnittstelle zwischen GOZ und BEMA

Nordrheinischer Kommentar - Teil 6, RZB 09/2019

GOZ-Kommentar der ZÄK Nordrhein

"Nordrheinischer Kommentar GOZ 2012", Stand: Mai 2021

Nordrheinischer Kommentar

Nordrheinischer Kommentar - Teil 1, RZB 03/2019

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Zusammenfassung NoKo

Nordrheinischer Kommentar - Teil 1 bis 9 (RZB 2019-2020)

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"Das GOZ-Referat informiert"
Analogberechnung

"Das GOZ-Referat informiert" (RZB 09/2014)

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Berechnungsfähige Materialien gemäß § 4 Absatz 3 ohne KFO-Materialien

"Das GOZ-Referat informiert" (RZB 09/2013)

Erste rechtskräftige Urteile zur GOZ 2012

"Das GOZ-Referat informiert" (RZB 02/2015)

Erste rechtskräftige Urteile zur GOZ 2012 Kieferorthopädie

"Das GOZ-Referat informiert" (RZB 03/2015)

Funktionsanalytische und funktionstherapeutische Leistungen

"Das GOZ-Referat" informiert (RZB 10/2013)

GOÄ 34

"Das GOZ-Referat informiert" (RZB 10/2014)

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Download GOÄ 34
GOZ 2012 – ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich?

"Das GOZ-Referat informiert" (RZB 04/2015)

GOZ 2012: Fünf wichtige Beschlüsse

"Das GOZ-Referat informiert" (RZB 06/2014)

GOZ-Nr. 2197 und kieferorthopädische Leistungen

"Das GOZ-Referat informiert" (RZB 11/2014)

GOZ-Nr. 2197: keine Fortführung neben GOZ-Nrn. 2060 ff

"Das GOZ-Referat informiert" (RZB 02/2022)

Neues Urteil zur 2197 neben Füllungsleistungen

"Das GOZ-Referat informiert" (RZB 06/2015)

Position 2197

"Das GOZ-Referat informiert" (RZB 06/2013)

Online lesen
Position 4110 GOZ vs. Position 2442 GOÄ

"Das GOZ-Referat informiert" (RZB 12/2013)

Provisorien im Notdienst

"Das GOZ-Referat informiert" (RZB 07-08/2014)

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Provisorische Versorgungsarten und deren Berechnung

"Das GOZ-Referat informiert" (RZB 11/2013)

PZR: Warum nur steht die PZR im Abschnitt „B. Prophylaktische Leistungen?“

"Das GOZ-Referat infomiert" (RZB 07/2013)

Zusammenfassung

"Das GOZ Referat informiert" - Teil 1 bis 15 (RZB 2013-2015)

Online lesen
GOZ 2012 - Patienteninformationen
Berechnung der GOZ-Nummer 2197

Patienteninformation der ZÄK Nordrhein zur GOZ (Stand: März 2022)

Die neue Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ)
Informationsflyer für Patienten
Erstattung der Professionellen Zahnreinigung (PZR)
Patienteninformation der ZÄK Nordrhein zur GOZ (Stand: 2012)
Erstattung von funktionsanalytischen Maßnahmen
Patienteninformation der ZÄK Nordrhein zur GOZ (Stand: Mai 2014)
Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ)
gültig ab ab 01.01.2012, Ausgabe 1.5, in Euro
Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) in englischer Sprache
gültig ab 01.01.2012, in Euro (Stand: 5. Dezember 2011)
Information für Zahnarztpraxen und beihilfeberechtigte Patienten
Vereinbarung mit dem Finanzministerium NRW (17.04.2013)
Merkblatt der BZÄK zu Paragraph 5
Information der Bundeszahnärztekammer (12. Mai 2012)
Merkblatt zur Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ)

Patienteninformation der ZÄK Nordrhein (Stand: Januar 2012)

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